Jonas Bartsch - © Stefan Pollex
Jonas Bartsch | © Stefan Pollex

Hüllhorst Über Schnute bricht ein Sturm herein

Handball-Verbandsliga: Der Torhüter der HSG Hüllhorst muss sich nach dem dramatischen 28:26-Sieg gegen die HSG Porta aus einem Knäuel jubelnder Spieler befreien. „Joker“ Paul Reichelt trifft in doppelter Unterzahl

Am Ende gab es kein Halten mehr: Über Jan-Philip Schnute brach ein Sturm herein. „Ich kam einfach nicht mehr schnell genug weg“, lachte der Torhüter der HSG Hüllhorst, nachdem er sich aus dem Knäuel der feiernden Spieler, die ihn unter sich begruben, befreit hatte. Kurz zuvor hatte Schnute zwei Siebenmeter pariert, als die Gastgeber im Kellerduell der Handball-Verbandsliga schon mit dem Rücken zur Wand standen. So waren es nach dem 28:26 (14:15) die Gäste von der HSG Porta Westfalica, die eine Schnute zogen. „Das Videostudium vor dem Spiel hat sich offenbar gelohnt“, grinste Schnute, der in der dramatischen Schlussphase beim Stand von 25:26 (57.) die Siebenmeter gegen Marten Kollmeier und beim 27:26 (59.) auch gegen Jan Christoph Hohlfeld abwehrte. Endgültig das Prädikat Matchwinner aufgedrückt bekam Hüllhorsts Torhüter dann 20 Sekunden vor Spielende, als er aus dem Tor eilte und einen Gegenstoßpass der Gäste zum möglichen Ausgleich abfing. So kamen die glücklichen Gastgeber durch ihren besten Torschützen Jonas Bartsch (9/2) in der Schlusssekunde noch zum 28:26-Endstand. Auf den überflüssig gewordenen Sitzplätzen hielt es die begeistert mitgehenden Hüllhorster Zuschauer zu diesem Zeitpunkt längst schon nicht mehr. „Ich habe es noch gar nicht richtig realisiert. Ich glaube, das kommt erst noch. Was ich aber weiß, ist, dass wir noch feiern werden“, grinste Schnute, der sich in der ersten Halbzeit mit einem erfolgreichen Weitwurf auch unter die Torschützen gemischt hatte und ein Sonderlob von Trainer Lars Halstenberg einstecken durfte. „Welche Qualität Jan-Philip im Tor besitzt, wissen wir alle. Er hat ein gutes und am Ende ein verdammt starkes Spiel gemacht.“ Vergessen waren zu diesem Zeitpunkt die Umstände und auch Unzulänglichkeiten im Hüllhorster Spiel. Mit Lukas Heidenreich (Schulter) musste ein weiterer Rückraumspieler passen, dafür durfte Lutz Klasen aus der zweiten Mannschaft von Beginn an ran. Julian Hodde lief krankheitsbedingt geschwächt auf, steuerte aber fünf wichtige Treffer bei. Dafür sprangen andere in die Bresche. Zum Beispiel der ackernde Lukas Budde in der Abwehr, die sich in der zweiten Halbzeit steigerte. Oder Jonas Bartsch, dessen neun Tore Hüllhorst im Spiel hielten, als Porta beim 8:11 (20.), 10:14 (25.), 20:22 (43.) und 24:26 drauf und dran war, die Partie zu entscheiden. Und natürlich Paul Reichelt, der 56 Minuten auf der Bank hockte, ehe er aus der kalten Schulter heraus den Ball zum ungeheuer wichtigen 26:26 (58.) in den Giebel schraubte – in doppelter Unterzahl übrigens, da die Gastgeber allein im zweiten Durchgang sieben Zeitstrafen auch wegen Meckerns kassierten. „Ich habe keinen freien Mitspieler gesehen, da habe ich es einfach mal probiert“, so Reichelt mit einem Augenzwinkern. „Wir wollten irgendwie gewinnen, und das haben wir hinbekommen“, fasste Kapitän Christopher Kreft nach dem nicht schönen, aber erfolgreichen Kraftakt zusammen. Für sein Team sieht die Welt in der Verbandsliga nach zuvor vier Niederlagen in Folge nun mit 6:8 Punkten wieder angenehmer aus. Bereits am Freitag in Harsewinkel geht es für die Hüllhorster weiter. Punktlos am Tabellenende bleibt die HSG Porta. Die kam in der 51. Spielminute durch Tim Held zum 24:26 – und verabschiedete sich danach aus der Torstatistik. HSG Hüllhorst: Schnute (1), Laroche; Meyer, Reichelt (1), Kleffmann (2), Tiemann (1), Bartsch (9/2), Budde (1), L. Klasen (1), S. Heidenreich (1), Kreft (6/1), Hodde (5).

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