Der Hund muss mit, kommt aber nicht in die Wertung: Christof Mügge, Katharina Radke, Sabine Sagel, Manuela Lange und Gabriele Lippemeier (v.l.) beim Start über 11,4 Kilometer Walking.|| - © Dieter Müller
Der Hund muss mit, kommt aber nicht in die Wertung: Christof Mügge, Katharina Radke, Sabine Sagel, Manuela Lange und Gabriele Lippemeier (v.l.) beim Start über 11,4 Kilometer Walking.|| | © Dieter Müller

Brakel Gelungener Auftakt des Hochstift-Cups

Leichtathletik: Am Jahreswechsellauf von Non Stop Ultra Brakel nehmen bei frostigen Temperaturen 320 Läuferinnen und Läufer teil. Der alte Streckenrekord von Amstutz bleibt bestehen

Von Dieter Müller Brakel. Nur 40 Sekunden lagen zwischen dem Ersten und dem Vierten. Und: Jeder der ersten Vier hätte mit seiner Zeit den Lauf über die profilierten 11,4 Kilometer im vorigen Jahr gewonnen. Allein das dokumentiert die hochkarätige Besetzung der Auftaktveranstaltung zum Hochstift-Cup. Aber nicht nur in der Spitze war der 40. Jahreswechsellauf der Brakeler Läufergemeinschaft Non-Stop-Ultra hervorragend besetzt. Aber: Auch diesmal durfte Michael Amstutz als Begleiter auf dem Mountainbike locker bleiben, denn sein nun 16 Jahre alter Streckenrekord wackelte nicht. Insgesamt nahmen bei frostigen Temperaturen über 320 Ausdauersportler am erneut bestens organisierten Lauf in Brakel teil. Sebastian Schär vom TSV Schloß-Neuhaus lief als Sieger ins Ziel an der Grundschule ein. Sein Vorsprung: nur knappe zwölf Sekunden. Die hatte er mit einem beherzten Antritt auf den letzten zwei Kilometern zwischen sich und seinem ärgsten Konkurrenten, Thomas Kruse, der fürs Berufskolleg läuft, gebracht. Lange lagen die beiden Top-Läufer gleichauf, keiner riss aus. Aber auf der leicht abschüssigen Allee drückte Sebastian Schär aufs Tempo. Der 25-jährige Allrounder vom TSV Schloß-Neuhaus, der auf Strecken von 800 Meter bis 3.000 Meter zuhause ist und zuletzt den 15 Kilometer langen Silvesterlauf von Werl nach Soest als Elfter in starken 52,01 Minuten geschafft hatte, brillierte auf den 11,4 Kilometern in Brakel mit dieser überraschenden Tempoverschärfung und siegte in 37:16 Minuten. Damit blieb er über eine Minute über dem Streckenrekord, den Michael Amstutz vor 17 Jahren in 36,13 Minuten aufgestellt hatte. Der Uralt-Rekord des zweimaligen Hermannslaufsiegers über die schwierigen und ungemein interessanten 11,4 Kilometer bleibt also bestehen. Zweiter wurde Thomas Kruse, der sich erst auf den letzten zwei Kilometer abschütteln ließ, in 37,28 Minuten. Dann kam Michael Brand. Der Local Hero, der diesen Lauf schon oft gewonnen hatte, lief in guten 37,47 Minuten auf den dritten Platz. "Die ersten beiden haben auf den letzten Kilometern Tempo gemacht, da kam ich dann einfach nicht mehr hinterher. Aber ich bin zufrieden mit dem Lauf und dem Ergebnis", sagte der Herster im Trikot der Non-Stop-Ultra Brakel. Der andere hochgehandelte Lokalmatador Mathias Nahen, kam auf den vierten Platz in ebenfalls starken 37,56 Minuten. "Dass ich mit den ersten Dreien nicht mithalten kann, wusste ich vorher. Die sind schneller als ich. Aber ich bin sehr zufrieden mit meiner Zeit", erklärte Mathias Nahen. Der Deutsche Vizemeister im Crosslauf