Es lief nicht: Nina Mittelham, Spitzenspielerin des TuS Bad Driburg, konnte aufgrund ihrer Verletzung nur ein Spiel machen. Sie wurde gegen Leipzig geschont und gegen die übermächtigen Berliner eingesetzt. Dort musste sie am Ende ihr letztes Einzel kampflos abgegeben. Die Verletzung schmerzte wieder zu stark. - © Foto: Julia radtke
Es lief nicht: Nina Mittelham, Spitzenspielerin des TuS Bad Driburg, konnte aufgrund ihrer Verletzung nur ein Spiel machen. Sie wurde gegen Leipzig geschont und gegen die übermächtigen Berliner eingesetzt. Dort musste sie am Ende ihr letztes Einzel kampflos abgegeben. Die Verletzung schmerzte wieder zu stark. | © Foto: Julia radtke

Bad Driburg Ein rabenschwarzer Doppelspieltag für den TuS Bad Driburg

Tischtennis-Bundesliga: Der TuS Bad Driburg tritt beim Tabellenletzten nur mit zwei Spielerinnen an und verliert mit 3:6. Auch gegen den Deutschen Meister Berlin gibt es eine 1:6-Heimniederlage

Julia Radtke

Bad Driburg. Das war ein ganz unglückliches Wochenende für den Tischtennis-Bundesligisten TuS Bad Driburg. Die TuS-Damen verloren nicht nur gegen den amtierenden Champions-League-Sieger TTC Berlin (1:6), sondern auch noch völlig überraschend gegen das Tabellenschlusslicht, die Leutzscher Füchse Leipzig (3:6). Der Grund für die miese Bilanz nach dem Doppelspieltag: Der TuS ist schon wieder schwer vom Verletzungspech geplagt. Spitzenspielerin Nina Mittelham erholt sich erst langsam von einer Knochenprellung, die sie sich im ETTU-Cup-Spiel in Ankara zugezogen hatte. Vor einer Woche konnte sie zwar wieder mit dem Training beginnen, muss sich aber noch schonen. "Der Arzt hat klar gesagt, dass Nina am Wochenende nur ein Spiel machen kann", erklärt ihr Bruder und Team-Coach Nico Mittelham. Driburgs Manager Franz-Josef Lingens kam damit die unangenehme Aufgabe zu, zu entscheiden ob Mittelham am Samstag gegen die Leutzscher Füchse Leipzig oder am Sonntag gegen den TTC Berlin antreten soll. Und damit nicht genug: Driburgs Nummer drei Shi Qi meldete sich ebenfalls krank. Wegen einer Fußprellung fiel sie für beide Spieltage aus und wird auch am nächsten Wochenende gegen Böblingen nicht antreten können. TuS-Chef Lingens entschied sich dafür, Mittelham am Sonntag beim Heimspiel gegen Berlin einzusetzen und sie am Samstag pausieren zu lassen. Das hatte zur Folge, dass Driburg die Partie in Leipzig mit nur zwei Spielerinnen bestreiten musste. Nina Mittelham und Shi Qi schenkten ihre Einzel und das Doppel ab, sodass Leipzig fünf Spiele geschenkt bekam. Sarah de Nutte und Katharina Michajlova hätten in Leipzig damit von Anfang an nur maximal ein Unentschieden holen können. Eine Portion Pech bei der Doppelaufstellung machte die Hoffnung auf ein Unentschieden jedoch schnell zunichte: Die beiden trafen auf das stärkere Leipziger Duo aus Kathrin Mühlbach und Marina Shavyrina und verloren dieses wichtige Match mit 1:3-Sätzen. Damit war die Niederlage bereits nach dem Doppel besiegelt, obwohl de Nutte und Michajlova anschließend alle drei Einzel gewannen. Den Leipzigern bescherte die desaströse Personalsituation des TuS Bad Driburg den ersten Sieg der Saison. Die TuS-Damen kostete die Niederlage wohl die Aussicht auf den dritten Tabellenplatz, denn die zwei Punkte gegen Leipzig hatte Driburgs Manager Franz-Josef Lingens fest in die Rechnung eingeplant. "Wir wollten unseren Zuschauern am Sonntag einfach kein Spiel mit nur zwei Stammspielerinnen zumuten", erklärt ein schwer unglücklich wirkender Lingens die Entscheidung, Mittelham gegen Berlin statt gegen Leipzig spielen zu lassen. Die Zuschauer bekamen dafür am Sonntag in der Partie gegen Berlin tolle Spiele zu sehen, aber die Partie gegen Leipzig hat der TuS damit verschenkt. Denn dass Mittelham und Co dem amtierenden deutschen Meister und Champions-League-Gewinner TTC Berlin keinen Punkt abnehmen, war vorher klar. Kein anderer Bundesligist ist so hochkarätig besetzt, wie der Hautstadtclub. Dadurch traten gestern Tischtennis-Größen wie Petrissa Solja (23, Weltranglistenplatz 13) und Shan Xiaona (33, Weltranglistenplatz 12) in der Driburger Halle an. Nina Mittelham und Sarah de Nutte waren sogar dicht dran, dem Duo, das bei den Olympischen Spielen 2016 die Silbermedaille geholt hat, im Doppel einen Zähler abzunehmen. De Nutte und Mittelham zwangen Solja/Shan in den fünften Satz, kamen hier jedoch über ein 2:11 nicht hinaus. Einzig Katharina Michajlova konnte gegen die bärenstarken Berlinerinnen punkten: Sie traf auf Nachwuchstalent Lilia Palina, die gestern in der ebenfalls vom Verletzungspech heimgesuchten ersten Mannschaft aushalf. Michajlova besiegte die 15-jährige Palina, Tochter von Berlins Trainerin Irina Palina, in drei Sätzen. Das letzte Einzel zwischen Mittelham und Solja kam dann gar nicht mehr zustande, weil Mittelham wegen erneuter Schmerzen kampflos aufgab.

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