Vorm Start: (v.l.) Günter Schabel, Vizepräsident für Leistungssport im Bund Deutscher Radfahrer, Hans-Jürgen von Glasenapp, Geschäftsführer Bilster Berg, Moderator Reinhold Böhm und Toni Kirsch (Präsident Radsportverband NRW). - © uwe müller
Vorm Start: (v.l.) Günter Schabel, Vizepräsident für Leistungssport im Bund Deutscher Radfahrer, Hans-Jürgen von Glasenapp, Geschäftsführer Bilster Berg, Moderator Reinhold Böhm und Toni Kirsch (Präsident Radsportverband NRW). | © uwe müller

Spannender Schlussspurt entscheidet

Radsport: Die vorletzte Etappe der Rad-Bundesliga auf der Strecke am Bilster Berg gewinnt Robert Müller hauchdünn vor Freienstein. Schwere Strecke verlangt den Fahrern alles ab

Uwe Müller

Bad Driburg. Es war heiß, es war spannend, es war ein absolut sportliches Highlight – das erste Rennen der Rad-Bundesliga auf der Rennstrecke am Bilster Berg war gelungen und bot über fast vier Stunden ein abwechslungsreiches Rennen mit einem packenden Finale. Robert Müller hat nach 147 Kilometern und schweren 3500 Höhenmetern das Wertungsrennen der „Müller – Die lila Logistik Rad-Bundesliga“ am Bilster Berg gewonnen. Der Rennfahrer vom Team Heizomat setzte sich im Zielsprint vor Raphael Freienstein (Kuota-Lotto) und Timon Loderer (Rad Union Wangen) durch. Das Profi-Team „Heizomat“, in dem auch der aus Herbram stammende Dorian Lübbers fährt, wurde tagesbeste Mannschaft. Sportler und Organisatoren zeigten sich begeistert von der Strecke: „Die sportlichen Voraussetzungen konnten aufgrund des stark variierenden Streckenprofils nicht besser sein“, meint Toni Kirsch, Vizepräsident Jugend im Bund Deutscher Radfahrer. Der profilierte Rundkurs mit seinen steilen Auf- und Abfahrten verlangte den Sportlern viel ab. In der ersten Runde des 4,2 Kilometer langen Kurses blieb das Feld noch zusammen – im Schnitt benötigten die U23-Fahrer sechs Minuten für eine Runde. Aber schon in Runde sechs setzte sich eine dreiköpfige Gruppe vom Feld ab. Felix Intra (Sauerland-NRW), Christopher Hatz (Kuota-Lotto) und der aus Detmold stammende Dominic Klemme (Stevens Racing Team) holten aber keinen allzu großen Vorsprung heraus. Das sah auch Moderator Reinhold Böhm so: „Es wird immens schwer für die drei – sie fahren im Wind.“ Die gute Minute Vorsprung hielten die Ausreißer ein paar Runden, aber dann kontrollierte das Feld mit dem deutschen Meister Pascal Ackermann an der Spitze das Tempo und holte die drei wieder ein. Durch das hohe Tempo und einige weitere Attacken fielen aber immer mehr Fahrer aus dem Feld zurück und schließlich teilte sich dieses auch in zwei große Gruppen. Nach der so genannten Mausefalle mit 26 Prozent Gefälle und dann 21 Prozent Anstieg hatten die Fahrer eine lange Stelle auf der sie Schuss fahren konnten – knapp über 80 Stundenkilometer erreichten sie dort. Die ersten 19 machten dann den Sieg unter sich aus, die zweite Gruppe erreichte rund eineinhalb Minuten später das Ziel. Im Schlussspurt konnten sich Müller und Freienstein leicht vom Feld absetzen und kamen mit rund zehn Metern Vorsprung ins Ziel. Der in der Bundesliga führende Jan Tschernoster hielt sich im Rennen geschickt im Feld auf, um „Körner zu sparen“. Die Taktik ging auf – er wurde Sechster und verteidigte die Gesamtführung. Bei der letzten Etappe in Düsseldorf kann er dann den Gesamtsieg perfekt machen.Stimmen zum Radsport-Event Hans-Jürgen von Glasenapp, Geschäftsführer Bilster Berg: „Ich bin begeistert! Man kann sich nur verneigen vor den Sportlerinnen und Sportlern für diese Leistungen. Am Bilster Berg freut man sich schon jetzt auf die Folgeveranstaltungen in den kommenden Jahren.“ Günter Schabel, Vizepräsident für Leistungssport im Bund Deutscher Radfahrer ergänzt: „Wir haben hervorragende Leistungen zu sehen bekommen. Der Anfang ist gemacht, dass wir bei den nächsten Weltmeisterschaften wieder vorne mitmischen.“ Dorian Lübbers (aus Herbram stammender Fahrer des Profi-Teams „Heizomat“): „Es war etwas ganz Besonderes hier in der Heimat ein Rennen bestreiten zu können. Das gab natürlich noch einmal eine Portion Extra-Motivation für diese herausfordernde Strecke.“ Jonas Tenbruck (Gewinner des Berg und Zeitfahrens): „Ein würdiges und sehr anspruchsvolles Rennen. Ich freue mich schon auf das Saisonfinale hier in den nächsten Jahren. Dann wäre es schon, wenn wir mehr Zuschauer hier hätten.“ Toni Kirsch (Präsident Radsportverband NRW): „Ein sehr schwieriges Streckenprofil. Durch die vielen Höhenunterschiede ist es für die Fahrer sehr schwer einen durchgehenden Rhythmus zu finden. Dashalb haben die Sportler auch sehr großen Respekt vor dieser tollen Strecke.“

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