Abwehr abgeschüttelt: Nina Kuhlmann hat freie Bahn zu einem ihrer insgesamt vier Treffer im Kreisderby. Foto: Andreas Gerth - © Andreas Gerth
Abwehr abgeschüttelt: Nina Kuhlmann hat freie Bahn zu einem ihrer insgesamt vier Treffer im Kreisderby. Foto: Andreas Gerth | © Andreas Gerth

Hüllhorst Tragik und bittere Tränen in Hüllhorst

Frauenhandball-Oberliga: Die HSG verliert das Kreisderby gegen Hahlen mit 24:26. „Jetzt wird es verdammt schwierig“, so Kim Neumann nach dem Kellerduell

Andreas Gerth

Sie übernahm die Verantwortung – und scheiterte. Danach flossen die Tränen. Die 24:26 (15:13)-Heimniederlage am Samstagabend im Kreisderby gegen den TSV Hahlen wird den Hüllhorster Oberliga-Frauen als eine der bittersten der Saison in Erinnerung bleiben. Im Anschluss daran brauchten die Gastgeberinnen und vor allem Susann Grüning viel Trost und Zuspruch. Mit einem 28 Sekunden vor Spielenende an den Pfosten gesetzten Siebenmeter wurde Grüning zur tragischen Figur der Partie, in der Hüllhorst in der ersten Halbzeit konzentriert und zielstrebig und wie ein Derbysieger aufgespielt hatte. „Susann ist diejenige bei uns, die Verantwortung übernimmt. Deshalb gibt es überhaupt keinen Grund, ihr einen Vorwurf zu machen“, stellte Spielmacherin Kim Neumann sofort nach dem Abpfiff klar. „Wir sind der falsche Verlierer“, ergänzte Trainer Christian Wiechert, dessen Team bei nun vier Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz mehr denn je um den Klassenerhalt bangen muss. Wiechert ordnete die Niederlage als „völlig unnötig“ ein und gegründete dies mit der ersten Halbzeit. In die starteten die Hüllhorsterinnen mit Tempo und Überzeugung. Nina Kuhlmann, Janina Hülsmeier und Isabel Lehmann legten zum 3:0 (5.) vor. Bis zum 9:5 (Lehmann, 13.) hatte der Gastgeber auch dank einer offensiven Deckung mit Kim Neumann als Speerspitze alles im Griff. Hahlen kam auf 9:10 (20.) heran, doch beim 13:10 (Kuhlmann, 25.) und dem fein herausgespielten 14:11 (Juliane Böhne, 26.) zeigte Hüllhorst sogar spielerische Klasse. „Das einzige Manko war, dass unsere Führung höher hätte ausfallen müssen“, so Wiechert im Nachhinein. Anfang der zweiten Halbzeit trafen Ramona Zelle und Nina Kuhlmann noch zum 20:18 (40.), doch das sollte die letzte Führung der HSG im Kellerduell gewesen sein. Hahlens Trainer Björn Blomenkamp spielte mit Julia Seyer die Trumpfkarte aus, mit ihr steigerte sich die Hahlener Deckung entscheidend – der Gast zog auf 22:20 vorbei. Die Schlussphase verlief aus Hüllhorster Sicht geradezu tragisch. Nach einer Auszeit von Wiechert (21:23, 50.) schafften Susann Grüning und Gina Redeker mit Energieleistungen den Ausgleich (23:23, 54.), doch die anschließende Verletzung von Redeker bedeutete für Hüllhorst einen weiteren Nackenschlag. Richtig bitter wurde es, als Susann Grüning nach ihrem erfolgreich verwandelten Strafwurf zum 24:25 (58.) erneut zur Linie schritt, diesmal jedoch nur den Pfosten erzittern ließ. Hahlens Treffer in der Schlusssekunde zum 24:26 ging nach diesem Schock fast unter. HSG Hüllhorst: Poggemöller, Meyer; Kuhlmann (4), Redeker (1), Lehmann (2), Grüning (4/1), Rahmöller, Zelle (3), Neumann (4), Hülsmeier (3), Albsmeier, Grannemann (1/1), Böhne (1), Halstenberg (1)

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