Kleines Tänzchen: Die Spieler des TuS Nettelstedt II um Kapitän Chris Byczynski nach dem Derbysieg in Hüllhorst. - © Stefan Pollex
Kleines Tänzchen: Die Spieler des TuS Nettelstedt II um Kapitän Chris Byczynski nach dem Derbysieg in Hüllhorst. | © Stefan Pollex

Hüllhorst Kollektive Glückseligkeit

Handball-Verbandsliga: HSG Hüllhorst verliert das Derby gegen den TuS Nettelstedt II mit 22:23, feiert aber trotzdem den Klassenerhalt. Kevin Schmidt sorgt für die Entscheidung

Rainer Placke

Hüllhorst. Am Ende ließen sich beide Mannschaften feiern. Der Gewinner TuS Nettelstedt II, weil er das Derby der Handball-Verbandsliga bei der HSG Hüllhorst nach einem dramatischen Spielverlauf mit 23:22 (9:11) gewonnen hatte. Der Verlierer HSG Hüllhorst, weil trotz der Niederlage und des Abrutschens auf den vorletzten Platz (die HSG Porta gewann gegen die TSG Harsewinkel) der Klassenerhalt geschafft worden war. "Natürlich hätten wir die Saison liebend gerne mit einem Heimsieg beendet, doch nach der Pause sind uns zu viele Fehler unterlaufen", meinte HSG-Trainer Lars Halstenberg nach dem aufreibenden Finale. Gleichwohl konnte seine Mannschaft beruhigt in das letzte Saisonspiel gehen, weil Oberligist HSG Augustdorf/Hövelhof den Verband unter der Woche von seinem Rückzug informiert hatte - trotzdem wollten die Hausherren vor wiederum toller Kulisse den dritten Heimsieg in Folge landen. "Wir haben lange gebraucht, um das Derby anzunehmen. Das ist uns erst in der zweiten Hälfte gelungen. Am Ende war es ein wenig glücklich, doch ich freue mich über den positiven Ausklang", meinte Nettelstedts Trainer Sebastian Redeker. "Ich habe überhaupt nicht groß nachgedacht und geworfen" Entschieden wurde das Derby zwei Sekunden vor dem Abpfiff, als die Unparteiischen Jan-Philipp Meyer nach einem Foul an Axel Pohnke die rote Karte zeigten und auf Siebenmeter entschieden - zum Entsetzen der Hüllhorster. Kevin Schmidt ("Ich habe überhaupt nicht groß nachgedacht und geworfen") verwandelte den Strafwurf zum Nettelstedter Derbysieg, wonach es lange Zeit nicht ausgesehen hatte. In der ersten Halbzeit hielt Jan-Philipp Schnute toll, und vorne war Julian Hodde nicht zu bremsen. Das änderte sich nach dem Wechsel, weil der TuS Nettelstedt II mit zwei Kreisläufern agierte und die Hüllhorster vor große Probleme stellte. Beim 17:17 (49.) war erstmals der Ausgleich geschafft, beim 17:18 durch Chris Byczynski (50.) die erste Führung. Die wechselte anschließend ständig, zuletzt führten die Hüllhorster beim 21:20 (57.) durch Lukas Budde. Nach dem 21:21 durch Tobias Oevermann verwandelte Kevin Schmidt eine Siebenmeter zum 21:22, Jan-Philipp Meyer antwortete mit dem 22:22. Anschließend verdamelte zuerst der TuS Nettelstedt II, dann die HSG Hüllhorst den Ball, so dass es zur der letzten umstrittenen Szene kam. In deren Folge sah auch Mario Struck zunächst rot, danach die blaue Karte. Als sich die Gemüter dann beruhigt hatten, konnte die Hüllhorster Abschlussparty starten. HSG Hüllhorst: Schnute, Laroche; Struck, Meyer (3), Reichelt (3), Kleffmann (3), Tiemann, Budde (1), Röthemeier (1), Blomenkamp (2), Grabein, Heidenreich, Hodde (9/1). TuS Nettelstedt II: Wesemann, Nottmeier; Mündemann (1), Kruse (1), Steinhauer (2), Schnepel, Schmidt (2/2), Spreen (1), Oevermann (4), Pohnke, Glöckner (7/7), Byczynski (5).

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