Das fühlt sich gut an: Ante Kaleb genießt die Feierlichkeiten nach dem Lübbecker Sieg im Mühlenkreisderby. Teammanager Zlatko Feric (v.r.) und Luka Rakovic klatschen sich ab. Am 27. Dezember müssen Kaleb und Co. aber noch einmal in Kiel ran. Foto: Oliver Krato - © Oliver Krato
Das fühlt sich gut an: Ante Kaleb genießt die Feierlichkeiten nach dem Lübbecker Sieg im Mühlenkreisderby. Teammanager Zlatko Feric (v.r.) und Luka Rakovic klatschen sich ab. Am 27. Dezember müssen Kaleb und Co. aber noch einmal in Kiel ran. Foto: Oliver Krato | © Oliver Krato

Lübbecke „Super Feeling“

Handball-Bundesliga: Bei Ante Kaleb und dem TuS N-Lübbecke herrschen nach dem Triumph im Derby Glücksgefühle. GWD Minden kehrt die Scherben zusammen und rätselt

Andreas Gerth

Ante Kaleb spricht mittlerweile sehr gut Deutsch, doch um seine Gefühle nach dem Triumph im Derby zu beschreiben, benötigte der Rückraumspieler des TuS N-Lübbecke ein anderes Vokabular: „Das ist ein super Feeling.“ Damit dürfte der 24-Jährige nicht nur seinen Mitspielern, sondern auch allen Verantwortlichen und Anhängern des TuS N-Lübbecke aus dem Herzen gesprochen haben. Denn das, was die als Tabellenletzter ins Spiel gegangene und nun auf einem Nichtabstiegsplatz stehende Mannschaft am Donnerstagabend in der ausverkauften Merkur-Arena im 67. Mühlenkreisderby bot, fühlte sich für den bislang nicht gerade erfolgsverwöhnten Aufsteiger tatsächlich sehr gut an. „Wir haben sogar ein bisschen getanzt“, erzählte Ante Kaleb mit einem Lächeln. Der erste Heimsieg der Saison, noch dazu im Prestigeduell, lockerte im Lager der „Roten“ aber nicht nur die Gesichtsmuskulatur. „Wir haben auch ein, zwei Bierchen getrunken, dann aber waren wir endgültig kaputt“, erzählt Kaleb. „Wir haben sogar ein bisschen getanzt und ein, zwei Bierchen getrunken“ Beim Nachbarn in Minden war man gestern noch damit beschäftigt, die Scherben zusammenzufegen. „Wir waren der Sache mental nicht gewachsen“, gab Trainer Frank Carstens ohne Umschweife zu. Warum seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit des Derbys regelrecht blockierte, blieb ihm aber auch am Tag danach ein Rätsel: „Fakt ist, dass wir zuvor sehr stabil aufgetreten sind, doch das haben wir diesmal nicht hinbekommen.“ Ein Grund, warum die Schere nach dem 11:11-Halbzeitstand in der zweiten Halbzeit zwischen TuS und GWD derart auseinanderging, heißt Joel Birlehm und stand in der vergangenen Saison noch in Minden unter Vertrag. Das Plus der Paraden war deutlich. Während Birlehm nicht weniger als 20 Paraden emotional ausgelassen und mit dem Lübbecker Publikum feierte, kamen auf Mindener Seite der im ersten Durchgang noch gute Espen Christensen und Kim Sonne-Hansen zusammen auf gerade Mal acht abgewehrte Würfe. „Das ist ein Riesen-Unterschied und nur schwer zu kompensieren“, räumte Mindens Coach Frank Carstens hinterher ein. Auch von einem Fehlwurf Svitlicas mitten ins Gesicht ließ sich Joel Birlehm nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Ausgerechnet der Ex-GWDler schloss anschließend den Lübbecker Kasten regelrecht ab und machte das auch gestenreich deutlich. Nun aber heißt es beim TuS N-Lübbecke die letzten Reserven zusammenzukratzen. Das letzte Spiel des Jahres am 27. Dezember führt den Drittletzten der Tabelle zum Rekordmeister nach Kiel. „Da brauchen wir über die Favoritenrolle nicht zu reden“, betont Lübbeckes Trainer Aaron Ziercke, der von 1990 bis 1993 selbst schon einmal für die „Zebras“ unterwegs war. „Mit dem Derby gegen Minden ist noch nicht alles abgehakt. Ich hoffe, wir bekommen noch einmal eine ordentliche Leistung zusammen.“

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