Stark trotz Krankheit: Helpups Marina Getzschmann (r.) powerte sich gegen Schraudenbach voll aus. Gegen Kettig wurde die TuS-Spielerin dann geschont. - © Voss
Stark trotz Krankheit: Helpups Marina Getzschmann (r.) powerte sich gegen Schraudenbach voll aus. Gegen Kettig wurde die TuS-Spielerin dann geschont. | © Voss

Oerlinghausen Korbball-Bundesliga: Helpup spielt sich in einen Rausch

Die TuS feiert gegen den TuS Kettig einen unglaublichen Kantersieg

Astrid Plaßhenrich

Oerlinghausen. Nein, das hatte Tanja Nedderhoff bisher noch nicht erlebt. Die Trainerin der Bundesliga-Korbballerinnen der TuS Helpup musste zweimal auf die Anzeigetafel in der Sporthalle in Neuwied schauen. Soeben hatten ihre Helpuperinnen den Aufsteiger TuS Kettig mit 25:2 (11:2) aus der Halle gefegt. „Das waren schon ein sehr deutlicher Klassenunterschied", erklärt Nedderhoff. Zuvor hatte die TuS den bislang ungeschlagenen SV Schraudenbach geschlagen. Die Westlipper fertigten den Spitzenreiter mit 7:5 (3:3) ab. Es waren zwei völlig verschiedene Partien. Die Helpuperinnen mussten sich gegen die „Schraudis" voll verausgaben. Das Match gegen den Liganeuling aus Rheinland-Pfalz glich dagegen einem Spaziergang. Durch die zwei Siege verteidigen die Westlipperinnen den dritten Tabellenplatz, der für die Qualifikation für die Endrunde der Deutschen Meisterschaft ausreicht. Tanja Nedderhoff war stolz. Ihre Schützlinge zeigten gegen Schraudenbach eine reife Leistung. Nicht zu vergessen: Eine Woche zuvor verlor die TuS gegen den Tabellenzweiten TSV Bergrheinfeld mit 2:14. „Wir haben die Nerven bewahrt. Der Auftritt gegen Schraudenbach war eine super Reaktion auf die Niederlage. Unsere Erfahrung zahlt sich immer mehr aus", erklärt der TuS-Coach. Die Helpuperinnen hatten im Training viel und spezifisch im taktischen Bereich gearbeitet, bestimmte Abwehr- und Angriffsszenarien geübt. Auch das war ein Schlüssel zu dem Sieg gegen den favorisierten SV. „Wir wussten das Schraudenbach mit sehr viel Tempo ihre Spiele angeht, gleichzeitig aber auch, dass sie nicht über die Konstanz verfügen wie Bergrheinfeld", sagt Nedderhoff. Es entwickelte sich ein enges Spiel auf Augenhöhe, in dem die Westlipperinnen nie in Hektik verfielen. Janina Hörmann brachte die TuS in Front. Nach dem 1:2 glich Britta Krull. Lisa Katlun brachte Helpup mit 3:2 in Führung. Schraudenbach gelang noch vor der Pause der Ausgleich. Im zweiten Durchgang bewies Helpup den längeren Atem und gewann durch Körbe von Krull (2), Hörmann und Katlun. Nedderhoff: „Wir hatten zum richtigen Zeitpunkt die passenden Antworten parat." Beachtlich: Die Juniorenspielerin Lena Kramer gab in der zwölften Minute dieser wichtigen Partie ihr Debüt in der Bundesliga. „Lena ist ein Super-Talent, extrem schnell. Sie hat in der Abwehr ordentlich abgeräumt", erklärt die TuS-Trainerin. Gegen Kettig spielten sich die Helpuperinnen in einen Rausch. Zwar konnte der Aufsteiger bis zum 2:2 mithalten, dann aber drehte der amtierende deutsche Meister auf. Lea Marie Gaffron (1), Lena Kramer (5), Miriam Ertel (2), Lisa Katlun (3), Sarah Berkenkamp (2), Janina Hörmann (4), Britta Krull (3) und Larissa Kolodzig (5) trafen zu dem Kantersieg. „Der Klassenunterschied ist ungefähr so groß, als wenn Oberliga-Handballerinnen gegen einen Kreisligisten spielen würden. Die Kettiger Spielerinnen sind zwar schnell und sportlich, aber es fehlt an der taktischen Ausbildung", berichtet Tanja Nedderhoff. Erfreulich: Larissa Kolodzig feierte nach einer Bänderverletzung in der Schulter ihr Comeback.

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