Zu viel Respekt gezeigt: Das Hinspiel in eigener Halle verloren die Lübbecker mit Tim Remer (l.) gegen den THW Kiel (r. Patrick Wiencek) deutlich mit 21:33. Heute Abend im Rückspiel in der ausverkauften Sparkassen-Arena möchte der Aufsteiger mutiger auftreten und sich vor allem nicht das Torverhältnis „versauen“. Foto: Oliver Krato - © Oliver Krato
Zu viel Respekt gezeigt: Das Hinspiel in eigener Halle verloren die Lübbecker mit Tim Remer (l.) gegen den THW Kiel (r. Patrick Wiencek) deutlich mit 21:33. Heute Abend im Rückspiel in der ausverkauften Sparkassen-Arena möchte der Aufsteiger mutiger auftreten und sich vor allem nicht das Torverhältnis „versauen“. Foto: Oliver Krato | © Oliver Krato

Lübbecke Handball-Fest vor 10.285 Zuschauern

Bundesliga: Der TuS N-Lübbecke schließt den ersten Saisonteil mit einem Spiel in der seit Wochen ausverkauften Sparkassen-Arena beim Rekordmeister THW Kiel ab. „Nicht in Ehrfurcht erstarren“, lautet der Wunsch von Teammanager Zlatko Feric

Andreas Gerth

Das letzte Spiel des Jahres vor 10.285 Zuschauern – es gibt sicherlich schlechte Möglichkeiten, um sich als Handballprofi in die Spielpause bis Februar 2018 zu verabschieden. In den Genuss eines solchen Handball-Festes nach den Weihnachtstagen kommen heute die Spieler des TuS N-Lübbecke beim THW Kiel. Anwurf in der seit Wochen ausverkauften Sparkassen-Arena ist um 19 Uhr. TORDIFFERENZ „Wir wollen nicht in Ehrfurcht erstarren“, betont Lübbeckes Teammanager Zlatko Feric. Sein größter Wunsch für das heutige Kräftemessen zwischen dem Deutschen Rekordmeister und seinen als Drittletzter der Tabelle anreisenden Lübbeckern: „Wir haben uns zuletzt eine vernünftige Tordifferenz erarbeitet, die dürfen wir jetzt nicht leichtfertig verspielen.“ ZIERCKE MIT ZUVERSICHT Auch Trainer Aaron Ziercke spekuliert zum Abschluss des ersten Saisonteils nicht wirklich auf weitere Pluspunkte, versucht aber in den eigenen Reihen Zuversicht zu verbreiten. „Kiel ist in der Lage, Spiele innerhalb weniger Minuten zu entscheiden. Das war auch beim 21:33 im Hinspiel der Fall, als wir als Aufsteiger noch zu viel Respekt gezeigt haben. Jetzt befinden wir uns in einer anderen Situation. Die guten Auswärtsspiele und der Derbysieg gegen Minden haben uns Selbstvertrauen gegeben“, betont der Lübbecker Coach. „KIELER JUNG“ Aaron Ziercke darf man vor dem Gastspiel beim THW übrigens als „Kieler Jung“ bezeichnen. In Kaltenkirchen geboren kam er schon in der Jugend zum THW Kiel, und Trainer Holger Oertel machte ihn dort 1990 zum Bundesligaspieler. Der mittlerweile 45-jährige Aaron Ziercke spielte mit Magnus Wislander und Wolfgang Schwenke im Rückraum, stand mit Rune Dahmkes Vater Frank in einem Team. Drei Jahre später verließ der Rechtshänder Kiel und spielte noch bis 2004 in der Ersten Liga. VfL Bad Schwartau, SG Flensburg-Handewitt, VfL Gummersbach und GWD Minden hießen seine weiteren Stationen in der höchsten deutschen Spielklasse. LANG IST’S HER Das Spiel ist die 54. Begegnung beider Mannschaften gegeneinander, der THW Kiel gewann davon 44 Partien. Einmal trennte man sich unentschieden: Das 14:14 am 10. September 1978 war der bisher einzige Punktgewinn der Lübbecker in Kiel. DIE AUSGANGSLAGE Nach dem befreienden Derbysieg gegen GWD Minden hat der TuS N-Lübbecke 8:28 Punkte auf dem Konto und steht in der Tabelle, wo er auch am Ende der Saison rangieren möchte: Auf einem Nichtabstiegsplatz. Mit Marko Bagaric und Piotr Grabarczyk drohen zwei Spieler auszufallen. Kiel hat 8:0 Punkte in Folge geholt und ist Fünfter mit 25:11 Zählern. KALEBS ERINNERUNGEN Entsprechend groß ist der Respekt beim TuS N-Lübbecke. „Vor 10.000 Zuschauern zu spielen, ist einfach super. Mit Zagreb war ich schon einmal in Kiel bei einem Champions League-Spiel, da saß ich allerdings nur auf der Bank. Ich hoffe, das wird diesmal anders“, erinnert sich Ante Kaleb. Lübbeckes Rückraumspieler ahnt natürlich, was ihn heute Abend in der Sparkassen-Arena zu erwarten hat: „Kiel hat eine große Mannschaft. Dort oder in Barcelona zu spielen, träumt man ja als Handballer sein Leben lang.“ „NICHT UNTERSCHÄTZEN“ Auch die eigenen Spieler des dreimaligen Champions League-Siegers sind ob der Zuschauerresonanz jedes Mal aufs Neue angefasst. „Jedes Heimspiel vor dieser Kulisse zu spielen, ist ein Traum“, wird Marko Vujin auf der Homepage des THW Kiel zitiert. Und Kiels Kapitän Domagoj Duvnjak ergänzt: „Wir sind auf jeden Fall der große Favorit und müssen das auf dem Spielfeld zeigen. Natürlich dürfen wir Lübbecke nicht unterschätzen. Wir müssen ein gutes Spiel abliefern. Dann wird alles gut.“

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