Deutscher Meister: Die westfälische Mannschaft mit Heinz Koschel (Mitte). - © Privat
Deutscher Meister: Die westfälische Mannschaft mit Heinz Koschel (Mitte). | © Privat

Lübbecke Ein Lübbecker Senior erringt die Deutsche Meisterschaft

Kunstturnen: Heinz Koschel gewinnt mit der Männermannschaft des Westfälischen Turnerbundes den Titel in der Klasse M 60 im Geräteturnen und setzt sich gegen das favorisierte Sachsen durch

Lübbecke. Die Männermannschaft des Westfälischen Turnerbundes (WTB) holte sich bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften der Mannschaften der Landesverbände (Deutschlandpokal) in Dortmund nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Wettkampf in der Klasse M60 gegen den Sächsischen Turnverband den Sieg und ist damit Deutscher Mannschaftsmeister im Gerätturnen in dieser Altersklasse. Mit dabei Heinz Koschel, der Seniorturner des TuS Lübbecke, der seit acht Jahren in der Mannschaft des WTB turnt u Beim seit 2009 eingeführten "Deutschlandpokal" des DTB geht es um die offizielle Deutsche Meisterschaft der Mannschaften der Landesverbände. Für den Westfälischen Turnerbund (WTB) hält der Lübbecker Senior die Westfalen als Mannschaft zusammen und turnt selbst noch als 72-Jähriger in der Mannschaft der M60 aktiv an allen vier Geräten mit. Da insgesamt acht Mannschaften antraten, war der Traum des Lübbeckers, erneut einmal auf dem Treppchen zu landen, durchaus möglich aber nur durch eine starke Leistung gegen die übermächtigen Sachsen zu erreichen. Und gleich am ersten Gerät, dem Sprung, waren die Voraussetzungen ungünstig, denn Fritz Breer- immerhin Deutscher Meister - fiel aufgrund einer Schulterverletzung aus; also musste Koschel einspringen. Er entschied sich für eine Hocke, obwohl die im Vergleich zum Überschlag mit 1,o Punkten weniger im Ausgangswert bonifiziert wird. Dennoch turnte die Sachsenriege mit 32,50 ein gutes Geräteergebnis. Dann die Westfalen: die erste Hocke von Ferdi Borghoff wurde mit 9,80 zwar gut bewertet, war aber im vergleich zu den Sachsen zu wenig. Dann als Zweiter der Lübbecker TuS-Turner: für eine technisch gut ausgeführte Hocke erhielt Koschel sehr gute 10,30 Punkte (von 11,0) und legte damit den Grundstein für den Sieg an diesem Gerät und damit vermutlich auch für den späteren Gesamtsieg. Denn Sieblitz (11,10) und Roth (11,50) sprangen sehr gute Überschläge und sicherten den unerwarteten Gerätesieg mit 32,90 Punkten. Mit dem guten Gefühl, den Favoriten schlagen zu können, wurde an den Barren gewechselt. Und auch hier konnte der Lübbecker Senior mit einer guten 10,55 Punkte-Wertung erneut den Grundstein legen für ein sehr gutes Geräteergebnis mit 34,45 Punkten. Sichtlich überrascht von der westfälischen Stärke turnte die Sachsenriege doch etwas nervös und erreichte nur 34,15 Punkte. So wechselte man hoffnungsvoll zum nächsten Gerät, dem Reck, und hier bekamen die Westfalen die ganze Härte eines Kampfgerichts zu spüren, das einseitig auf Seiten des Gegners stand. Dieses Gerät ging also verloren. Aus dem knappen Vorsprung war plötzlich ein Rückstand geworden. Aber nun zeigte sich die doch gute Moral und die Geschlossenheit der WTB-Mannschaft; mit einem enormen Siegeswillen wechselte man zum letzten Gerät, dem Boden, wo wiederum die Westfalen beginnen mussten. So setzte der Lübbecker Senior wieder auf technisch einwandfreie Ausführung und auf Risiko: nur die drei Asse sollten stechen. Er selbst setzte sich auf Position 4 und wollte nur im Notfall (Verletzung o.ä.) einspringen. Mit Breer (11,75), Sieblitz (12,00) und Roth (12,20) und sehr guten 35,95 Punkten legten alle drei Westfalen ein Superergebnis vor. Die Sachsen konterten zwar, doch am Ende hatte sich Westfalen mit 134,70:134,15 Punkten durchgesetzt. Der Jubel bei der westfälischen Mannschaft und Heinz Koschel waren anschließend riesig.

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