Erster Torerfolg eines Bundesliga-Debütanten: Jan Schröder war zunächst mit einem Siebenmeter an Neuhausens Torhüter Magnus Becker gescheitert, den Nachwurf wusste der 22-Jährige mit der Nummer 22 dann aber trotz Bedrängnis zu nutzen - das I-Tüpfelchen beim souverän herausgespielten Heimsieg des TuS N-Lübbecke. - © Oliver Krato
Erster Torerfolg eines Bundesliga-Debütanten: Jan Schröder war zunächst mit einem Siebenmeter an Neuhausens Torhüter Magnus Becker gescheitert, den Nachwurf wusste der 22-Jährige mit der Nummer 22 dann aber trotz Bedrängnis zu nutzen - das I-Tüpfelchen beim souverän herausgespielten Heimsieg des TuS N-Lübbecke. | © Oliver Krato

Lübbecke Jan Schröder debütiert beim Heimsieg des TuS N-Lübbecke gegen den TV Neuhausen

Der 22-Jährige aus dem Landesligateam betritt kurz vor Schluss die große Bühne in der Merkur-Arena und garniert den 33:27-Heimsieg mit einem Torerfolg

Andreas Gerth

Lübbecke. Vor seiner Einwechslung gab es noch ein paar aufmunternde Worte von Teammanager Zlatko Feric, nach 56 Minuten und 58 Sekunden Spielzeit war es dann soweit: Jan Schröder, sonst mit Landesligist TuS Nettelstedt II in den Sporthallen in Stemmer und Unterlübbe unterwegs, betrat die große Bühne vor den 1400 Zuschauern in der Merkur-Arena. Und wie. Gleich mit seiner ersten Aktion holte der 22-Jährige einen Siebenmeter heraus, den er im Nachwurf verwandelte. Sein erster Torerfolg in der 2. Handball-Bundesliga und das I-Tüpfelchen beim 33:27 (16:13)-Sieg des TuS N-Lübbecke gegen den TV Neuhausen. Willkommen, Jan Schröder! "Zlatko Feric hat mir geraten, ruhig zu bleiben und das zu machen, was ich kann" "Zlatko Feric hat mir geraten, ruhig zu bleiben und das zu machen, was ich kann. Das habe ich versucht umzusetzen", berichtet ein dauergrinsender Jan Schröder nach dem Abpfiff. Da hat er schon die erste Umarmung von Mitspieler Rene Gruszka hinter sich und - ungewohnt, aber professionell - die ersten Autogramme geschrieben. Und auf dezenten Hinweis von Feric geht es für den Bundesligadebütanten dann auch noch in den Mannschaftskreis zum Tänzchen vor den Fans. Spätestens jetzt ist Jan Schröder mittendrin statt nur dabei. "Optimal gelaufen", hatte nach dem siebten Sieg im siebten Heimspiel auch Trainer Aaron Ziercke gut lachen. "Das war vielleicht das beste, auf jeden Fall aber das unterhaltsamste Heimspiel der Saison. Das hat man an der Reaktion der Zuschauer gemerkt." Die sahen und feierten einen in der zweiten Halbzeit souverän herausgespielten und mit einigen sehenswerten Torerfolgen garnierten elften Saisonsieg, der die Lübbecker mit nun 23:5 Punkten als Tabellenzweiter in den Dezember gehen lässt. "Das war ein schöner Abend für uns Außenspieler. Diesmal waren Ramon und ich die Glücklichen", freute sich der siebenfache Torschütze Tim Remer stellvertretend für eine am Samstag gut funktionierende Mannschaft. "Optimal gelaufen" passte als Stichwort aber auch auf Jan Schröder. "Natürlich habe ich noch darauf gehofft, ins Spiel zu kommen. Wie es dann gelaufen ist mit dem Siebenmeter und dem Drumherum nach dem Spiel, ist einfach schön", versuchte der 22-Jährige im Trubel um seine Person ein paar Worte zu finden. Zu den ersten Gratulanten gehörte Christian Hucke. Auch für den Verantwortlichen des Stammvereins TuS Nettelstedt sowie der Nachwuchsabteilung JSG NSM-Nettelstedt war das Mitwirken Jan Schröders im Profiteam eine nicht alltägliche Situation. "Das ist genau das, was man sich als Verein wünscht. Und es zeigt, dass wir mit unserer Arbeit im Hintergrund auf einem guten Weg sind", betont Christian Hucke. Trainer Aaron Ziercke hatte Schröder eine Woche mittrainieren lassen. "Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr gerne mit jungen Leuten arbeite. Der Weg zu uns ist offen, auch für andere talentierte Spieler. Trotzdem ist es nicht so, dass wir den 14. Platz im Kader verschenken. Den hat sich Jan im Training erarbeiten müssen." Ziercke hätte den wurfstarken Rechtshänder gerne schon früher als Ergänzungsspieler mitgenommen, da allerdings musste der beruflich eingebundene und beim Trainer der zweiten Mannschaft, Michael Jankowski, angestellte Schröder noch passen. "Vielleicht kann ich jetzt daran anknüpfen", hofft der 22-Jährige. Zlatko Feric, der zuvor Schröder in einem Landesligaspiel beobachtet hatte, freut sich über die Entwicklung des Jankowski-Schützlings. "Er hat es toll gemacht, er ist aber nicht der 14. Spieler den wir verpflichten wollen", schränkt der Teammanager des TuS N-Lübbecke ein. Für den Moment sei es für alle Beteiligten eine Lösung, die Sinn macht. Aaron Ziercke macht seinem neuen Spieler jedenfalls Mut: "Er darf sich jetzt nicht ausruhen und muss dranbleiben. Und auch, wenn wir den 14. Spieler verpflichten, heißt das nicht, dass wir Jan aus dem Blickfeld verlieren."

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