Erfolgreiches Trio: Markus Friedel (Mitte) gewinnt auf Arquitoo de Bamboo den Sparcassen-Cup 2017 vor Anncatrin Redder mit Carefree (links) und Ann-Cathrine von Kanne auf Con Pleasure (rechts). Es gratuliert Jens Härtel von der Sparkasse. Fotos: Saskia Söhngen||
Erfolgreiches Trio: Markus Friedel (Mitte) gewinnt auf Arquitoo de Bamboo den Sparcassen-Cup 2017 vor Anncatrin Redder mit Carefree (links) und Ann-Cathrine von Kanne auf Con Pleasure (rechts). Es gratuliert Jens Härtel von der Sparkasse. Fotos: Saskia Söhngen||

Brakel Friedel feiert Premierensieg

Reiten: Hallenturnier des RV Nethegau Brakel. Markus Friedel holt sich im packenden Stechen mit dem Schimmel Arquitoo de Bamboo die Trophäe des Sparkassen-Cups vor Redder und von Kanne

Saskia Söhngen

Brakel. Einer besser als der Andere: das Finale des Sparkassen-Cups sorgte traditionell für einen Höhepunkt am Samstagabend auf dem Herbstturnier des RV Nethegau Brakel. Das M-Springen war kaum an Spannung zu überbieten vor vollen Rängen. In den Qualifikationsspringen der Saison hatten die Teilnehmer zuvor Punkte gesammelt und sich für das beliebte Finale auf dem Herbstturnier qualifiziert. Genau so eng wie die Punkte vor dem Springen verteilt waren, zeichnete sich auch das Stechen ab. Anncatrin Redder führte mit 33 Punkten vor Klaus Drewes und Markus Friedel die Wertung an. Doch das tückische Finale hatte es mit dreifacher Punktevergabe noch einmal in sich und weckte in vielen Reitern den Siegeswillen. Zwölf Starterpaare, darunter auch die engsten Favoriten, erreichten mit einer fehlerfreien Runde das Stechen des Finalspringens. Schon bevor der erste Teilnehmer in die Bahn ritt, versprach Richter Hubert Uphus der vollen Tribüne ein spannendes und packendes Stechen. Damit hatte er nicht zu viel versprochen. Mit jedem Starterpaar wurden die Wendungen enger und die Ritte schneller. Mit Unterstützung des Publikums gelangen den Teilnehmern irrsinnige Runden. Anna-Maria Jakobs (RV Warburger Land) setzte mit dem achtjährigen Cato die erste Sensationszeit. Mit 37,24 Sekunden zeigte sie eine spitzen Runde mit engen Wendungen und legte damit eine kaum schlagbare Zeit hin. "Ich bin sehr zufrieden. Cato ist toll gesprungen und hat sich flüssig durch den Parcours reiten lassen", resümierte die Reiterin. Doch schon kurze Zeit später war die Führung auch schon wieder futsch. Der Lokalmatador Markus Friedel verzauberte das Heimpublikum auf dem Brakeler Eigengewächs der Familie Berendes. Der Schimmelwallach Arquito de Bamboo wuchs sichtlich über sich hinaus und überzeugte vor allem mit engen Wendungen. Wie auf dem Tellerrand gewendet kam er von der Kombination zum nächsten Steilsprung und galoppierte mit seinem Reiter und hohem Tempo über den letzten Zielsprung. Mit 37,02 Sekunden setzte das Brakeler Team damit eine erhebliche Marke. Doch es wurden noch weitere sechs hochkarätige Starterpaare erwartet. Darunter auch Anncatrin Redder mit Carefree. Die junge Amazone von der RSG Eggeland Alhausen präsentierte sich mit der ausdrucksstarken Stute ebenfalls hervorragend. »Ich habe mir keinen Schlachtplan für das Stechen überlegt« Das eingespielte Team kämpfte sich wacker über die gewaltigen Hindernisse und ließ sich auch von einem kleinen Stolperer vorm Schlusssprung nicht von einer fehlerfreien Runde abhalten. Doch mit 37,32 Sekunden fehlten ihr drei Zehntel für den Sieg, so dass sie sich auf Rang drei einsortierte. "Wir haben alles gegeben und ich bin stolz auf die Leistung von Carefree. Sie ist einfach nicht die Schnellste, weil sie so gewaltig nach oben springt. Dafür haben wir alles Mögliche rausgeholt. Leider hat uns der kleine Stolperer vor Schluss auch noch eine bessere Zeit gekostet", zeigte sich Redder zufrieden, trotz verpasster Chance auf den Gesamttitel. Auch nach ihr konnte keiner mehr eine Schippe drauflegen, so dass es einen Brakeler Heimsieg gab. Mit dem Sieg im Finale holte sich Friedel damit erstmals auch den Titel im Gesamtklassement und feierte somit Premiere vor dem Heimpublikum. "Besser hätte es nicht laufen können. Mit allen drei Pferden im Stechen und dann noch der Sieg mit einem doch noch jüngeren Pferd. Ich habe mir keinen Schlachtplan für das Stechen überlegt. Ich wollte einfach schnell reiten und Arquito hat klasse mitgemacht", freute sich der erfahrene Reiter über den Sieg mit einem Brakeler Pferd. Anncatrin Redder holte sich Silber vor Ann-Cathrine von Kanne und Con Pleasure. Die Steinheimerin hatte mit ihrer Nachwuchshoffnung zwar die schnellste Zeit geritten, hatte aber einen Fehler am vorletzten Sprung hinnehmen müssen. "In diesem Jahr haben wir ein besonders spannendes Stechen gesehen. Alle Teilnehmer lagen sehr nah beieinander und jeder hatte eine Chance auf den Sieg. Das zeigt auch die Stärke unserer heimischen Springreiter", freute sich Jens Härtel von der Sparkasse Höxter bei der Übergabe des Preises. Ebenfalls einen Brakeler Sieg konnte Hubertus Spieker erreichen. In der Springprüfung der Klasse L überzeugte er auf Conneticat und lies die Konkurrenz in 57,60 Sekunden hinter sich. Damit war er eine Sekunde schneller als die Zweitplatzierte Marie Rellensmann. Drei Starts und drei Platzierungen ergatterte sich Emma Benken von der RSG Eggeland Alhausen. Die junge Reiterin präsentierte sich mit ihren Pferden Donnerlottchen und Leonardo hervorragend. In der Dressurprüfung der Klasse A am Donnerstagabend zeigte sie auf Donnerlottchen eine gute Leistung im Viereck und musste sich mit einer Wertnote von 7,5 nur Erik Böddeker aus Schwaney geschlagen geben. Die goldene Schleife wurde es dann mit ihrem Pony im A**-Zeitspringen. Mit 44,48 Sekunden war sie flink unterwegs. Stilistisch schön zeigte sich Benken dann auf Leonardo im A-Stilspringen. Eine Wertnote von 7,8 reichte hier für den Bronzerang.

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