Mitreißender Spieler mit ansteckendem Lachen: So wie nach dem Derbysieg gegen GWD Minden würde man Jens Bechtloff auch gerne am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen den TVB Stuttgart sehen. Im Hinspiel gelangen Lübbeckes Nummer acht acht Tore. Foto: Oliver Krato - © Oliver Krato
Mitreißender Spieler mit ansteckendem Lachen: So wie nach dem Derbysieg gegen GWD Minden würde man Jens Bechtloff auch gerne am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen den TVB Stuttgart sehen. Im Hinspiel gelangen Lübbeckes Nummer acht acht Tore. Foto: Oliver Krato | © Oliver Krato

Lübbecke „Für mich bleibt es Bittenfeld“

Handball-Bundesliga: Jens Bechtloff freut sich auf das Duell gegen seinen Heimatverein, der mittlerweile TVB Stuttgart heißt. Der Linksaußen ist beim TuS N-Lübbecke zu einem emotionalen „Leader“ geworden

Andreas Gerth

„Für mich bleibt es Bittenfeld“, sagt Jens Bechtloff und zeigt dabei wieder dieses Lachen, das er und seine Teamkollegen zuletzt zum Ende des ersten Saisonteils beim Derbysieg gegen GWD Minden aufgelegt hatten. Nun darf sich der Linksaußen des TuS N-Lübbecke auf die Fortsetzung in der Handball-Bundesliga freuen und damit auf das Heimspiel am Sonntag in der Merkur-Arena (Anwurf 12.30 Uhr) gegen seinen Heimatverein, der mittlerweile TVB Stuttgart heißt, wobei das „B“ für Bittenfeld steht. Dann wollen der gebürtige Waiblinger (das liegt etwa zehn Kilometer nordöstlich von Stuttgart) und seine Mannen im enorm wichtigen Duell gegen den Tabellennachbarn daran anknüpfen, wo sie im letzten Heimspiel vor der EM-Pause beim furios herausgespielten 29:22 gegen GWD Minden aufgehört hatten – und für strahlende Gesichter in der Merkur-Arena sorgten. „Wenn es nach mir geht, hätten wir nach dem Sieg gegen Minden ruhig noch ein bisschen weiter spielen können“ „Wenn es nach mir geht, hätten wir nach dem Sieg gegen Minden ruhig noch ein bisschen weiter spielen können“, grinst Jens Bechtloff. Der 31-jährige, frühere Lemgoer ist in seinem dritten Jahr beim TuS N-Lübbecke zu einem extrem wichtigen Spieler geworden – wegen seiner Tore von Linksaußen und im Tempospiel, jedoch auch durch seine kämpferische, mitreißende Körpersprache. Nicht von ungefähr hat der Verein den Vertrag mit seinem Führungsspieler gerade um zwei Jahre verlängert. Neudeutsch könnte man Bechtloff gar als emotionalen „Leader“ des Aufsteigers bezeichnen – eine Wortkreation, die Fußball-Bundestrainer Joachim Löw einst für Bastian Schweinsteiger schuf, mit der Bechtloff allerdings nur bedingt etwas anfangen kann. „Ich versuche immer mein Bestes zu geben und bin ein Spieler, der über die Emotionen kommt. Als Außen bekommst du ja in der Regel nicht so viele Bälle, und wenn mir dann etwas Positives gelingt, zeige ich das auch. Ich bin einfach froh, wie es zur Zeit läuft, denn ich habe auch schon schlechtere Phasen in meinem Sportlerleben gehabt.“ Gut lief es für den schnellen Linksaußen zum Beispiel im Hinspiel gegen den TVB Stuttgart. Zum damaligen ersten Saisonsieg des TuS N-Lübbecke beim 29:28 steuerte Bechtloff acht Treffer bei – und das in seiner Heimat vor Freunden und Familie auf der Tribüne. „Daran erinnere ich mich natürlich gern, zumal uns dieser erste Sieg nach der enttäuschenden Heimniederlage gegen Gummersbach im Spiel zuvor extrem gut getan hat“, berichtet Bechtloff, der nun am Sonntag mit den Ostwestfalen ein weiteres Mal auf seinen Heimatverein trifft. Doch dies ist wohl nur eine nette Randgeschichte angesichts der tabellarischen Brisanz mit Lübbecke bei 8:30 und Stuttgart bei 9:29 Punkten, beide hauchdünn vor den zwei Abstiegsrängen. „Natürlich ist das Spiel wichtig. Doch selbst wenn wir am Sonntag nicht gewinnen sollten, haben wir danach noch genügend Spiele. Es geht ja trotzdem weiter“, sagt Jens Bechtloff und versucht vor dem Kellerduell ein wenig Druck vom Kessel zu nehmen. Dann lacht Jens Bechtloff wieder. Ein ansteckendes Lachen, das man beim TuS N-Lübbecke auch am Sonntag Nachmittag sehen möchte.

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