Scherfede Eine WM-Medaille ist in Sicht

Tischfußball: Maura Porrmann aus Scherfede nimmt mit dem deutschen Team an der Weltmeisterschaft teil. Die selbstständige Künstlerin spielt in der 1. Damen-Bundesliga für die Hamburg Piranhas

Uwe Müller

Scherfede. Maura Porrmann hat viele Talente. Sie ist Schauspielerin, Kabarettistin, Musikerin, Sängerin und Fußball hat die Kulturpreisträgerin 2016 des Kreises Höxter jahrelang beim SV Scherfede/Rimbeck auch gespielt. Seit gut vier Jahren zeigt das Multitalent aber auch am Kickertisch sein Können. Im Tischfußball ist die Scherfederin mittlerweile so gut, dass sie für die Weltmeisterschaften, die im April in Hamburg ausgetragen werden, für das deutsche Teams nominiert worden ist. Und ihre Chancen auf Edelmetall stehen gut. "In der Teamwertung ist es realistisch, dass wir Gold holen können und im Einzel habe ich gute Chancen in die Top10 zu kommen", blickt die 26-jährige Künstlerin optimistisch auf die Weltmeisterschaften, die vom 12. bis 16. April in Hamburg ausgespielt werden. Vor vier Jahren hatte sie noch nicht einmal davon gehört, dass es eine Bundesliga oder gar eine WM im Tischfußball gibt. Als Studentin wurde sie in Hamburg in der Kneipe beim Kickern von einer Spielerin aus der Hamburger Liga gesehen - und gleich für talentiert befunden. "Sie hat mir vorgeschlagen mal beim Training vorbeizuschauen. Tja, ich dachte ich wäre gut, aber das wurde beim Training alles vernichtet", erinnert sie sich lachend zurück. Aber die Scherfederin resignierte nicht, im Gegenteil. "Mich packte dann der Ehrgeiz", sagt Porrmann. Sie nahm dann regelmäßig am Training teil und verbesserte sich stetig. "Hauptsächlich wird die Technik trainiert. 100 bis 200 Schüsse - immer wiederholen", erklärt sie, dass das Kickern auf hohem Niveau mehr als nur ein Freizeitspaß ist. Der Ehrgeiz wurde belohnt. Seit 2015 spielt sie im Damenteam der Hamburg Piranhas in der 1. Bundesliga. Neben den starken Gegnern gibt es dort noch andere Hürden. "Jedes Team spielt auf seinem eigenen Kickertisch. Es gibt fünf verschiedene Tischmodelle. Es gibt Unterschiede bei der Oberfläche, den Bällen und auch die Spieler sind anders gewichtet - da muss man sich ganz schön umstellen", so Porrmann, die Heimvorteil auf ihrem Leonhart-Tisch genießt. An zwei Wochenenden im Jahr werden dann die Meisterschaften ausgespielt. "Das ist ein großes Event mit Moderation, wo immer mehr Zuschauer kommen", beschreibt sie die beiden sportlichen Highlights im Jahr. Dort wurde Maura Porrmann auch für die Deutsche Nationalmannschaft gesichtet. 2016 wurde sie in den Sichtungskader berufen und hatte ihren ersten Einsatz in Österreich beim Nationenturnier - auf Anhieb wurde die Newcomerin dort Zweite im Einzel. Bei einem internationalen Ranglistenturnier spielte sie sich dann sogar auf den ersten Platz, was die Qualifikation für den Einzelwettbewerb bei der WM bedeutete. Über 60 Nationen nehmen teil, die größte Konkurrenz kommt aber aus Österreich, der Schweiz und Frankreich. Wie beim Fußball auf dem Rasen gibt es auch Schiedsrichter, die unter anderem unkontrolliertes Drehen, Ball wegschlagen oder Ablenkungsversuche ahnden. Der Gefoulte bekommt dann den Ball in der Fünferreihe, dem Mittelfeld. Balleinwurf von der Seite wie bei den herkömmlichen Kneipentischen gibt es in den Ligen und bei Turnieren nicht. Zudem wird auch mit Taktik gespielt. Ihre Stärken hat Maura Porrmann im Einzel, dort ist sie sowohl in der Offensive als auch in der Defensive gleich gut. "Es fängt beim kontrollierten Rausspielen vom Torwart aus an, da muss man die Lücke finden zu der Fünferreihe. Das wird alles trainiert, wie auch das Blocken", sagt die 26-jährige Scherfederin, die stets auch mit einem Handschuh an der rechten Hand, ihrer Schusshand, spielt. Und wer weiß, vielleicht hält sie damit bald auch Weltmeisterschafts-Medaillen fest.

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