Erleichterung pur: Der HC 71 Steinheim hat sich so eben noch retten können. Durch den Auswärtssieg in Leopoldshöhe sicherten sich die Steinheimer doch noch den Klassenerhalt in der Bezirksliga. Foto: Jonas Gröne - © Jonas Gröne
Erleichterung pur: Der HC 71 Steinheim hat sich so eben noch retten können. Durch den Auswärtssieg in Leopoldshöhe sicherten sich die Steinheimer doch noch den Klassenerhalt in der Bezirksliga. Foto: Jonas Gröne | © Jonas Gröne

HC Steinheim hält die Klasse

Handball: Bezirksligist Steinheim feiert am letzten Spieltag gegen den TuS Leopoldshöhe einen deutlichen 35:19-Auswärtssieg. Trainer Harke will Kaderplanung abwarten

Jonas Gröne

Steinheim. Als ein absolutes Endspiel bezeichnete HC-Trainer Jörg Harke das Spiel gegen Leopoldshöhe. In Topbesetzung siegte der Bezirksligist aus Steinheim am Ende deutlich mit 35:19 und feierte somit doch noch den Klassenerhalt. Eigentlich schienen die Steinheimer schon abgeschlagen als Tabellenschlusslicht der Bezirksliga. Vor vier Wochen hatten die Emmerstädter noch drei Punkte Rückstand auf den rettenden 13. Tabellenplatz. Dann gab es einen enorm wichtigen Sieg in Blomberg und der direkte Konkurrent aus Leopoldshöhe konnte gegen Schlangen nicht antreten. Jetzt trafen beide Teams am letzten Spieltag aufeinander. Vor der Partie gab es eine Schweigeminute für einen vom TuS erst kürzlich verstorbenen Spieler. „Das ist eine traurige Geschichte. Wir kannten ihn auch“, sagt Steinheims Trainer Jörg Harke. Den hochkonzentrierten Steinheimern war schon vor Spielbeginn anzumerken, dass diese Partie das Spiel der Saison werden würde. „Wir wollten hier seriös spielen. Ich wusste, dass wir das gewinnen werden“, zeigte sich Harke siegessicher. Tatsächlich schien der Steinheimer Auswärtssieg zum Klassenerhalt zu keiner Zeit gefährdet. Die Steinheimer traten mit einer 14-köpfigen Truppe an, für die unter anderem Daniel Nunne und Thorsten Waltemate aufliefen. Ebenfalls wieder mit dabei waren Florian Günther und Timo Brändel. Die Steinheimer legten auch früh los: Marvin Goedeke traf zum 1:0, während Torhüter Rösler im Gegenstoß der Gastgeber sicher parierte. »Wir haben uns nicht beeindrucken lassen. Die Deckung hat gepasst“« Offensiv ließen die mit einem Bus angereisten Emmerstädter fast nichts liegen. Nach acht Minuten führte der Gast komfortabel mit 9:4. Immer wieder kombinierten sich die Steinheimer erfolgreich durch die Mitte. Individuelle Fehler nagten dann zunehmend an der Steinheimer Führung. In der Deckung kam van der Heyden einen Schritt zu spät (6:9). Der Gastgeber lag wieder auf Schlagdistanz. Doch mit dem personellen Aufgebot der Steinheimer konnten die dünnbesetzten Gäste auf Dauer nicht mithalten. Zur Halbzeit lagen die Gäste mit 18:13 in Front. Im zweiten Durchgang setzte Harke dann auf Waltemate und Nunne, die mit neuen Kräften das Spiel weiter antrieben. Die Wechsel fügten sich problemlos ins Steinheimer Spiel ein. „Ich glaube, dass mir eine ganz gute Mischung gelungen ist“, zeigt sich Harke mit seiner Aufstellung zufrieden. Mit einer gewissen Lockerheit chippte Waltemate das Spielgerät auf den außen freistehenden Biskup, der zum hochverdienten 22:14 traf. Die Gegner haderten in der Offensive mit fehlender Präzision im Abschluss – eine Folge des Steinheimer Stellungsspiels. „Wir haben uns nicht beeindrucken lassen. Die Deckung hat gepasst“, meint Harke. Die 10-Tore-Führung zur 43. Spielminute ließen sich die Emmerstädter nicht mehr nehmen. Goedeke und Biskup festigten mit den letzten Treffern den 35:19-Auswärtssieg. Der zuletzt krisengebeutelte HC Steinheim spielt in der nächsten Saison wieder Bezirksliga. Jetzt stehen Personalfragen an. „Wenn wir ein schlagkräftiges Team zusammenstellen und vernünftig Training machen können, kann ich mir das vorstellen. Viele sagen, dass der Markt längst abgegrast sei. Es gibt aber noch Leute, die wir weiterentwickeln können und die brauchen wir“, hält sich Harke noch mit einer eindeutigen Zusage zurück. Es komme auf die Kaderplanung an, meint Harke. Dass Steinheims Trainer bereits drei Vereinen eine Absage erteilt hat, kann als ein stilles Bekenntnis zum HC 71‘ gelesen werden. Eine Liga höher geht es für Tim Brockmann, den es zum Landesligisten nach Detmold zieht. HC Steinheim: Tor Rösler, Mogge, Schröder, Brändel (3), van der Heyden (3), Waltemate (1), Kröger (1), M. Nunne (4), Franzke (3), Günther (8), Gödeke (7), D. Nunne (2), Ratanski (1), Biskup (2).

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