zeigte ein gutes und ambitioniertes Rennen, hielt lange engen Kontakt zur Spitzengruppe und blieb dran. Die Zeiten der ersten Vier hätten im Vorjahr jeweils zum Sieg gereicht. Christoph Dohmann gewann als Gesamtfünfter die U23 in 40,01 Minuten. Der Delbrücker Paul Maksuti lief in 40,20 Minuten auf den sechsten Platz vor dem Bad Driburger Markus Böddecker in 40,52 Minuten. Jürgen Scherg gewann die M50 als Gesamt-Achter in 41,03 Minuten. "Bergrunter sind sie mir weggelaufen", analysierte Jürgen Scherg, der in Warendorf arbeitet und für die NSU Brakel startet. "Kalt. Und ein bisschen glatt zwischendurch", so beschrieb Viktoria Rath augenzwinkernd ihren Lauf. Die Triathletin aus Paderborn, die aber für Delbrück startet, gewann in starken 45,55 Minuten. Sie bereitet sich derzeit intensiv auf die neue Saison vor - dafür war der Lauf in Brakel ein wichtiges Kriterium: "Heute konnte ich sehen, wie der Stand der Dinge ist." Sie siegte vor Elke Wolf vom SCC Scharmede in 46,59 Minuten. "Bis zum Berg konnte ich an ihr dranbleiben. Obwohl das eigentlich meine Spezialität ist, musste ich sie ziehen lassen", sagte Elke Wolf. Rebecca Binnie-Pott wurde Dritte in 49,22 Minuten. Die derzeit beste Dressur-Reiterin des Kreises Höxter, die seit einiger Zeit auch starke Ambitionen im Ausdauerlauf zeigt, lief ein gut eingeteiltes Rennen und meinte nachher: "Ich hab am Berg erstmal alles auf mich zukommen lassen und konnte dann das Feld von hinten aufrollen." Über vier Kilometer siegte der Delbrücker Wolfgang Freitag in 13,57 Minuten vor Martin Boyen vom TuS Godelheim in 14,16 Minuten und den drei Paderbornern Jan Fabian Klute in 14,17 Minuten, Martin Graf in 14,24 Minuten und Tobias Münster in 14,41 Minuten. Marcel Beine von der DJK Adler Brakel wurde Sechster in 14,48 Minuten vor Tom Schaberich vom Warburg SV in 15,01 Minuten. Schnellste Schülerin war die Warburgerin Klara Kuhaupt, die in 16,51 Minuten die U 14 gewann, ihre Schwester Mia gewann die U12 in 17,55 Minuten. 800-Meter-Kreisrekordhalter Maximilian Helpenstein von der DJK Brakel gewann, nachdem er morgens schon ein Fußballturnier gespielt hatte, die U12 über vier Kilometer in 16,54 Minuten. Fünf Ausdauersportler bewältigten die elf Kilometer im Walking: Christof Mügge vom TV Bad Driburg war schnellster Geher in 1:09,0 Stunden vor Katharina Radke in 1:20,23 Stunden, Sabine Sagel in 1:28,20 Stunden sowie Gabriele Lippemeier und Manuela Lange, die beide in 1:37,14 Stunden finishten. "Ich kann hier ganz entspannt die Starts vornehmen, denn die Leitung dieser Veranstaltung hat mein Sohn inne", sagte Adalbert Grüner, Mr. Non-Stop-Ultra. Er startete, wie gewohnt, alle Läufe per Silvesterrakete. Und zum Jubiläum gab?s für jeden Läufer eine schwarzgelbe Zipfelmütze dazu. "Das sieht gut aus, wärmt und, wenn man Dortmund-Fan ist, kann man die ja auch nachher noch tragen", flachste Adalbert Grüner. Sein Sohn Lukas Grüner äußerte sich sehr zufrieden, denn der Boom der letzten Jahre hält an. Insgesamt machten sich erneut über 300 Teilnehmer auf den Weg über die beiden angebotenen und bestens präparierten Strecken beim Brakeler Jahreswechsellauf.

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