Immerhin drei Treffer erzielt: Jo Gerrit Genz versucht sich gegen Lukas Nilsson (l.) und Rene Toft Hansen durchzusetzen. Foto: EIBNER - © EIBNER/beautiful sports
Immerhin drei Treffer erzielt: Jo Gerrit Genz versucht sich gegen Lukas Nilsson (l.) und Rene Toft Hansen durchzusetzen. Foto: EIBNER | © EIBNER/beautiful sports

Lübbecke Den THW zu stark gereizt

Bundesliga: Der TuS N-Lübbecke sorgt in der ausverkauften Sparkassen-Arena zunächst für Verwunderung, um am Ende mit 19:29 als der erwartete Verlierer vom Feld zu gehen

Andreas Gerth

Der Wunsch von Zlatko Feric ging nicht in Erfüllung. Der Teammanager des TuS N-Lübbecke hatte sich für das letzte Spiel des Jahres gestern Abend beim THW Kiel ein respektables Ergebnis erhofft, um die im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga gegenüber der direkten Konkurrenz verbesserte Tordifferenz nicht zu verspielen, doch daraus wurde nichts. In der ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena vor der beeindruckenden Kulisse mit 10.285 Zuschauern führte der TuS nach den ersten 15 Minuten mit 6:5, um am Ende mit 19:29 (8:16) vom Feld zu gehen – frech begonnen, deutlich verloren. „Wenn man zur Pause in Kiel mit acht Toren hinten liegt, ist eine Niederlage mit zehn fast erträglich“, erklärte Aaron Ziercke nach Spielende. Der Coach des TuS N-Lübbecke zog gestern Abend zum Ende des ersten Saisonabschnitts auch schon eine erste Bilanz beim Aufsteiger, der mit 8:20 Punkten immerhin zwei Teams hinter sich hat und somit auf einem Nichtabstiegsplatz in die Spielpause geht. „Ich freue mich über die acht Punkte, die wir geholt haben. Das lässt uns die Option, unser großes Ziel im zweiten Teil der Saison zu erreichen.“ „Kiel hat seinen Turbo gezündet, und als ich wieder zur Anzeigetafel hochgeschaut habe, stand es 6:12“ Immerhin die ersten 15 Minuten durfte seine Mannschaft ohne die verletzungsbedingt fehlenden Marko Bagaric und Piotr Grabarczyk als Achtungserfolg verbuchen. Das Ziercke-Team spielte in der ausverkauften Sparkassen-Arena selbstbewusst auf und zog sein Konzept mit langen Angriffen und beherzter Abwehrarbeit zunächst effektiv durch. So schaffte Luka Rakovic den 4:4 Ausgleich (14.), und nach einem Treffer von Jens Bechtloff lag der TuS N-Lübbecke zur Verwunderung des Kieler Publikums sogar mit 5:6 (15.) vorn. Doch damit hatte man den THW offenbar zu arg geärgert. Kiels Trainer Alfred Gislason reagierte mit einer Umstellung der Abwehr und der Hereinnahme von Kapitän Domagoj Duvnjak. „Das war der entscheidende Moment, in dem die Partie gekippt ist“, musste Ziercke anschließend einräumen. „Bis dahin haben wir vernünftig gespielt. Doch dann ist uns mit technischen Fehlern, mehreren Fahrkarten und Unterzahlspiel genau das passiert, was dir hier nicht passieren darf. Kiel hat seinen Turbo gezündet, und als ich wieder zur Anzeigetafel hochgeschaut habe, stand es 6:12.“ Bis zur Halbzeitpause wuchs der Rückstand des TuS N-Lübbecke sogar noch auf acht Treffer an. „Es ist ein Riesengewinn einen Spieler wie Duvnjak wieder dabei zu haben. Er hat hinten super gearbeitet, deshalb durfte er sich vorne auch mal einen Fehlwurf erlauben“, freute sich Gislason anschließend über seinen gelungenen Schachzug. In der zweiten Halbzeit drückte seine Mannschaft zunächst weiter aufs Tempo. Niclas Ekberg sorgte beim 18:8 (34.) für den ersten Zehn-Tore-Vorsprung. Nach Nikola Bilyks Treffer zum 21:10 (44.) sah sich TuS-Coach Aaron Ziercke zu einer Auszeit gezwungen. Fortan lief das Spiel der Gäste wieder besser. Rene Gruszka gelangen zwei Treffer von außen, Tim Remer war mit seinem vierten Treffer zum 18:27 erfolgreich und Torhüter Peter Tatai, der in der ersten Halbzeit für den diesmal glücklosen Derby-Helden Joel Birlehm eingewechselt wurde, konnte sich einige Male auszeichnen. Eine weniger schöne Aktion hatte Ante Kaleb, der Kiels überragenden Torhüter Andreas Wolff mit einem Wurf am Kopf traf, sich aber sofort entschuldigte. „Das Hinspiel haben wir mit zwölf Toren verloren, wir haben uns also gesteigert“, nahm Aaron Ziercke die Niederlage mit Galgenhumor.

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