Eine unendliche Geschichte: Die Siege und Erfolge der Claudia Schweizer, geborene Wietzorke, in gleich drei Sportarten. - © Foto: Thorsten Mailänder
Eine unendliche Geschichte: Die Siege und Erfolge der Claudia Schweizer, geborene Wietzorke, in gleich drei Sportarten. | © Foto: Thorsten Mailänder

Herford In drei Sportarten erfolgreich

Sport-Legenden: Claudia Schweizer erweist sich als Multi-Talent

Thorsten Mailänder

Herford. In der NW-Reihe "Sport-Legenden" wurden bisher Menschen vorgestellt, die in einer Sportart sehr erfolgreich waren und deren "Glanzzeiten" schon zumeist einige Jahrzehnte zurück liegen. Dieses Mal geht es um eine Frau, die ihre ersten Erfolge vor über 40 Jahren feierte und noch heute erfolgreich ist - aber nicht in einer Sportart, sondern gleich vier verschiedenen Disziplinen. Im Turnen, im Volleyball, im Tennis und im Golf war und ist Claudia Schweizer eine der erfolgreichsten Sportlerin im Kreis Herford überhaupt. Im zarten Alter von fünf Jahren trat Claudia Wietzorke der Turnabteilung des BTW Bünde bei. "Zu jener Zeit gab es eine Kombination zwischen Turnen und Leichtathletik", erinnert sie sich. Schon 1972 stellten sich bei ihr nennenswerte Erfolge auf Kreisebene ein, die bei der Jahreshauptversammlung des BTW Erwähnung fanden. In den Folgejahren wurde die Turnerin aus Bünde im Turngau Ostwestfalen und beim Westfälischen Turnerbund zu einer festen Größe. Im Rahmen des Fests des Sportes wurde Claudia Schweizer - damals hieß sie noch Wietzorke - 1976 im Alter von zwölf Jahren erstmals Sportlerin des Jahres in Bünde. Diesen Erfolg wiederholte sie im Jahr darauf in ihrer Heimatstadt. Ein weiteres Jahr später begann Schweizer mit Tennis. "Ich startete einen Versuch mit zehn Trainerstunden bei Wolfgang Bunte", berichtet sie. Es sollte nicht bei einem Versuch bleiben, denn das sportliche Multi-Talent fuhr auch im weißen Sport schnell Spitzenleistungen ein. Beim Anfängerturnier um den Goldenen Tennisschläger der weiblichen Jugend in Bad Neuenahr reichte es 1979 für Platz drei, und im nächsten Jahr war sie schon Siegerin in diesem bedeutenden Wettbewerb. Obwohl sie 1985 schon wegen der besseren sportlichen Perspektiven zum TC Herford gewechselt war, um dort in der Oberliga spielen können, wurde sie 1985 zum dritten Male Sportler des Jahres in Bünde, nun als Tennisspielerin. "Meine größten Erfolge habe ich in den Tennismannschaften erzielt. Ich bin lieber Team- als Einzelspielerin", sagt die heutige Herforderin. Es folgten wieder bedeutende Ehrungen. Sie war im Team des TCH, die 1988 Mannschaft des Jahres in der Stadt Herford wurde. Diesen Titel bekam sie zusätzlich im Kreis Herford 1988 und 1989. In der Altersgruppe "Damen 30" wurde Claudia Schweizer 2005 mit der Mannschaft Deutscher Meister, was wiederum zum Titel "Mannschaft des Jahres" führte und ihr einen Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Herford brachte. Die Liste der Erfolge im Tennis scheint unendlich zu sein. Nach 35 Jahren beendete Claudia Schweizer 2013 ihre Laufbahn wegen leichter Knieprobleme als Tennisspielerin, um sich nun dem Golf zu widmen. Ihre dritte bedeutende Sportart war Volleyball. "Beim damaligen Bünder Sportlehrer Heinrich Reichsberger haben wir zum Aufwärmen immer Volleyball gespielt, so bekam ich 1980 Gefallen daran", erklärt Schweizer. "Die Methoden des Heinrich Reichensberger sind nach heutigem pädagogischen Stand sicher leicht fragwürdig, doch er hatte eine unmissverständliche Ansage", schmunzelt Claudia Schweizer, die die Möglichkeit hatte, ihre Hobbys zum Beruf zu machen: Sie absolvierte in Bielefeld ein Sportstudium und ist seit 1991 beim Sportamt des Kreises Herford beschäftigt sowie Lehrerin am Herforder Königin-Mathilde-Gymnasium. Claudia Schweizer schaffte es als Volleyballspielerin des BTW Bünde bis in die Verbandsliga, ehe sie nach 13 Jahren zum TV Löhne-Bahnhof wechselte, wo sie noch bis 2003 aktiv war. "Ich könnte mir nie ein Leben ohne Sport vorstellen. Ich hatte zum Glück keine schweren Verletzungen. Meine Eltern haben mich als Kind und Jugendliche immer unterstützt", resümiert die vielseitige Sportlerin, die am 27. Mai ihren 52. Geburtstag feiern wird. Einen Tag nach dem Pressegespräch meldet sich Clauia Schweizer noch einmal, um Wichtiges zu ergänzen: "Ich habe auch meinen Mann Guntram beim Sport kennengelernt. Er war schon Mitglied des TC Herford, als ich dort hinkam", erklärt sie. Mit ihm ist Claudia Schweizer seit 1992 verheiratet. Das Ehepaar hat einen gemeinsamen Sohn Max, der 15 Jahre alt ist. Neben den sportlichen Erfolgen ist Schweizer Ski-Übungsleiterin, C-Trainerin im Volleyball und B-Trainerin im Tennis. "Ich war fast immer Mannschaftsführerin. Ich musste mich um die großen und kleinen Sorgen der Spielerinnen kümmern. Einmal war ich Trösterin, dann musste ich laut werden. Ich würde alles genau so noch einmal machen", blickt eine außergewöhnliche Sportlerin zurück und ist mit ihrem bisherigem Leben rundum zufrieden.

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