Tolle Stimmung: Die Hüllhorster D-Mädchen unterstützten im Spitzenspiel die erste Frauenmannschaft und bedankten sich anschließend beim Publikum. - © Foto: Rainer Placke
Tolle Stimmung: Die Hüllhorster D-Mädchen unterstützten im Spitzenspiel die erste Frauenmannschaft und bedankten sich anschließend beim Publikum. | © Foto: Rainer Placke

Lübbecke Jan Schröder wird gebraucht

Rainer Placke

Lübbecke. Der Saisonstart mit 6:2 Punkten war sehr gelungen, inzwischen herrscht allerdings ein wenig Tristesse. Handball-Verbandsligist HSG Hüllhorst läuft der guten Verfassung der ersten Partien hinterher und hat vier der letzten fünf Pflichtspiele verloren. KOLLEKTIV GEFORDERT Mit dieser Entwicklung ist Trainer Lars Halstenberg natürlich überhaupt nicht einverstanden. "Ich weiß, dass ich mich immer wieder wiederhole. Die HSG Hüllhorst funktioniert nur im Kollektiv. Wir müssen in jeder einzelnen Trainingseinheit im Kollektiv arbeiten, um Automatismen immer wieder einzuüben und uns zu entwickeln. Das war in den vergangenen Wochen aus den verschiedensten Gründen nicht möglich - und man sieht es an den Ergebnissen", sagt Halstenberg, der kein Horror-Szenario entwerfen möchte, aber rechtzeitig auf die negative Entwicklung hinweist. Und deshalb setzt er daraf, dass in dieser Woche das HSG-Kollektiv im Training das einübt, was am Samstagabend umgesetzt werden soll. SCHWANKUNGEN Am vergangenen Sonntag war die Leistung bei der 20:27-Niederlage in Rödinghausen nicht wirklich schlecht, doch letztlich fehlte es an vielen Kleinigkeiten, um für etwas Zählbares in Frage zu kommen. "Unter dem Strich haben wir zu hoch verloren, doch das nutzt ja auch nichts. In den Phasen, in denen wir uns wieder herankämpfen konnten, haben wir zu viele Körner verloren", glaubt Halstenberg, der wie schon in einigen Spielen zuvor zu viele Schwankungen innerhalb seines Teams beobachten konnte. LAROCHE WIEDER DABEI Christian Laroche, gegen den TuS Möllbergen mit einem Kopftreffer außer Gefecht gesetzter Torhüter, feierte in Rödinghausen sein Comeback. "Das war sehr gelungen, er hat einige Bälle entschärfen können", freute sich Halstenberg über den Wiedereinstand seines Fängers. Ebenfalls dabei war auch Kapitän Christopher Kreft, der allerdings nur vorne eingesetzt werden konnte. In der Abwehr erschien ein dauerhafter Einsatz des am linken Handgelenks verletzten Kreisläufers angesichts der ständigen Zwei- und Positionskämpfe als zu gefährlich. Gleichwohl wird Kreft am kommenden Samstag im richtungsweisenden Heimspiel gegen Lit Tribe Germania II vor allem als Organisator der Hüllhorster Defensive benötigt. Zu allem Überfluss verletzte sich in Rödinghausen auch noch Mittelmann Tim Blomenkamp am Knie. DAS PROGRAMM Mit dem Heimspiel gegen die punktgleiche Oberligareserve (beide Teams weisen 8:10 Zähler auf) am kommenden Samstag wird das Hüllhorster Restprogramm des Jahres eingeläutet. Angesichts der dann noch folgenden Auswärtsbegegnungen beim TV Verl (Samstag, 10. Dezember) und beim TSV Hahlen (Freitag, 16. Dezember) sind die Hüllhorster gegen die Lit-Reserve fast schon zum Siegen verdammt, um nicht noch weiter an die abstiegsgefährdeten Ränge zu rutschen. Beginn der Partie ist um 19.15 Uhr. SCHRÖDER FEHLT Ohne Jan Schröder musste der TuS Nettelstedt II mit dem 30:30 bei der SG Bünde-Dünne seinen ersten Punktverlust der Saison hinnehmen. Trainer Michael Jankowski hofft natürlich darauf, nun wieder auf den Dreh- und Angelpunkt seiner Mannschaft zurückgreifen zu können. "Wenn uns Jan nicht immer zur Verfügung steht, müssen wir ein anderes Saisonziel herausgeben. Mit ihm spielen wir garantiert um den Titel, ohne ihn wird es schwer, den Aufstieg in die Verbandsliga zu schaffen", sagt Jankowski, der unter der Woche in einem Sondierungsgespräch die grundsätzliche Richtung in der Personalie Schröder sowie die Ausrichtung der zweiten Nettelstedter Mannschaft herausbekommen wollte. "Für Jan freue ich mich total, dass er für seine Trainingsleistungen