Kellerduell: Die Gehlenbecker Thorben Reinermann, Niklas Schäfer (r.) und Trainer Christian Kemenah (l.) wollen in Hille gewinnen. - © Gerth
Kellerduell: Die Gehlenbecker Thorben Reinermann, Niklas Schäfer (r.) und Trainer Christian Kemenah (l.) wollen in Hille gewinnen. | © Gerth

Lübbecke Noch zwei Gelegenheiten für Geschenke

Handball: Der TuS Nettelstedt II und die HSG Hüllhorst hatten in der Verbandsliga Negativerlebnisse zu verarbeiten. In der Landesliga muss das heimische Duo drei Abstiegsplätze im Blick behalten

Andreas Gerth

Die HSG Hüllhorst kämpft in der Verbandsliga um den Klassenerhalt, für den TuS Nettelstedt II gab es zuletzt einen empfindlichen Dämpfer im Aufstiegsrennen, und in der Landesliga stehen sowohl der TuS SW Wehe als auch der TuS Gehlenbeck mit negativem Punktekonto da – sportlich besinnliche Weihnachten sehen sicherlich anders aus. Doch der Endspurt in diesem Jahr bietet den höherklassigen Handball-Teams des Altkreises Lübbecke immerhin noch jeweils zwei Gelegenheiten, um sich Geschenke in Form von Punktgewinnen unter den Baum zu legen. SELBSTKRITISCH Die Leistung beim 19:21 in eigener Halle gegen den TSV Hahlen hat die Stimmung beim TuS Nettelstedt II leiden lassen. „Doch mittlerweile haben wir das Spiel aufgearbeitet. Und die Jungs sind in der Analyse sehr selbstkritisch mit sich umgegangen“, berichtet Sebastian Redeker, der den enttäuschenden Auftritt damit als erledigt ansieht. „Es wird keine hängenden Köpfe geben. Mit 13:7 Punkten ist die Hinrunde für uns als Aufsteiger ja noch immer sehr erfolgreich. Außerdem habe ich immer gesagt, dass unsere jungen Spieler Fehler machen dürfen. Jetzt heißt es Mund abwischen und weitermachen.“ ZWEI SPITZENSPIEL Vor Weihnachten haben die Redeker-Mannen jetzt noch zwei Spiele vor der Brust, die es in sich haben – und zeigen werden, ob sie weiter in der Spitzengruppe der Liga mitmischen können. Am kommenden Samstag geht es zum Tabellenvierten TSG Harsewinkel, der mit 12:6 Zählern nach Minuspunkten sogar besser dasteht als die Nettelstedter, und am 16. Dezember stellt sich dann mit Lit Tribe Germania II der noch immer ungeschlagene Tabellenführer an der Husener Straße vor. FÜNF MAL AUSWÄRTS Kurios ist der Spielplan der HSG Hüllhorst. Der Tabellenelfte (6:12 Punkte) hat vor der Weihnachtspause bei der Spvg. Steinhagen (Sonntag) und zum Kellerduell beim TV Verl (Fr. 15. Dezember) anzutreten, im neuen Jahr geht es dann mit drei weiteren Auswärtsspielen in Bergkamen (13. Jan.), Nettelstedt (20. Jan.) und bei der HSG Spradow (27. Jan.) weiter. „Trotzdem müssen wir punkten“, unterstreicht Lars Halstenberg. Auf die andere Serie zum Saisonabschluss mit vier Heimspielen in Folge (das letzte übrigens am 12. Mai gegen Nettelstedt II) will sich der HSG-Coach im Rennen um einen Verbandsligaplatz nämlich nicht verlassen will. SCHWERE SAISON Die Spielpause hat Halstenberg zu einer AIDA-Tour zu den Kanaren genutzt, um die Akkus aufzuladen, nun geht es für ihn darum, mit der Mannschaft der HSG Hüllhorst den sicheren Hafen zu erreichen. „Für uns ist es die erwartet schwere Saison. Dass es in der Tabelle unten sehr eng zugehen wird und wir mit dabei sein werden, war uns von Anfang an bewusst“, betont Lars Halstenberg. Er und sein von etlichen Ausfällen geplagtes Team lechzen das neue Jahr mit den dann möglichen Comebacks von Tim Blomenkamp, Niklas Röthemeier und Lukas Heidenreich herbei. Für das Spiel am Sonntag in Steinhagen kehrt immerhin Marcel Kleffmann ins Team zurück. WARNUNG FÜR WEHE Bei 8:6 Punkten sah die Welt für den TuS SW Wehe in der Landesliga recht angenehm aus, zwei Niederlagen später müssen sich die Schwarz-Weißen in der Tabelle erst einmal nach unten orientieren. „Wir wollten mit der Abstiegszone nichts zu tun bekommen, doch jetzt müssen wir aufpassen, nicht unten rein zu rutschen“, warnt Herbert Maaß. Wehes Trainer möchte deshalb, „dass wir unser Glück in die eigene Hand nehmen.“ Am besten schon am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen den TuS Brake (Anwurf 16 Uhr). HEUTE TRAININGSSPIEL Für heute Abend hat Maaß ein Trainingsspiel gegen den Verbandsligisten HSG Hüllhorst (mit dem ehemaligen Weher Julian Hodde) geplant, um nach der Pause wieder Spielpraxis zu bekommen – und vielleicht auch ein Stück Wettkampfhärte, um dann am Sonntag gegen den Tabellendritten aus Brake für etwas Zählbares in Frage zu kommen. „Wir haben ein sehr gutes Heimpublikum und sind zu Hause stärker. Deshalb bin ich überzeugt davon, dass wir am Sonntag punkten können“, meint Herbert Maaß. DREI ABSTIEGSPLÄTZE Drei Abstiegsplätze sind in dieser Saison in der Handball-Landesliga vorgesehen. „Das bedeutet, dass wir mindestens noch eine weitere Mannschaft hinter uns lassen müssen“, weiß Christian Kemenah. Er und seine Gehlenbecker rangieren mit 6:12 Punkten auf dem drittletzten Platz – umso wichtiger ist für den Aufsteiger die Bedeutung des nächsten Spiels am Samstag beim sieglosen Schlusslicht TV Hille. „Wenn wir den Anschluss an das Tabellenmittelfeld herstellen wollen, müssen wir gewinnen“, so Kemenahs unmissverständliche Vorgabe. RAUS AUS DEN KÖPFEN Doch mit einer Leistung wie zuletzt beim 16:28 in Brake werde auch in Hille nichts zu holen sein, ergänzt der Gehlenbecker Trainer: „Das war ein Blackout am Totensonntag. Wir hatten eine Fehlerquote, mit der es unmöglich ist, ein Handballspiel zu gewinnen. Das war grottenschlecht, muss jetzt aber raus aus den Köpfen.“ Kemenah werde auch in dieser Woche wegen Schiedsrichterfortbildungen, Spätdiensten und nun auch Weihnachtsfeiern nicht alle Spieler im Training haben. „Das zieht sich leider wie ein roter Faden durch die Saison. Doch das darf uns mit Blick auf das Spiel in Hille ebenso wenig beeinflussen, wie die Frage, in welcher Besetzung der Gegner antritt. In so einem Spiel, zählen nur die Punkte“, betont Kemenah.

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