Lübbecke „Specki, fertig machen!“

Handball: Der 23-jährige Jan-Eric Speckmann hat aufregende Wochen hinter sich. Anfang Februar lief er noch für Lit Tribe Germania in der Oberliga auf, jetzt steht der junge Linksaußen vor seinem dritten Bundesligaspiel

Andreas Gerth

Ein wenig fragend soll er schon dreingeschaut haben, als er das Kommando von Trainer Aaron Ziercke bekam: „Specki, fertig machen!“ Damit war es soweit: Jan-Eric Speckmann, junger Linksaußen von Oberligist Lit Tribe Germania und erst vor wenigen Wochen vom TuS N-Lübbecke nachverpflichtet, stand unmittelbar vor seinem ersten Einsatz in der Handball-Bundesliga. „Damit ist für mich ein Kindheitstraum wahr geworden“, schildert der 23-Jährige und hat dabei noch immer ein Leuchten in den Augen. Mittlerweile hat er zweimal das Trikot des TuS N-Lübbecke in der Bundesliga getragen: am 25. Februar im Auswärtsspiel bei der HSG Wetzlar, wo er rund zehn Minuten Einsatzzeit bekam und sein erstes Bundesligator nur knapp verpasste, und am vergangenen Sonntag als Motivator von der Bank beim schwer erkämpften 26:26 im Heimspiel gegen den TV Hüttenberg. Am kommenden Sonntag auswärts bei der TSV Hannover-Burgdorf folgt nun sein drittes Bundesligaspiel. „Ich habe mir vorgenommen, dass zu spielen und zu zeigen, was ich kann“ „Ich habe schon ein bisschen gebraucht, um das zu realisieren. Und anfangs war ich natürlich sehr nervös. Doch ich habe mir vorgenommen, dass zu spielen und zu zeigen, was ich kann und damit der Mannschaft zu helfen“, sagt Speckmann. Helfen ist das richtige Stichwort, denn seinen unverhofften Sprung von der Ober- in die Bundesliga hat der BWL-Student einem unglücklichen Umstand zu verdanken. TuS-Linksaußen Tim Remer hatte sich im Heimspiel gegen Stuttgart schwer verletzt, ein Ersatzmann musste her, und das möglichst schnell und unkompliziert. Die Lösung heißt Jan-Eric Speckmann, kommt vom Lübbecker Kooperationsverein Lit Tribe Germania, wohnt in Minden und ist buchstäblich naheliegend. „Specki war ja schon im Trainingslager als Ergänzungsspieler dabei. Deshalb war es nur ein kleiner Schritt, seine Hilfe in Anspruch zu nehmen“, erklärt TuS-Coach Aaron Ziercke. Er und Speckmann kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei GWD Minden II. „Jetzt ist die Zusammenarbeit eine andere und intensiver“, macht Ziercke deutlich. Dabei muss Speckmann grinsen: „Ich habe schon gemerkt, dass Anzahl und Intensität der Trainingseinheiten bei einem Bundesligisten ganz anders sind. Doch aus der vergangenen Woche bin ich immerhin schon mal ohne Muskelkater herausgekommen...“ Der Neuzugang wurde übrigens schnell in die Mannschaft aufgenommen und zum Fußballwart ernannt. „Außerdem habe ich ein paar Tipps von Jens Bechtloff bekommen. Er hat mir seine Hilfe angeboten und ist ein sehr angenehmer Ansprechpartner“, berichtet der Jung-Profi. Die Gespräche, um Speckmann während der laufenden Saison von Lit Tribe Germania loszueisen, hatte zuvor Lübbeckes Teammanager Zlatko Feric geführt. „Für den Jungen ist eine gute Chance, sich zu zeigen, zumal er fast vor der Tür wohnt. Dass wir ihn geholt haben, ist auch eine Belohnung für sein Auftreten in den gemeinsamen Trainingseinheiten“, stellt Feric klar. Diese Chance möchte Jan-Eric Speckmann nun natürlich nutzen. „Ich versuche mich reinzuhängen, das Ganze aber auch zu genießen. Was am Ende der Saison passiert, weiß ich natürlich noch nicht, doch mein Ziel ist es, im Profihandball zu bleiben“, betont Jan-Eric Speckmann, der zuvor ein Probetraining beim Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen absolvierte. Doch auch diese Liga hat „Specki“ vorerst übersprungen.

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