Treffsicher: Thorsten Waltemate war bester Torschütze mit zehn Treffern. Der HC verlor dennoch 27:33. - © Jonas Gröne
Treffsicher: Thorsten Waltemate war bester Torschütze mit zehn Treffern. Der HC verlor dennoch 27:33. | © Jonas Gröne

Steinheim HC Steinheim steckt in der Formkrise

Handball-Bezirksliga: 27:33-Heimpleite gegen den TuS Müssen-Billingen

Jonas Gröne

Steinheim. Der Frust sitzt tief nach Abpfiff. Wieder einmal keine gute Leistung. Aus dem angepeilten Heimerfolg generierten die Steinheimer eine 27:33-Schlappe gegen den TuS Müssen-Billingen vor heimischem Publikum. Der Bezirksligist zeigte sich ideenlos und in der Not. Trainer Jörg Harke ist enttäuscht: "Da kriegst du es mit der Angst zu tun. Wir müssen aus dem Tief wieder rausfinden." Von Beginn an gerieten die Hausherren ins Hintertreffen. Immer wenn der HC auf Schlagdistanz lag, fehlte das nötige Quäntchen Effizienz. 2:4 lagen die Steinheimer schon in den ersten Minuten hinten. Das wohl letzte Mal half Urgestein Dirk Schröder im Steinheimer Abwehrblock aus. Christian Franzke musste beruflich passen. Daniel Nunne war noch nicht wieder von seinem Nasenbeinbruch kuriert. Doch auch zu Anfang gab es einen herben Rückschlag: Kreisspieler Heisters musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden. "Die Dynamik fehlt, wenn ein wichtiger Spieler raus muss. Für mich war es dann nicht leicht, wenn man so lange wie ich nicht gespielt hat. Das war bitter", berichtet Schröder resigniert. Mit Gegenstößen gelang aber zunächst der 4:4-Ausgleich. Von nun an gab es jedenfalls ergebnistechnisch ein besseres Spiel vom Gastgeber. Thorsten Waltemate markierte die erste Führung zum 5:4, indem er das Leder gekonnt oben links ins Eck beförderte. Im ersten Durchgang wertete besonders der lange Abwehrmann Waltemate das Steinheimer Spiel auf. Immer wieder tauchte er über der gegnerischen Abwehrreihe auf und versenkte das Spielgerät in den Maschen. Im ganzen Spiel traf Waltemate gleich zehnfach. Die individuelle Einzelleistung knackte aber nicht das verkorkste Steinheimer Spiel. Offensiv gab es nämlich auch in dieser Phase einen faden Beigeschmack. Eröffnungspässe fanden falsche Abnehmer, ideenloser Trott im Angriff. Und wenn ein HC-Spieler mal die Lücke fand, war der gegnerische Keeper auf der Höhe. Zur Halbzeit lag Steinheim 15:16 zurück. Noch war nichts verloren. Im Tor ersetzte Nico Mogge Keeper Christian Rösler. Die zweite Halbzeit konnte genutzt werden, um vielleicht zur starken Leistung aus dem ersten Spiel gegen Lage zurückzukehren. Aber Steinheim schaffte es die gesamte Hälfte nicht, die Fehler abzustellen. In den Abwehrreihen zu löchrig und vorne fehlte der Blick für freie Räume. "Wenn jemand außen frei steht, dann wird er gar nicht erst gesehen. Da ist keine Abstimmung da und der Ball schafft es nicht mal von A nach B", diagnostiziert HC-Trainer Harke verärgert das Spiel seiner Schützlinge. Ab der 40. Spielminute vergaben die Rotweißen symptomatisch drei Angriffe unmittelbar in wenigen Minuten. Die Gäste münzten diese Fehlerquote sofort in eine 21:17-Führung um. Ab da schwappte das Steinheimer Spiel immer weiter vom Durchbruch weg. Bis zum 27:33-Endstand. Ratlosigkeit mit Resignation verstrickt - so könnte man die Gesichter aller Beteiligten nach Abpfiff beschreiben. Bei Trainer Jörg Harke herrschte jedoch pure Enttäuschung: "Die Spielzüge laufen nicht, wenn schon drei Stammspieler ausfallen. Wir waren sogar das ganze Spiel dran und nutzen das dann nicht. Da ist keine Bewegung im Spiel und so eine Lustlosigkeit. Das geht nicht", meint Harke. Auch die Trainingssituation sei momentan schwierig. Am Samstag, 22. Oktober, tritt der HC Steinheim bei der HSG Blomberg-Lippe zum Derby an.

realisiert durch evolver group