Starke Leistung: Mennighüffens Rückraumspieler Pascal Schumann ist auf dem Weg, eines seiner vier Tore im Spiel gegen Bielefeld/Jöllenbeck zu erzielen. - © Jürgen Krüger
Starke Leistung: Mennighüffens Rückraumspieler Pascal Schumann ist auf dem Weg, eines seiner vier Tore im Spiel gegen Bielefeld/Jöllenbeck zu erzielen. | © Jürgen Krüger

Löhne Handball-Oberliga: VfL Mennighüffen gewinnt mit 22:18 gegen Jöllenbeck

Die Mennighüffener überstehen im Kreisderby eine zehnminütige Krise unbeschadet

Jürgen Krüger

Es ist ein Spiel der alten Schule: Abnutzungskampf in der Deckung und kraftraubendes Positionsspiel im Angriff. So „malochen" sich die beiden Handball-Oberligisten VfL Mennighüffen und TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck durch die Spielzeit. Am Ende gewinnen die Mennighüffener mit 22:18 (12:7) und sorgen so für Erklärungsnotstand bei Gäste-Trainer Eric Husemann. „Ich weiß es nicht", lautet die Antwort des 35-Jährigen auf die Frage, was sich seine Mannschaft nach der Aufholjagd zum 13:13 (40.) zusammengespielt habe. Erst eine Viertelstunde später erzielt Nils Grothaus den 14. Treffer für die „Jürmker", da sind die Mennighüffener allerdings schon uneinholbar acht Tore weiter (22:14). Die letzten Spielminuten nutzt Mennighüffens Trainer Zygfryd Jedrzej noch, um den beiden Krone-Brüdern Jeremy und Calvin sowie Rückraumspieler Julian Peitzmeier Spielpraxis zu geben. „Meine Spieler glaubten wohl in der Halbzeit, das Spiel sei bereits gelaufen", sagt „Siggi" Jedrzej, der seine Mannschaft beim 13:12 (39.) bei einer Auszeit ordentlich „zusammenfaltet" und ihr lautstark die Leviten liest. Damit trifft der 50-Jährige offensichtlicht den richtigen Ton, auch wenn Bielefeld/Jöllenbeck durch Nils Grothaus das 13:13 gelingt. Danach steigt die Konzentration bei den Gastgebern deutlich, insbesondere bei den Abschlüssen. Als „Lullerbälle" hatte Siggi Jedrzej einige Wurfversuche seiner Spieler in den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit bezeichnet. Der starke Mennighüffener Mittelmann Arne Halstenberg erzielt in der 42. Minute die 14:13-Führung, fällt dabei aber so unglücklich auf den Rücken, dass er das Spielfeld verlässt und auch nicht wieder zurückkehrt. Der VfL steckt diesen Verlust genauso weg, wie die Disqualifikation für den zweiten Mittelmann Marco Büschenfeld beim 19:13 in der 48. Minute. Die Gäste sind in dieser Phase des Spiels auch noch in doppelter Überzahl, vertändeln aber zweimal den Ball. Im Angriff machen insbesondere die beiden Youngster Pascal Schumann und Lukas Mailänder auf sich aufmerksam. Sie machen das Spiel schnell und sorgen so für Druck. Daraus resultiert auch eines der schönsten Tore dieses Abends, als der von Rechtsaußen eingelaufene Maik Dittrich klassisch am Kreis angespielt wird und zur 22:13-Führung (55.) verwandelt. Die letzten fünf Spielminuten tun nichts mehr zur Sache. „Anfang der zweiten Halbzeit haben wir viel zu viele Fehler gemacht und auch zu früh abgeschlossen. Die Jöllenbecker wurden dadurch immer selbstbewusster", beschreibt Lukas Mailänder die kritische Phase. „Danach haben wir wieder angefangen, ordentlich zu decken und dann lief es auch im Angriff", so der 20-Jährige weiter. „Ich hatte den Eindruck, dass wir nach der Aufholjagd immer ängstlicher geworden sind. Dabei hatten wir uns vorgenommen, mutig zu spielen", sagt Jöllenbecks Trainer Eric Husemann kopfschüttelnd. Das muss fürs Erste als Erklärung reichen.

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