Das Knie hält: Mennighüffens Kreisläufer Ulrich Neumann befreit sich mit einer Rolle rückwärts aus der Gefahrenzone. - © Jürgen Krüger
Das Knie hält: Mennighüffens Kreisläufer Ulrich Neumann befreit sich mit einer Rolle rückwärts aus der Gefahrenzone. | © Jürgen Krüger

Löhne-Mennighüffen Handballkiste: Platz eins für VfL nur eine schöne Momentaufnahme

Warum sich Oberligist VfL Mennighüffen nicht vom 37:20-Kantersieg gegen Ferndorf II blenden lassen sollte. Starke Deckung ist der Anker

Jürgen Krüger

Verkehrte Welt in der Handball-Oberliga: Der VfL Mennighüffen ist Tabellenführer und der TuS Spenge Drittletzter. Es ist allerdings nur eine Momentaufnahme nach dem 1. Spieltag, wobei die Mennighüffener ihre ersten beiden Punkte für den Klassenerhalt sicher haben. Und nicht nur das: Beim 37:20-Erfolg über den TuS Ferndorf II überzeugte die Mannschaft von Trainer Zygfryd Jedrzej sowohl spielerisch als auch in der Deckung. Die Ferndorfer, die in der Formation von Sonntagabend noch nie zusammengespielt haben, waren nicht wettbewerbsfähig. Allgemeines Verbandsliganiveau reicht für das westfälische Oberhaus nie und nimmer aus. Es fehlten in der Mannschaft von Michael Feldmann fünf von sechs Stammspieler, und die Ferndorfer werden sich sicher nicht noch einmal so vorführen lassen. Auf der anderen zeigten die Mennighüffener, dass sie auch in der Lage sind, einen schwächeren Gegner an die Wand zu spielen. Den Grundstein für den Kantersieg legte der VfL in der Deckung. Die 6:0-Formation mit Marco Büschenfeld und Ulrich Neumann im Innenblock sowie Lukas Mailänder (links) und Arne Halstenberg auf der rechten Seite stand felsenfest. Und im Tor überzeugte Neuzugang Calvin Born. Wichtig für den VfL ist, dass Uli Neumann wieder fit ist. Der 31-Jährige hatte sich in der vergangenen Saison einen Kreuzbandriss zugezogen und fehlte in der Rückrunde. Die Verletzung scheint ausgeheilt zu sein. Zur Unterstützung trägt Neumann eine Bandage am rechten Knie. So eine schwere Verletzung muss aber nicht nur körperlich heilen, auch die Seele muss den Unfall verarbeiten. „Das wird noch ein bisschen dauern. Auch wenn ich im heutigen Spiel nichts gespürt habe, so denke ich hin und wieder doch an mein Knie", sagt Neumann. Gespannt waren die rund 250 Zuschauern wohl auch, wie sich der neu formierte Angriff nach den vielen Abgängen verhalten wird. Und hier überraschten die Mennighüffener mit neuer spielerischer Qualität. Mit Marco Büschenfeld, Arne Halstenberg und Lukas Mailänder kann Trainer Jedrzej variabel die Mittel- und Rückraumpositionen besetzen. Demnächst ist auch Pascal Schumann wieder mit dabei. Als Alternative im Rückraum stehen „Siggi" noch Julian Peitzmeier und Jeremy Krone zur Verfügung. Letzterer ist aber noch ein Spiel gesperrt. Die Außenpositionen sind mit dem erfahrenen, ehemaligen polnischen Nationalspieler Tomasz Tluczynski und dem „jungen Wilden" Calvin Krone auf der linken Seite und mit dem ehemaligen Zweitligaspieler Maik Dittrich sowie Mats Köster auf der rechten Seite sehr gut besetzt. Der junge Mats Köster zeigte im Spiel gegen Ferndorf II dem „alten Hasen" Maik Dittrich mit zwölf Toren bei einem Fehlversuch, wo der Bartel den Most holt. Ein Kantersieg zum Saisonauftakt tut immer gut, doch er sollte den Blick nicht verstellen. Auf einen derart überforderten Gegner werden die Mennighüffener sicherlich nicht noch einmal treffen. Ganz sicher nicht beim HSV Hemer, dem nächsten Gegner des VfL. „Positiv ist, dass unsere Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute durchgezogen und die spielerische Linie nicht verloren hat. Außerdem haben wir nur sehr wenige technische Fehler produziert", lobt VfL-Teammanager Klaus Gerkensmeier. Der saß bei Heimspiel gegen Ferndorf übrigens nicht mit auf der Bank. „Da war kein Platz mehr", scherzt der frühere VfL-Rechtsaußen. In der Tat haben die Mennighüffener mit Thorsten Busse erstmals seit vielen Jahren wieder einen Betreuer. Ebenfalls mit auf der Bank saßen Physiotherapeutin Jaqueline Hasfeld sowie Trainer „Siggi" Jedrzej und Co-Trainer Georgios Triantafillou. Damit ist das erlaubte Kontingent von vier Offiziellen ausgeschöpft. Der angeschlagene Maik Dittrich war als Spieler eingetragen.

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