bei Aaron Ziercke belohnt worden ist. Doch in erster Linie sollte er an seine Berufsausbildung denken. Die hat nach wie vor absolute Priorität", sagt Jankowski. Vor allem in der Abwehr merkte man Schröders Fehlen. "Mit ihm hätten wir keinen Punkt abgegeben, da bin ich mir total sicher", betont Jankowski, in dessen Firma Schröder eine Ausbildung absolviert. NOCH DREI SPIELE Sollte er in den kommenden Wochen häufiger den 14. Platz im Kader des Zweitligisten TuS N-Lübbecke einnehmen, könnten damit die Aufstiegsambitionen des TuS Nettelstedt II gefährdet werden. Drei Begegnungen stehen für den Landesliga-Tabellenführer in diesem Jahr noch auf dem Programm: am kommenden Samstag ein Heimspiel gegen HT SF Senne, am 10. Dezember das schwere Auswärtsspiel beim TuS Lahde-Quetzen und am 17. Dezember ein Heimspiel gegen den TV Hille. "Wir haben uns vorgenommen, sechs Punkte aus diesen Begegnungen zu holen", sagt Jankowski, der selbstverständlich auch weiter denkt. NEUE HOCHRECHNUNG "Durch unseren Punktverlust in Bünde müssen wir im Rückspiel beim Verfolger TuS Brake einen Punkt holen", sagt Jankowski, der den Tabellenzweiten nach wie vor für den ernsthaftesten Konkurrenten im Kampf um den Titel hält. Und die Chancen das zu schaffen erhöhen sich selbstverständlich dadurch, dass Jan Schröder gerade in diesen wichtigen Partien zur Verfügung steht. Den ersten Vergleich gegen den TuS Brake gewann der TuS Nettelstedt II zum Saisonauftakt, im Januar folgt das wohl vorentscheidende Rückspiel bei der von Max Rittersberger trainierten Mannschaft. "Brake spielt total konstant und hat seit der Niederklage bei uns alle Spiele gewinnen können. Gerade in diesem Spiel brauchen wir Jan Schröder", weiß Michael Jankowski um die Bedeutung seines Rückraumspielers und Abwehrchefs. GEHLENBECKER LAUF In der Bezirksliga setzte der TuS Gehlenbeck mit dem deutlichen Derbysieg gegen die HSG Hüllhorst II seinen positiven Lauf fort und festigte die Tabellenführung. Trainer Christian Kemenah freute sich vor allen Dingen über die gute Einstellung seiner Spieler, die es in diesem Jahr offensichtlich schaffen, den sonst schon einmal bei Erfolg aufkommenden Schlendrian auszublenden. Am kommenden Samstag steht für den ungeschlagenen Tabellenführer mit der Partie bei der HSG Espelkamp/Fabbenstedt das nächste Derby auf dem Terminplan - alles andere als ein weiterer Sieg der Kemenah-Truppe beim Vorletzten wäre eine riesige Überraschung. Doch der Spitzenreiter hat inzwischen so viel Selbstvertrauen in die eigene Stärke entwickelt, dass auch diese Aufgabe gelöst werden kann. WICHTIGE UMSTELLUNG Ausgelassene Stimmung herrschte am vergangenen Samstag in der Hüllhorster Sporthalle, wo die Verbandsliga-Frauen den bisherigen Spitzenreiter HSG EURo bezwangen und selbst die Tabellenführung übernehmen konnten. "Man hat gesehen, wozu die Mannschaft fähig ist, auch wenn beim Gegner drei Rückraumspielerinnen gefehlt haben. Das hat sich in den vergangenen Wochen wirklich gut entwickelt", freute sich Christian Wiechert über den weitgehend konzentrierten Auftritt. Vor allem seine Umstellung nach dem Seitenwechsel, Janina Hülsmeier im linken Rückraum agieren zu lassen und Susann Grüning auf der Mitte zu bringen, war von entscheidender Bedeutung. Für Christian Wiechert wird es in den kommenden Partien (am Sonntag geht es zu Eintracht Oberlübbe) interessant zu beobachten sein, "wie wir uns jetzt in der Rolle des Favoriten verkaufen". TOLLE UNTERSTÜTZUNG Für die lautstarke Unterstützung der HSG-Frauen sorgten dabei die Hüllhorster D-Mädchen, die im Anschluss an die Partie ihre Weihnachtsfeier mit einem Pizzaessen zelebrierten. "Die Mädchen hätten auch zum Bundesligaspiel des TuS N-Lübbecke fahren können. Doch sie haben sich dafür entschieden, unser Spiel zu schauen und uns lautstark zu unterstützen. Hut ab und ein dickes Dankeschön von der Mannschaft", meinte die wieder einmal überragend auftrumpfende Entscheiderin Susann Grüning.

realisiert durch evolver group