Kreis Höxter/Münster Goldene Schleife für Anna von Kanne

Reitsport: Springequipe des Kreises Höxter platziert sich im Mittelfeld beim Westfalentag. Die Dressurmannschaft muss verletzungsbedingt die Teilnahme absagen. Von Kanne beeindruckt in Münster

Saskia Söhngen

Kreis Höxter/Münster. Der Westfalentag beim großen K+K-Cup in Münster sorgte am Mittwoch erneut für großen und beeindruckenden Reitsport. Im Springen und in der Dressur kämpften die Teams aus ganz Westfalen um die begehrten Schleifen in der Halle des Münsterlandes. Eine goldene Schleife ergatterte sich die Steinheimerin Ann-Cathrine von Kanne mit einer sensationellen Performance. Auf ihrer 13-jährigen Stute Funny Fashion zeigte sie im Teamspringen allen anderen wie es geht. Und dabei hatte sie kurz vor Startschuss noch eine ganz andere Vision. Als erste Starterin wollte sie dem Team mit einer guten Nullrunde Sicherheit geben und wollte daher auch kein Risiko eingehen. "Als erster Starter ist es dein Job eine erste gute Leistung abzuliefern und nicht so viel zu riskieren", erklärt die Reiterin des RV Steinheim die Vorgehensweise. »Funny hat nur Gymnastikarbeit gemacht« Doch es kam anders. Mit flotten Galoppsprüngen durchquerte das Duo vom Gut Breitenhaupt den Parcours und landete in 54,09 Sekunden fehlerfrei im Ziel. "Funny war in bestechender Form. Ich habe schon auf dem Abreiteplatz gemerkt, dass sie gut drauf ist, weil sie von alleine Tempo gab. Normalerweise muss man sie deutlich mehr treiben", beschreibt von Kanne das Gefühl auf ihrer Stute kurz vor dem Start. Doch mit einem solchen Ergebnis hatte im Vorhinein keiner gerechnet. Die Zeit der Steinheimerin war für das hochkarätige Starterfeld eine große Herausforderung und alle versuchten vergeblich die Zeit zu knacken. "Wir hatten wirklich keine gute Vorbereitung. Ich war über Weihnachten im Urlaub und konnte seit Beginn der Hallensaison im Herbst in keiner großen Halle mehr trainieren. Funny hat nur Gymnastikarbeit gemacht", so die Reiterin zu ihrer Vorbereitung. Üblicherweise ist eine intensive Vorbereitung von Reiter und Pferd bei diesem schwierigen M**-Springen ein Muss. "Möglicherweise hat sich mein Pferd einfach riesig gefreut, dass sie endlich mal wieder in einer großen Halle springen darf", lacht von Kanne. Am Ende konnte nur ein Warendorfer Reiter die Zeit schlagen. Aufgrund des großen Starterfeldes mit über 65 Reitern wurde in zwei Abteilungen platziert. Damit konnte von Kanne die zweite Abteilung gewinnen und setzte ein weiteres Ausrufezeichen in ihrer Karriere. "Es gibt nichts Schöneres, als mit einem solchen Sieg in das Jahr 2018 zu starten", freut sich die sympathische Reiterin über das Ergebnis. Sie qualifizierte sich mit dieser Leistung für die mittlere Tour, S**-Springen, am Wochenende, welche sie jedoch aufgrund des Trainingsrückstandes nicht antreten wird. Für den Rest der Mannschaft verlief das Mannschaftsspringen nicht ganz so erfolgreich wie bei Ann-Cathrine von Kanne. Der Brakeler Eike Heise hatte als zweiter Starter viel Pech. Sein Wallach Loxley sprang nicht so befreit wie noch im letzten Jahr und so kassierte das Duo vier Fehler. Ganz ärgerlich verlief das Springen bei Katharina Albersmeier. Mit dem neunjährigen Clinaro kassierte sie direkt am ersten Hindernis einen Fehler. "Das war sehr schade. Die Beiden haben sich danach wirklich blendend präsentiert und den restlichen Parcours einwandfrei absolviert", erklärt der Teamchef Michael Rüther-Rohde. Als letzter Starter wurde dann auch Markus Friedel für sein hohes Risiko nicht belohnt. Mit dem flinken Aaron ist er bekannt für schnelle fehlerfreie Runden. In Münster wurde er vom Teamchef aufgrund dieser Konstanz bewusst an die letzte Position gesetzt. Doch es sollte nicht sein. Mit 51 Sekunden war er zwar einer der schnellsten, musste allerdings zwei Fehler hinnehmen. "Es war klar, dass wir für das Finale der Top fünf einen fehlerfreien schnellen Ritt benötigten. Das hat Markus versucht, kam aber leider an zwei Sprünge etwas zu dicht. Das ist das Risiko", erklärte Rüther-Rohde die Taktik. Das Team platzierte sich damit am Ende auf dem neunten Platz im Mittelfeld und ließ immerhin noch große Teams wie Dortmund hinter sich. "Alle haben gekämpft und wir waren wieder nicht weit vom Finale entfernt. Aber auch der neunte Platz ist für uns keine Schande. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel", resümiert der Teamchef. Vom Pech verfolgt war das Dressurteam des Kreises. Verletzungen bei den Pferden der Teilnehmer führte dazu, dass der Kreisreiterverband so kurzfristig keine Mannschaft mehr auf die Beine stellen konnte. "Natürlich ist es schade, dass die Pferde nun so kurzfristig nicht fit waren, aber die Gesundheit geht vor. Das kann dir im Reitsport immer passieren", erklärt Geschäftsführer Axel Konersmann.

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