Ratlos: Jens Bechtloff zeigte eine gute Leistung. Das reichte aber gegen einen abgezockten TBV Lemgo nicht. - © Oliver Krato
Ratlos: Jens Bechtloff zeigte eine gute Leistung. Das reichte aber gegen einen abgezockten TBV Lemgo nicht. | © Oliver Krato

Lübbecke TuS N-Lübbecke beißt sich hinein und verliert das Derby doch

Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke verliert spannendes OWL-Derby gegen den TBV Lemgo in der Schlussphase. Knackpunkt sind unter anderem zwei Zeitstrafen

Rainer Placke

Lübbecke. Jens Bechtloff war sichtlich genervt. „Fast jedes Mal stehe ich hier nach dem Spiel und versuche zu erklären, warum wir nicht gepunktet haben. Es haben wieder ein paar Kleinigkeiten gefehlt. Aber man muss auch anerkennen, dass der TBV Lemgo die bessere Qualität in seinen Reihen hat", fasste der Linksaußen des Handball-Bundesligisten TuS N-Lübbecke nach der 22:24 (10:13)-Heimniederlage im OWL-Derby gegen den TBV Lemgo seine Empfindungen zusammen. „Wenn wir den Klassenerhalt schaffen wollen, müssen wir solche Spiele einfach mal gewinnen – in der nächsten Woche wird es gegen GWD Minden ähnlich eng zugehen", blickte Bechtloff schnell weiter. "Wir haben uns selbst geschwächt" Auch Bechtloffs Trainer Aaron Ziercke war nach der dramatischen Partie angefressen. „Das ist ein sehr ärgerlicher Ausgang. Wir haben viel probiert, um ins Spiel zu finden – waren aber zu Beginn oft den Schritt zu spät. Lemgo ist sehr stabil und gefestigt", so Ziercke. „Doch meine Mannschaft hat nicht aufgesteckt und ist zurückgekommen, hat beim 18:17 sogar geführt. Dann kippt es wieder. Knackpunkt war vielleicht die Zeitstrafe gegen Peter Tatai wegen Meckerns, da haben wir uns selbst geschwächt", ergänzte Ziercke, für den am heutigen Freitag die Vorbereitung auf das nächste Derby am kommenden Donnerstag gegen GWD Minden beginnt. In der entscheidenden Phase der gestrigen Begegnung machte der TuS N-Lübbecke einen 13:17-Rückstand (38.) wett und schaffte bis zur 47. Minute das 18:17 durch Lukasz Gierak. Anschließend ging es spannend bis zum 20:20 (50., wieder durch Gierak) weiter, ehe sich bei den Hausherren einige Nachlässigkeiten einschlichen. In Unterzahl auf die Verliererstraße gekommen Lukasz Gierak kassierte eine Zeitstrafe nach einem Foul an Isaias Guardiola (51.), den fälligen Siebenmeter verwandelte Patrick Zieker per Heber zum 20:21. Dann hielt TBV-Schlussmann Peter Johannesson einen Versuch von Jo Gerrit Genz, Tim Horne erhöhte auf 20:22. Als Tim Remer ein am Kreis Bechtloff-Zuspiel nicht unter Kontrolle bekam, antwortete Lemgo mit dem 20:23 durch Patrick Zieker (53.). Anschließend scheiterte Jens Bechtloff an Peter Johannesson. Schlussmann Peter Tatai meckerte beim nächsten Lemgoer Angriff so lange, bis er eine Zeitstrafe erhielt (54.) – das nutzte erneut Zieker per Siebenmeter (55.) zur Entscheidung. Zwar konnten Jens Bechtloff (56.) und Jo Gerrit Genz (59.) noch auf 22:24 verkürzen, doch das kam zu spät – Lukas Zerbe machte mit dem 22:25 endgültig den Deckel drauf. „Wir haben unter dem Strich verdient gewonnen, weil wir in der entscheidenden Phase wieder den kühleren Kopf bewahrt haben, nachdem wir zuvor unseren Vorsprung weggegeben hatten", freute sich Lemgos Rückraumspieler Tim Suton, der an ehemaliger Wirkungsstätte ein starkes Spiel ablieferte und sieben Treffer erzielte. „Unser Sieg ist verdient, aber der TuS N-Lübbecke hat uns alles abgefordert. Tim Suton hat ein Klassespiel gezeigt", ergänzte ein sichtlich zufriedener TBV-Trainer Florian Kehrmann, der mit seinem Tam nun schon 17 Punkte auf dem Habenkonto eingefahren hat. Dagegen bleibt der TuS N-Lübbecke mit sechs mageren Zählern weiterhin Tabellenletzter – in der „Mutter aller Derbys" am kommenden Donnerstag gegen den Nachbarn GWD Minden ist deshalb ein Lübbecker Heimsieg fast schon Pflicht.

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