Frei vor dem Tor: Mennighüffens Neuzugang Lukas Mailänder (Nummer 3) hat sich in dieser Szene vom Spiel gegen den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck durchgesetzt, scheitert aber am Torwart. - © Jürgen Krüger
Frei vor dem Tor: Mennighüffens Neuzugang Lukas Mailänder (Nummer 3) hat sich in dieser Szene vom Spiel gegen den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck durchgesetzt, scheitert aber am Torwart. | © Jürgen Krüger

Löhne Handballkiste: Oberligist VfL Mennighüffen macht seine Hausaufgaben

Note eins mit Sternchen. Jetzt folgt die schwere Auswärtsaufgabe beim ASV Hamm-Westfalen II

Jürgen Krüger

Was die Oberliga-Handballer des VfL Mennighüffen derzeit zeigen, kann sich sehen lassen. Dem Auftaktsieg gegen Ferndorf II (37:20) folgte ein Unentschieden beim HSV Hemer (21:21), und am vergangenen Spieltag gewannen die Mennighüffener das Bielefeld-Herforder Kreisderby gegen den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck mit 22:18. Das macht unter dem Strich 5:1 Punkte und derzeit Rang drei hinter den beiden einzigen verlustpuntkfreien Mannschaften der TSG Altenhagen/Heepen und des TuS Möllbergen. Das sieht momentan alles prima aus, allerdings sollten sich die Mennighüffener nicht von den Zahlen blenden lassen. Ferndorf II und Bielefeld/Jöllenbeck sind beides Aufsteiger, die in dieser Saison um das sportliche Überlegen im westfälischen Oberhaus kämpfen. Genauso wie der VfL – insofern sind die beiden Heimsiege als sehr ordentlich erledigte Hausaufgaben anzuerkennen. Der Auswärtspunkt in Hemer wird auch von VfL-Trainer Zygfryd Jedrzej als „Bonuspunkt" bezeichnet. Relativierend wirkt auch ein Blick auf die vergangene Saison: dort starteten die Mennighüffener mit 7:1 Punkten, gewannen dabei zwei Heimspiele gegen Gevelsberg und Dortmund sowie auswärts in Hamm und holten einen Punkt in Augustdorf. Die Saison schlossen die Mennighüffener mit 19:33 Punkten als Drittletzter ab und schafften den Klassenerhalt auf der letzten Rille. Nächster Gegner des VfL ist am kommenden Samstag der ASV Hamm-Westfalen II, der jetzt mit 28:25 in Loxten gewann. Der VfL setzt dazu einen Fanbus ein: Abfahrt am Samstag an der Sporthalle Mennighüffen ist um 16.30 Uhr. Bislang hat der VfL kämpferisch und spielerisch überzeugt. Gegen die „Jürmker" rührten die Mennighüffener in der Deckung Beton an und hielten als einzige Oberligamannschaft in der bisherigen Saison eine gegnerische Mannschaft unter 20 Tore. Beim 22:18-Erfolg zeigten insbesondere Torwart Daniel Habbe, Abwehrchef Uli Neumann sowie die Rückraumspieler Arne Halstenberg, Lukas Mailänder und Pascal Schumann starke Leistungen. Mittelmann Arne Halstenberg, der im Spiel gegen Bielefeld/Jöllenbeck beim Stand von 14:13 (42.) verletzt ausschied, setzte beim gestrigen Training zwar noch aus, wird aber in Hamm mit dabei sein, wie VfL-Teammanager Klaus Gerkensmeier sagt. Die beiden Neuzugänge Lukas Mailänder und Pascal Schumann fühlen sich offensichtlich in ihrem neuen Verein pudelwohl. „Die Mannschaft steht geschlossen zueinander. Wir haben eine gute Stimmung im Team und die hat uns bislang auch getragen. Sicherlich gibt es immer noch Luft nach oben, insbesondere unser Tempospiel wollen wir verbessern", sagte er nach dem Abpfiff des Spiels gegen den TuS 97. Der 20-Jährige war vom Landesligisten SG Bünde/Dünne zum VfL gewechselt. Von der TSG Altenhagen/Heepen kam Pascal Schumann. Der 21-Jährige verpasste den letzten Teil der Vorbereitung und das erste Heimspiel gegen Ferndorf II, weil er in den USA ein Praktikum bei einem Richter in Santa Barbara (Kalifornien) absolvierte. Schumann studiert Jura im 5. Semester an der Universität Bielefeld. „Ich habe versucht, in Amerika eine Handballmannschaft zu finden. Aber da gibt es keine", sagt der 21-Jährige. So habe er sich mit ausgedehnten Strandläufen und im Studio fit gehalten. „Ich habe natürlich noch Defizite bei der Dynamik und der Wurfkraft", sagt der Rückraumspieler. Dennoch ist es bemerkenswert, wie schnell der Rechtshänder die Spielweise des VfL adaptiert hat. „Das spielerische Grundgerüst ähnelt dem anderer Mannschaften. Es macht mir beim VfL sehr viel Spaß und ich bin auch sofort klar gekommen", so Schumann.

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