Erfurt/Höxter Kerstin Drewes holt zwei Titel und knackt einen Rekord

Leichtathletik: Die Höxteranerin wird über 400 Meter und in der Staffel Deutsche Meisterin

Erfurt/Höxter (um). Kerstin Drewes gehörte zum Favoritenkreis bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Senioren in Erfurt. Und die sprintstarke Höxteranerin im Dress des LC Paderborn bestätigte ihre Rolle eindrucksvoll gleich in drei Disziplinen. Über ihre Paradestrecke 400 Meter holte sie die Goldmedaille und über die 200 Meter gab es Silber. Die Krönung war der Sieg mit der Staffel über viermal 200 Meter, bei dem die vier Sprinterinnen noch einen neuen deutschen Rekord aufstellten. "Es ist alles so gelaufen, wie ich es mir erhofft hatte", ist die 46-jährige Kerstin Drewes rundum zufrieden mit ihrem Abschneiden in der Erfurter Halle. Dass es kein Dreifachtriumph werden würde, hatte die Höxteranerin schon vermutet. "Über 200 Meter war Heike Martin klar favorisiert, sie wird in Chemnitz vom Bundestrainer trainiert", erklärt sie. In 26,92 Sekunden wurde Drewes somit Zweite hinter der Siegerin aus Chemnitz (26,57 Sek.). Die Drittplatzierte Silke Roos-Kiefer (27,16 Sek.) konnte Kerstin Drewes hinter sich lassen. Über ihre Lieblingsdisziplin, die 400 Meter, sahen alle anderen Teilnehmerinnen nur die Spikes von Drewes. In guten 61,51 Sekunden gewann sie ganz souverän den Titel bei der W45. Die Silbermedaillengewinnerin Andrea Ellinger aus Essen (62,33 Sek.) distanzierte sie deutlich. "Ich hätte gedacht, dass es knapper wird. Ich hätte gerne auch den deutschen Rekord von 60,7 Sekunden angegriffen, aber es hat nicht gereicht. Draußen liegen mir die 400 Meter mehr", so Drewes, die gut trainiert in die Meisterschaft ging. Mit drei Einheiten in der Woche startete sie die Vorbereitung und steigerte sich auf bis zu fünf Einheiten - einmal die Woche in Paderborn, der Rest in Höxter. Auch bei minus acht Grad spurtete sie in der Weserkampfbahn. Das zahlte sich auch bei der Staffel aus. Als Schlussläuferin überholte sie noch eine Kontrahentin in der Kurve und beendete die viermal 200 Meter zusammen mit ihren Teamkolleginnen vom LC Paderborn mit einem neuen deutschen Rekord in dieser Altersklasse (1:53,05 Min.). Dabei musste Drewes, um den Titel in der W40 zu holen, die andere Läuferin gar nicht mehr besiegen. "Das war die Schlussläuferin der W35-Staffel, die sind nur bei uns mitgelaufen", erklärt sie. Der Vorsprung auf die Staffeln ihrer Altersklasse war nämlich enorm. Die Staffel der SF Neukieritzsch kam als Zweiter über sieben Sekunden später ins Ziel. "Das ist für mich ein Vorteil, dass noch jemand auf Augenhöhe mitläuft. Zudem haben die Wechsel super geklappt. Den Rekord hatten wir schon einmal aufgestellt, er wurde uns aber wieder abgenommen. Daher war es unser Ziel, ihn noch einmal zu unterbieten", freut sich Drewes zusammen mit Jutta Bergener, Sabine Arns und Michaela Zwiener. Für die Höxteranerin ist die Hallen-Saison nun beendet, obwohl noch die Europameisterschaft in Madrid ansteht. "Dafür hatte ich mich nicht gemeldet. Hätte ich aber gewusst, dass ich so gut drauf bin, hätte ich mich doch darum gekümmert", ärgert sie sich ein bisschen und nennt schon die nächsten Ziele der Freiluft-Saison: Die Deutsche Meisterschaft und die Weltmeisterschaft im September in Malaga.

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