Absprung: Birte Gartemann vom TSV Oerlinghausen (l.) setzt zum Wurf an. Gegen den Königsborner SV ist Gartemann mit zehn Treffern die Toptorschützin der Bergzicken. - © Henrik Martinschledde
Absprung: Birte Gartemann vom TSV Oerlinghausen (l.) setzt zum Wurf an. Gegen den Königsborner SV ist Gartemann mit zehn Treffern die Toptorschützin der Bergzicken. | © Henrik Martinschledde

Oerlinghausen Oerlinghauser Bergzicken verlieren gegen Königsborner SV

TSV Oerlinghausen bietet dem Königsborner SV über die gesamte Spielzeit Paroli und muss am Ende dennoch in eine unglückliche Pleite einwilligen

Astrid Plaßhenrich

Oerlinghausen. Es ist eine dramatische Schlussphase. Und sie nimmt kein gutes Ende für die Oberliga-Handballerinnen des TSV Oerlinghausen. Beim Königsborner SV kassieren die Bergzicken eine ärgerliche, noch dazu unglückliche 28:29 (12:13)-Niederlage. "Ein Unentschieden wäre auf jeden Fall gerecht gewesen", sagt Oerlinghausens Trainer Frank Dreier. Es laufen die letzten 40 Sekunden. Königsborns Ricarda Köppel zieht ab, der Ball bahnt sich seinen Weg an die Unterkante der Latte und springt von dort aus ins Tor. Das war der Siegtreffer. Frank Dreier setzt alles auf eine Karte, nimmt eine Auszeit und schickt eine siebte Feldspielerin auf die Platte. Doch der letzte Angriff verpufft. Damit steht die neunte Saisonniederlage fest. »Spielerisch haben wir uns gesteigert und auch die Einstellung passte.« "Es ist unglaublich. Wenn man unten drin steht, hat man auch noch Pech", erklärt Dreier und schüttelt den Kopf. Die Bergzicken kommen gut in die Partie und gehen durch Malin Lindholm in Führung. Die Abwehr steht sicher und auch die Chancenauswertung war zufriedenstellend. "Wir haben uns spielerisch im Vergleich zur Partie gegen Coesfeld klar gesteigert", erklärt der Bergzicken-Trainer, "und auch die Einstellung passte." Nach 23 Minuten führt der TSV mit 12:10. Die Oerlinghauserinnen können den Vorsprung aber nicht in die Pause retten. Die Bergzicken fallen in der Phase in alte Muster zurück, suchen zu schnell den Abschluss und verzetteln sich in Eins-gegen-eins-Situationen. Statt die Führung auszubauen, gleicht Königsborn erst aus und geht dann mit dem Ertönen der Halbzeitsirene noch mit 13:12 in Front. Nach dem Wechsel setzen sich die Gastgeberinnen in der Kreisporthalle in Unna zunächst immer wieder auf zwei Tore ab (14:12, 15:13, 16:14, 17:15). "Aber wir haben zu keinem Zeitpunkt aufgegeben und uns immer wieder herangekämpft", sagt Frank Dreier. Beim Stand von 18:18 erhält Oerlinghausen eine Zeitstrafe. Königsborn nutzt das zur Drei-Tore-Führung aus (21:18, 41. Min.). Die Bergzicken lassen aber auch jetzt nicht mehr locker und gleichen erneut zum 22:22 (47.) aus. In der 51. Minute gehen die Oerlinghauserinnen erstmals wieder seit dem 12:10 in Führung. Aber auch jetzt kann der TSV den 24:23-Vorsprung nicht halten. Königsborn kontert und zieht auf 26:24 davon (55.). Auch diesen Rückstand egalisieren die Bergzicken bis zwei Minuten vor Spielende zum 28:28. Dann brechen jedoch die letzten 40 Sekunden an und das Schicksal nimmt seinen Lauf. "Die Niederlage ist total ärgerlich und auch unverdient. Es war eine Partie auf Augenhöhe", erklärt Frank Dreier. TSV Oerlinghausen: Lena Rosenbusch/Maria Guse - Jana Stark, Franziska Kehne (2), Kim Heiderstädt (1), Birte Gartemann (10), Pauline Schenkemeier, Sandrin Hess (2), Tabea Heitkamp (2), Ina Heiderstädt, Mandy Herok, Sarah Klemme (6), Malin Lindholm (5).

realisiert durch evolver group