Bärenstarke de Nutte: Sarah de Nutte, die hier gerade Tipps von Coach Nico Mittelham erhält, versetzte mit ihren Bällen die ganze Halle in Staunen. - © Julia radtke
Bärenstarke de Nutte: Sarah de Nutte, die hier gerade Tipps von Coach Nico Mittelham erhält, versetzte mit ihren Bällen die ganze Halle in Staunen. | © Julia radtke

Bad Driburg TuS Bad Driburg ist zu schwach für eine Überraschung

Tischtennis: In der Champions League verlieren die Frauen des TuS Bad Driburg vor 400 Zuschauern mit 0:3 gegen UCAM Cartagena. Nun geht?s in der Europa League weiter

Julia Radtke

Bad Driburg. Dieses Mal ist es kein Krimi geworden. Das Champions-League-Spiel zwischen dem TuS Bad Driburg und dem spanischen Meister UCAM Cartagena war nach zwei Stunden beendet. Das Ergebnis fiel deutlich aus: Driburg verlor im zweiten Heimspiel der Königsklasse mit 0:3. Mit einer Niederlage gegen die viel stärkeren Gäste hatten zwar Spielerinnen und Manager gerechnet, wirkten am Ende aber trotzdem leicht enttäuscht über die sportliche Schlappe. Cartagenas Spitzenspielerin Cheng I-Ching, Nummer acht der Welt, war wegen einer Verletzung nicht mit nach Bad Driburg gereist. Den TuS-Damen kam der Ausfall ganz gelegen. Es zeigte sich jedoch schnell, dass die anderen Damen der spanischen Spitzentruppe spielerisch kaum abfallen. Bad Driburg hatte sogar Glück bei der Aufstellung: Nina Mittelham traf im ersten Einzel auf ihre Wunschgegnerin, die Abwehrspielerin Tetyana Bilenko. Gegen Abwehr packt Mittelham normalerweise ihr ganzes spielerisches Können aus, bringt regelrechte Zauberbälle zurück auf die Platte. Aber der Ukrainerin Bilenko hatte sie am Freitagabend überraschend wenig entgegenzusetzen. Bilenko spielte mit so viel Schnitt, dass Mittelham ihre große Stärke, die gut platzierten Topspins, kaum anbringen konnte. "Gegen Abwehr war das für meine Verhältnisse kein gutes Spiel", muss sie anschließend zugeben. "Normalerweise kann ich problemlos fünf, sechs Mal ziehen, aber dazu kam ich gar nicht erst. Ihre Bälle waren so flach und halblang, dass ich oft zu spät am Ball war." Bis dahin gab es noch nicht viel zu Jubeln für die 400 Zuschauer. Richtig in Stimmung gebracht wurde das Publikum jedoch anschließend von Sarah de Nutte, die gegen die Schwedin Matilda Ekholm einen Glanzauftritt lieferte. De Nutte agierte unglaublich konzentriert, war blitzschnell auf den Beinen und nahm so der in der Weltrangliste fast 80 Plätze höher stehenden Ekholm einen Satz ab. Vom Publikum gab es dafür donnernden Applaus. Im zweiten Satz ging Ekholm schnell mit 8:4 in Führung und glich mit 11:9 Punkten zum 1:1 aus. Ganz hart umkämpft war der dritte Satz: Nach einem 5:5 konnte sich die Schwedin leicht absetzen, de Nutte blieb ihr aber dicht auf den Fersen. Beim Stand von 10:9 für Ekholm entwickelte sich dann ein Ballwechsel, der das ganze Publikum aus den Socken haute. De Nutte schmetterte dabei 28 hoch gespielte Bälle zurück auf die Platte. Der fast einminütige Ballwechsel wurde durch einen Kantenball beendet, den de Nutte nicht mehr erwischte. Der Satz ging damit zwar an die Gegnerin - die Zuschauer, von denen viele zum ersten Mal bei einem Match des TuS dabei waren, hatten jedoch Tischtennis-Sport vom Feinsten zu sehen bekommen. Im vierten Satz war allerdings die Luft raus: De Nutte verlor deutlich mit 5:11. Das dritte Spiel des Abends war schnell gespielt. Es begann ebenfalls vielversprechend mit einem Satzgewinn von Shi Qi gegen die Spanierin Maria Xiao. In den folgenden Sätzen ließ Driburgs Nummer zwei jedoch erheblich nach und verlor mit 6:11, 5:11 und 7:11. "Ich hatte bei Nina und Shi gehofft, dass sie etwas holen können", gibt Driburgs Manager Franz-Josef Lingens zu. "Aber Nina war etwas zu ungeduldig und im Spiel von Shi ist die Gegnerin im Laufe des Spiels immer besser geworden", erklärt er. "Mit dem dritten Gruppenplatz können wir uns nun aber gut anfreunden. Ab Januar geht es in der Europa-League weiter, da werden wir sportlich gut mitspielen." Linz und Cartagena, die zwei stärksten Teams der Gruppe, ziehen ins Viertelfinale der Champions-League ein. Bad Driburg scheidet als Drittplatzierter aus, steigt aber noch in das Rennen um den Europapokal ein.

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