Vielsagend: Während sich Joel Birlehm und Aaron Ziercke freuen, kommt Mindens Kapitän Dalibor Doder zum Gratulieren. - © Oliver Krato
Vielsagend: Während sich Joel Birlehm und Aaron Ziercke freuen, kommt Mindens Kapitän Dalibor Doder zum Gratulieren. | © Oliver Krato

Birlehm und Gierak weisen den Weg zum Derbysieg

Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke landet einen 29:22-Sieg gegen GWD Minden und verlässt nach einer überragenden Vorstellung den letzten Tabellenplatz

Rainer Placke

Die Feierlichkeiten begannen schon kurz vor Spielschluss. Die überglücklichen Spieler des Handball-Bundesligisten TuS N-Lübbecke klatschten sich auf der Bank ab, denn der 24. Sieg in der „Mutter aller Derbys" gegen den Nachbarn GWD Minden war ihnen nicht mehr zu nehmen. Als die Partie abgepfiffen wurde, hatte der Aufsteiger nicht nur hochverdient mit 29:22 gewonnen, sondern auch den ersten Heimsieg der aktuellen Saison gelandet und außerdem den letzten Platz verlassen – schöner hätte der Derbyabend aus Lübbecker Sicht nicht verlaufen können. „Da hat ein echtes Team auf dem Parkett gestanden" „In Derbys werden ja immer Helden geboren. Bei uns gab es einige davon: zum einen Joel Birlehm, dann Moritz Schade, und vor allem Lukasz Gierak. Doch unter dem Strich finde ich, dass die gesamte Mannschaft ein Derbyheld ist. Ich bin einfach nur wahnsinnig stolz auf dieses Team", sprudelte es aus Lübbeckes Trainer Aaron Ziercke nur so heraus. Seinem Gegenüber Frank Carstens blieb nach der Partie nur die faire Gratulation zu „einem verdienten Lübbecker Sieg". „Ich bin natürlich sehr enttäuscht, denn wir haben in der zweiten Hälfte fast alles vermissen lassen", meinte ein sichtlich geknickter Carstens. Auf der Seite des Gewinners blickte man ausschließlich in strahlende Gesichter. Joel Birlehm, der mit seinen 21 Paraden die Mindener Werfer schier verzweifeln ließ, war von der „sensationellen Atmosphäre total begeistert, die Halle hat uns förmlich getragen". Über seine eigene Vorstellung wollte er „am liebsten gar nichts sagen, das sollen andere beurteilen". Birlehm wollte viel lieber über die Mannschaftsleistung etwas sagen. „Wir haben von der ersten Minute an sensationell verteidigt, einer hat dem anderen geholfen. Und vorne haben wir es durchgezogen und getroffen – vor allem Lukasz Gierak. Aber unter dem Strich gibt es auch nur zwei Punkte für so einen überragenden Auftritt – aber die sind extrem wichtig für uns im Kampf um den Klassenerhalt ", brachte es der Lübbecker Schlussmann auf den Punkt. Lukasz Gierak, der mit acht sehenswerten Treffern bester Werfer des Derbyabends war, konnte sich nach dem Schlusspfiff vor Glückwünschen nach seinem Galaauftritt kaum retten. „Ich bin überglücklich über unsere Leistung. Da hat ein echtes Team auf dem Parkett gestanden. Es hat unglaublichen Spaß gemacht, vor so einer Kulisse so ein wichtiges Spiel zu gewinnen", lautete Gieraks Kommentar. Der TuS N-Lübbecke, der in der ersten Hälfte beim 10:9 erstmals in Führung gegangen war, steigerte sich nach dem Seitenwechsel geradezu in einen Rausch, dem die Mindener nichts entgegenzusetzen hatten. Vom 12:12 setzte sich die Ziercke-Truppe auf 17:12 (37.) ab, anschließend ließ das wie aufgedreht wirkende Team nichts mehr anbrennen. 19:13, 23:16 und 25:19 lauteten die weiteren Stationen auf dem Weg zum ungefährdeten Derbysieg. „Man hat gesehen, welche Qualität wir besitzen, wenn alle füreinander da sind und bis zum Umfallen kämpfen. Das muss die Grundlage auf dem Weg zum Klassenerhalt sein", ordnete Linksaußen Jens Bechtloff das Spiel ganz realistisch sein. „Wir haben nicht nur uns, sondern auch den Fans ein tolles Weihnachtsgeschenk gemacht. Die Unterstützung war sagenhaft", so Aaron Zierckes Schlusswort.

realisiert durch evolver group