Brakel/Aachen RV Brakel schafft die Sensation

Voltigieren: Der RV Nethegau Brakel holt mit dem Juniorteam I Silber bei den Deutschen Meisterschaften in Aachen. Der zweiten Mannschaft gelingt mit Rang 13 ebenfalls eine faustdicke Überraschung

Saskia Söhngen

Brakel/Aachen. Der RV Nethegau Brakel hat Geschichte geschrieben. Auf den Deutschen Jugendmeisterschaften der Voltigierer in Aachen konnte der Verein um Anna und Elisabeth Brinkmann gleich zwei Mannschaften unter den 15 besten Teams Deutschlands platzieren. Mit dem Vizemeistertitel des Juniorteams I setzten sich die Brakeler die Krone auf. "Ich kann es kaum in Worte fassen, das ist einmalig. Wir hatten überhaupt nicht mit einem solchen Erfolg gerechnet. Für uns war es schon besonders, dass wir überhaupt hinfahren durften - und dann auch noch mit zwei Mannschaften", ist Trainerin Anna Brinkmann nach dem großen Erfolg noch von der Leistung ihrer Schützlinge gerührt. Damit gelang den Brakelern ein historischer Erfolg, denn zuvor gab es noch keinen Verein aus Westfalen, der zwei Teams auf einer deutschen Meisterschaft vorstellen durfte. »Es war ein Wunder, dass wir so überhaupt antreten konnten« In der Vorbereitungsphase standen die Sterne am Brakeler Himmel noch nicht so gut. Beim Training auf dem Holzpferd verletzte sich Stammmitglied Franziska Peitzmeier unglücklich das Knie und erlitt Innen- und Ausbandanrisse. Doch auch fürchterliche Schmerzen konnten die 18-jährige nicht davon abhalten bei ihrem letzten großen Wettkampf im Junioren-Bereich am Teamwettkampf teilzunehmen. Der Traum von einer letzten Medaille im Einzelvoltigieren hingegen war geplatzt. Damit war auch die Kreativität der Brakeler gefragt. Kurzfristig wurde die Kür verändert. Ohne Training reisten die Brakeler also nach Aachen. "Es war ein Wunder, dass wir so überhaupt antreten konnten. Aufgrund des fehlenden Trainings fehlte uns die letzte Sicherheit", beschreibt Brinkmann. Doch schon nach der ersten Pflichtprüfung waren die Brakeler im Wettkampf- und vor allem Angriffsmodus angekommen. Mit dem dritten Platz beendete das erste Team den ersten Tag und startete in den Kür-Durchgang. Hier lieferten sie trotz geminderter Schwierigkeit eine Wahnsinnsleistung ab und ergatterten den Silberrang. "Wir mussten viele Sprünge und imposante Abgänge von Franzi raus nehmen, aber unsere Kür ist dieses Jahr einfach so genial, dass es trotzdem noch fantastisch war", freut sich die Trainerin. Am Sonntag flossen dann die Freudentränen. Mit deutlichem Abstand gewann das Brakeler Team um Luke Sommerfeld, Katrin Schuchardt, Frieda Beermann, Milena Bruns, Franziska Peitzmeier und Finja Eyers den Vizemeistertitel und übertraf sich damit um Längen. "Unser Ziel war es, eine gute Leistung abzuliefern, an Medaillen haben wir vor allem nach der Vorbereitung nicht mehr gedacht", so die stolze Anna Brinkmann. Damit ließen die jungen Voltigiererinnen auch große Favoriten wie Ingelsberg und Mainz-Ebbersheim hinter sich. Für die noch größere Sensation sorgte das zweite Team der Brakeler. Auf Pferd Dachico und zum Thema "Passengers" wuchsen die jungen Teammitglieder über sich hinaus und platzierten sich auf Platz 13. "Es ist der Hammer, dass diese Mannschaft überhaupt nach Aachen reisen durfte und dann erreichen sie auch noch das Finale der Top 15 Mannschaften. Einfach überwältigend", freut sich Brinkmann über den 13. Platz von 24 angetretenen Mannschaften. "Hätte uns das jemand im Vorhinein gesagt, hätten wir es nicht geglaubt. Unser Ziel war es nicht letzter zu werden", so Brinkmann weiter. Dieses Ziel erfüllte die zweite Mannschaft mit dem Erreichen des Finales am Sonntag auf ganzer Linie. Mit viel Training vor allem auf mentaler Seite gelang es Hannah und Elsa Lötzke, Clara Beermann, Jannika Müller, Lea Höschen, Kim Elberg und Michelle Frank das Unfassbare wahr zu machen. Die ersten Freudentränen flossen schon nach der ersten Kür, als klar war, dass ein Start im Finale gesichert war. Die herausragende Leistung konnte das Team dann im Finale vor tobender Kulisse noch einmal mit einer fehlerfreien Performance bestätigten. Besonders beeindruckt waren die Brakeler von der imposanten Kulisse in Aachen. "Aachen ist für Voltigierer das absolute Highlight", erklärt Brinkmann. Begleitet und verpflegt wurden sie von vielen mitgereisten Familien und Freunden. "Ein Richter sagte zu mir, dass unser Fanclub auch eine Medaille verdient hätte", beschreibt Brinkmann die enorme Unterstützung.

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