Die HSV-Familie: (v. l.) Bernhard Peters, Direktor Sport, Dr. Dieter Gudel, Leiter Nachwuchs, Physiotherapeut Zachi Flore und U 17-Cheftrainer Trainer Pit Reimers arbeiten eng für den sportlichen Erfolg zusammen. - © Hermann Ludwig
Die HSV-Familie: (v. l.) Bernhard Peters, Direktor Sport, Dr. Dieter Gudel, Leiter Nachwuchs, Physiotherapeut Zachi Flore und U 17-Cheftrainer Trainer Pit Reimers arbeiten eng für den sportlichen Erfolg zusammen. | © Hermann Ludwig

Dringenberg/Hamburg Zachi Flore behandelt den HSV-Nachwuchs

Physiotherapeut aus Schmechten arbeitet im Nachwuchsleistungszentrum des Hamburger SV. Optimale Arbeitsbedingungen in dem 20-Millionen-Projekt

Hermann Ludwig

Dringenberg/Hamburg. "Zum Erfolg gibt es keinen Lift, wir müssen die Treppe benutzen", diesen Motivationsspruch hat der Dringenberger Fußballer Zacharias "Zachi" Flore an seinem Arbeitsplatz in der Nachwuchsakademie des Hamburger SV täglich vor Augen. Eine rasante Karriere als Physiotherapeut und Sportwissenschaftler hat der 27-Jährige hingelegt. Über die Stationen SV Dringenberg, Werder Bremen ist er jetzt beim Hamburger SV gelandet, wo er als Physiotherapeut die U17-Bundesligamannschaft betreut. Dabei freut sich der gebürtige Schmechtener über die exzellenten Arbeitsbedingungen in der neu errichteten Alexander-Otto-Akademie. Der Namensgeber Alexander Otto, ehemaliger Aufsichtsrat und überzeugter HSV-Fan, hat mit einer Zehn-Millionen-Euro Spende dazu beigetragen, dass dieses Campus-Projekt für 20-Millionen fertig gestellt werden konnte. Das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) soll die Basis für die weitere Entwicklung bilden. Mit der Beförderung des U17-Nationalspielers Jann-Fiete Arp, der im Internat des NLZ lebt, in den Bundesligakader ist der erste große Erfolg zu verzeichnen. "Für die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Spieler ist es optimal, dass unsere Leistungsmannschaften so nah wie möglich an den Profis dran sind", erläutert Bernhard Peters, Direktor Sport, der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die Nachwuchsabteilung des HSV in dieser Form ausgebaut wurde. "Bernhard Peters ist der große Motivator, der hier beim HSV viele positive Spuren hinterlassen hat", erklärt Zacharias Flore, der die konstruktive Zusammenarbeit im Campus schätzt. Im Nachwuchsleistungszentrum direkt am Volksparkstadion haben die Fußballer in dem Funktionsgebäude mit einer Gesamtgröße von 500 Quadratmetern optimale Bedingungen. Eine Aufwärmhalle, zwei Krafträume, Behandlungsräume und eine Leistungsdiagnostik, Kabinen, ein Entspannungsbecken sowie optimale Trainingsbedingungen auf den beiden Kunstrasenplätzen sind eine Investition in die Zukunft. "Wenn ich da an die physiotherapeutische Betreuung der 1. Seniorenmannschaft des Fußball-Bezirksligisten SV Dringenberg zurückdenke", meint Zacharias Flore schmunzelnd. Die Arbeit und seine Zeit als Fußballer des SVD in der Bezirksliga und Landesliga möchte der Schmechtener nicht missen, ein Teamfoto gehört zu seiner Wohnungsausstattung in einem Hamburger Vorort. Sporadisch spielt er auch in der Dringenberger Reserve. "Die HSV-Mannschaft ist jetzt meine Ersatzfamilie", meint der Dringenberger Zacharias "Zachi" Flore, der akribisch am sportlichen Erfolg seines Teams arbeitet. Dafür bildet er sich auch ständig weiter, um die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse in seine praktische Arbeit einzubauen. Dabei kann Flore auch schon in seinen jungen Jahren auf einen guten Erfahrungsschatz bauen. "Es war mich eine glückliche Fügung, dass ich für eine sportwissenschaftliche Untersuchung der Uni Paderborn zunächst bei Werder Bremen gelandet bin, eine weitere Forschungsaufgabe hat mich dann mit dem Hamburger SV in Kontakt gebracht", erklärt Flore. »Zachi Flore ist ein ganz wichtiger Faktor im Team, auf den ich mich absolut verlassen kann« In den Jahren 2015 und 2016 war der Sportwissenschaftler als Athletiktrainer beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV (U23, U12-14) tätig. Danach arbeitete er als Physiotherapeut im Medical Team des Fußball-Bundesligisten Hamburger Sportverein, seit diesem Jahr hat er die Arbeit beim U17-Bundesligateam übernommen. "Zachi Flore ist ein ganz wichtiger Faktor im Team, auf den ich mich als Cheftrainer absolut verlassen kann", stellt U17-Coach Pit Reimers heraus. "Wir hatten in dieser Spielzeit kaum Verletzte, das ist ein Verdienst des gesamten Teams im medizinischen und athletischen Bereich", ergänzt Reimers, der stets den Austausch mit dem Funktionsteam sucht. "Da hat Zachi mit seiner Fußballerfahrung einiges beizutragen", so Reimers, der die fußballerische Entwicklung seines U17-Teams auch in einen Bezug zum Bau des neuen Nachwuchsleistungszentrums setzt. "Das hat schon einen weiteren Schub gegeben", erklärt Reimers, der in der Ausbildung der jungen Fußballer auch Elemente anderer Sportarten einbaut. "Wir nutzen auch Life Kinetik, um die Handlungsschnelligkeit zu erhöhen", so Reimers, der mit dem vorletzten Saisonspiel gegen Union Berlin zufrieden war. "Der 5:0-Sieg war absolut verdient, die Torausbeute hätte durchaus noch höher sein können", bilanziert Reimers. Auch U17-Co-Trainer Vahid Hashemian, Fußballkennern noch wegen seiner enormen Sprungkraft und Kopfballstärke als "Hubschrauber" bekannt, lobt die professionelle Zusammenarbeit mit Zachi Flore. Riesig hat sich Flore gefreut, dass er kürzlich zu einem familiären Abendessen bei dem ehemaligen Profi, der für VfL Bochum, Hannover 96, Bayern München- und den HSV gespielt hat, eingeladen war. "Zachi hat viel Fußballerfahrung und ist fachlich absolut top", stellt der 41-jährige Fußballlehrer heraus, der im Training für die Abwehr und die Sechser zuständig ist, zudem zeichnet er auch für das Individualtraining im Kopfballspiel verantwortlich. "Die professionelle Einstellung ist wichtiger als Talent", meint der erfahrene Fußballtrainer mit Blick auf die Talententwicklung im Profifußball. Im aktuellen U17-Team sieht er einige Kandidaten für eine Profikarriere, planen könne man die aber nicht. Schnell kann es mit der angepeilten Karriere durch Verletzungen vorbei sein, das hat Zachi Flore bei einigen Talenten miterleben müssen. Eine professionelle Vorbereitung im Training und vor dem Spiel ist unabdingbar. Vor der Partie gegen Union Berlin gab es für die HSV-Junioren wie gewohnt eine Videoschulung und eine Ausarbeitung zum Gegner, dazu die Handlungsanweisungen für taktische Lösungen. "Der Plan ist aufgegangen", freute sich Zachi Flore nach dem 5:0-Erfolg, der zunächst den dritten Tabellenplatz in der Bundesliga festigte. Die 0:2-Niederlage gegen Wolfsburg im letzten Saisonspiel des Jahres ließ das Reimers-Team auf Platz vier abrutschen. In jedem Fall ist Bernhard Peters, Direktor Sport, mit der Gesamtentwicklung der Jugendabteilung sehr zufrieden. "Die Zusammenarbeit ist hervorragend, jeder weiß um seine Aufgabe und seine Verantwortung für den HSV", fasst der ehemalige Hockey-Nationaltrainer zusammen, der dabei die besondere Einsatzbereitschaft Flores herausstellt. Von der Behandlungsbank auf den Platz, mit dem Konzept arbeitet der U17-Physiotherapeut an der schnellen Genesung der Spieler nach Verletzungen. "Ich kann in der fußballspezifischen Bewegung dann erkennen, ob die Behandlung angeschlagen hat", sagt Zacharias Flore, der bei der Diagnose durch die Mediziner im Team optimale Unterstützung erfährt. Zudem arbeitet Flore selbst gerade ein Schema aus, das die Muskelverletzung und damit auch die folgende optimale Behandlung besser einordnen lässt. Die präzise Diagnose und eine individualisierte schrittweise Rehabilitation, das ist der Schwerpunkt in Flores Arbeit, bei der Mario Plesse aus Beverungen seinerzeit den Anstoß gab, sich beruflich in diese Richtung zu entwickeln. "Wie Mario möchte ich mich jetzt auch zum Olympischen Physiotherapeuten weiterbilden", geht Zacharias Flore die nächste Stufe an.

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