Viele Zweikämpfe bestritten: Ante Kaleb (l.) gegen Hamms Linksaußen Joscha Ritterbach. - © Stefan Pollex
Viele Zweikämpfe bestritten: Ante Kaleb (l.) gegen Hamms Linksaußen Joscha Ritterbach. | © Stefan Pollex

Lübbecke TuS N-Lübbecke gewinnt 27:26 gegen ASV Hamm-Westfalen

Trainer Aaron Ziercke sieht seinen Matchplan nicht eingehalten

Rainer Placke

Lübbecke. Erfolgsserie fortgesetzt, den vierten Heimsieg im vierten Heimspiel sowie den fünften doppelten Punktgewinn in Folge gelandet und mit nunmehr 14:2 Punkten den zweiten Platz gefestigt - es gäbe genügend Gründe zufrieden zu sein. Doch Aaron Ziercke, Trainer des Handball-Zweitligisten TuS N-Lübbecke, war nach dem 27:26 (11:12) gegen den ASV Hamm-Westfalen verärgert. "Man macht sich als Trainer vor einem Spiel viele Gedanken und entwickelt einen Matchplan. Den hat meine Mannschaft aber nicht gut umgesetzt. Man hat deutlich gesehen, dass einige Spielern bei uns noch sehr viel lernen müssen", meinte der angefressen wirkende 44-Jährige nach der Begegnung. "Man hat deutlich gesehen, dass wir noch ganz viel Arbeit vor uns haben" Zuvor hatte sich der TuS N-Lübbecke ungemein schwer getan, die unbequeme Hammer Mannschaft zu besiegen. "Ich nehme viel Positives trotz der Niederlage mit. Wir sind nach Rückständen immer wieder zurückgekommen und sind jederzeit unbequem geblieben", freute sich Hamms Trainer Niels Pfannenschmidt. Der TuS N-Lübbecke verlagerte sein Angriffssiel fast ausschließlich in die Mitte, führte zu viele Zweikämpfe und vernachlässigte das eigentlich geplante Spiel über die Außenpositionen - so wurde es der engagiert auftretenden Gästeabwehr relativ leicht gemacht, die Partie offen zu gestalten. Lukasz Gierak, vor einer Woche in Wilhelmshaven noch zehnfacher Torschütze, hatte einen ganz schwachen Tag erwischt, rannte sich immer wieder fest und erlaubte sich zu viele Fehler. Da auch Kenji Hövels schwächelte, kam überhaupt kein Spielfluss auf. Nach der 9:5-Führung (19.) lehnten sich die Lübbecker zu sehr zurück, so dass sie mit einem 11:12-Rückstand in die pause gingen. Der zweite Abschnitt begann mit dem 11:13 der Hammer, ehe sich die Lübbecker steigern konnten. Die Abwehr arbeitete aggressiver, zudem lief es im Angriff (dort agierte Ante Kaleb auf der Mittelposition) ein wenig flüssiger. Überzeugend war der Auftritt dennoch nicht. Letztlich bedurfte es der Einwechslung von Kapitän Nikola Blazicko (er löste in der 47. Minute Peter Tatai beim Stande von 20:20 ab), der anschließend fünf wichtige Bälle parierte. Der zumindest in kämpferischer Hinsicht überzeugende TuS N-Lübbecke konnte sich anschließend über 22:20, 24:21 und 25:22 auf 27:23 (57.) absetzen, womit die Vorentscheidung gefallen war. Gleichwohl steckten die Hammer selbst zu diesem Zeitpunkt nicht auf und verkürzten noch auf 27:26. "Unter dem Strich haben wir einen glücklichen Sieg eingefahren. Man hat deutlich gesehen, dass wir noch ganz viel Arbeit vor uns haben", meinte Aaron Ziercke. Tim Remer, Schütze des 27:23, hakte den Erfolg ganz schnell ab. "Einen Schönheitspreis haben wir wahrlich nicht gewonnen, denn wir haben schwach gespielt. Aber die Hauptsache ist doch, überhaupt gewonnen zu haben", so Remer. "Es ist schön, im letzten Jahr meiner Karriere so weit vorne zu stehen. Ich glaube aber, dass es wichtig wäre, noch einen guten Spieler zu verpflichten, der uns helfen kann", ergänzte Nikola Blazicko.

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