Engagiert: Marcel Rehermann sucht noch Schiedsrichternachwuchs. - © Uwe Müller
Engagiert: Marcel Rehermann sucht noch Schiedsrichternachwuchs. | © Uwe Müller

Kreis Höxter Schiedsrichter werden gesucht

Fußball: Spiele bleiben unbesetzt, weil es zu wenig Schiedsrichter gibt

Kreis Höxter. Am Wochenende beginnt auf Kreisebene im Seniorenbereich die Saison. Die Frauen und die Junioren folgen Ende des Monats. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass jedes Wochenende Spiele, sowohl samstags bei den Junioren, als auch sonntags bei den Frauen und den Senioren ohne Schiedsrichteransetzung bleiben. "Wir haben derzeit 83 aktive Schiedsrichter. 71 Schiedsrichter für den Seniorenbereich und 12 Schiedsrichter, die ausschließlich im Juniorenbereich angesetzt werden können. Wenn wir die Mannschaftsmeldungen zu Grunde legen, müssten es 165 sein", berichtet Marcel Rehermann, Vorsitzender des Kreisschiedsrichter-Ausschuss. "Wir brauchen aber mindestens 110 bis 120 aktive Schiedsrichter, um problemlos die Spiele besetzen zu können", führt Rehermann weiter aus. Am Sonntag sind rund 65 Spiele mit Schiedsrichtern zu besetzen. 71 stehen auf dem Papier dafür zur Verfügung. Ohne freien Sonntag, ohne Urlaub, ohne Verletzung. "Schnell dürfte allen klar werden, dass eine komplette Besetzung der Spiele am Sonntag nicht möglich ist", erläutert Rehermann. Ebenso sieht es am Samstag aus. Bei jeweils zwei Staffeln im A- und B-Juniorenbereich sowohl drei im C-Junioren Bereich und zwei bei den B-Juniorinnen, stehen gut 35 Spiele an. "Einige Schiedsrichter sind am Wochenende doppelt und dreifach im Einsatz und kommen so auf 40 bis 60 pro Spiele pro Saison", rechnet Rehermann. "15 Spiele sind das Minimum, was ein Schiedsrichter pro Saison leiten muss. Wenn alle Schiedsrichter nur ihr Minimum erfüllen würden, könnten wir gerade mal 40 Prozent der Spiele ansetzen. Ich weiß das überdurchschnitte Engagement der Schiedsrichter sehr zu schätzen. Oft springen unsere Schiedsrichter auch kurzfristig ein, wenn der Anruf kommt. Allerdings dürfen wir den Bogen nicht überspannen. Auch jeder Schiedsrichter hat Beruf, Familie und andere Hobbys", so Marcel Rehermann. Als Schiedsrichter brauche man auch manchmal ein dickes Fell, denn in den letzten Jahren habe sich der verbale Umgang auf dem Sportplatz leider negativ verändert. So sei es immer schwieriger, Nachwuchs im Schiedsrichterwesen zu bekommen. "Ich kann die Situation sehr gut nachvollziehen. Warum soll sich ein Schiedsrichter verbal beschimpfen lassen? Die Zeit könnte der auch am Wochenende besser nutzen, um beispielsweise mit der Familie etwas zu unternehmen", kritisiert Rehermann manche Trainer, Betreuer und Zuschauer. "Manchmal wäre ich froh, wenn einige einmal Nachdenken würden, was sie von sich geben, bevor sie verbal ins Geschirr gehen", hofft Rehermann auf ein Umdenken. In der Vergangenheit sei es leider auch immer mal wieder vorgekommen, dass Schiedsrichter nicht die korrekten Worte auf dem Fußballplatz fanden. "Ich toleriere dieses in keiner Weise, jedoch: Wie es in den Wald hineingerufen wird, so schallt es zurück. Wenn alle vernünftig miteinander umgehen, kann sich niemand beschweren. Ein menschliches Miteinander sollte kein Wunsch, sondern eine Grundvoraussetzung für jeden sein", blickt Rehermann in die nächste Saison voraus. Am 25. August beginnt im Sportkreis Höxter im Kreissportheim in Bad Driburg um 18 Uhr der nächste Anwärterlehrgang. Bislang liegen dem Kreis-Schiedsrichter-Ausschuss acht Anmeldungen vor. Das Vorstandsteam um Marcel Rehermann wäre froh, wenn sie mindestens 20 neue Schiedsrichter gewinnen könnten. Die weiteren Termine sind am 26., 27., 29. und 31. August. Die Prüfung findet bereits am 1. September um 18 Uhr in Bad Driburg statt. "Wir bieten eine qualitativ sehr gute Ausbildung, Fortbildungen und Aufstiegsmöglichkeiten, eine starke Gemeinschaft und gemeinschaftliche Veranstaltungen", nennt Rehermann nur einige Aspekte, Schiedsrichter zu werden.

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