Supercup und wertvollste Spielerin: Volleyball-Außenangreiferin Louisa Lippmann hat ein denkwürdiges Jahr hinter sich. - © imago
Supercup und wertvollste Spielerin: Volleyball-Außenangreiferin Louisa Lippmann hat ein denkwürdiges Jahr hinter sich. | © imago

Herford Nominiert für den NW-Medienpreis: Volleyballerin Louisa Lippmann

Die Nationalspielerin vom Deutschen Meister SSC Schwerin hat das beste Jahr ihrer Karriere hinter sich. Ehrung als wertvollste Bundesliga-Spielerin der Saison und Wahl zur Volleyballerin des Jahres

Yvonne Gottschlich

Herford. Die erfolgreichsten Herforder Sportlerinnen und Sportler sowie die Mannschaft des Jahres 2017 werden am Freitag, 19. Januar, während der Sportnacht des Stadtsportverbandes Herford im Stadttheater ausgezeichnet. Die Neue Westfälische stiftet erneut den Medienpreis. Die Leserinnen und Leser entscheiden mit ihrer Stimme, wer diesen Preis gewinnt. Abgestimmt werden kann im Internet unter www.nw.de/sportgala Eine der Nominierten ist Volleyballerin Louisa Lippmann. Die 23-Jährige spielt für den SSC Palmberg Schwerin in der Bundesliga und wurde 2017 Deutsche Meisterin sowie Supercupsiegerin. Zudem wurde sie als wertvollste Spielerin der Saison und als Volleyballerin des Jahres ausgezeichnet. Mehr noch: Bei der Europameisterschaft avancierte sie zu den auffälligsten Spielerinnen des Turniers. „Der Supercup ist mein bisher größter Titel und die Auszeichnung als Volleyballerin des Jahres hat wirklich alles noch einmal getoppt", ist Louisa Lippmann immer noch überwältigt. Die 1,90 Meter große Diagonal- und Außenangreiferin konzentriert sich voll auf den Sport. „Ich habe im Volleyball meine Liebe gefunden und erfülle mir gerade einen Traum", sagt sie gegenüber der NW während der Weihnachtsfeiertage beim Besuch der Familie in Oetinghausen. Bereits mit 15 Jahren verließ die gebürtige Herforderin ihr Elternhaus und zog ins Sportinternat nach Münster. Nach der Realschule in Enger baute sie dort ihr Abitur. Sportlich schaffte sie beim USC Münster den Sprung von der 2. Liga in die Bundesliga und in die Nationalmannschaft. Aufgefallen war ihr Talent beim Post SV Bielefeld, mit dem sie viele Jugendturniere spielte und sich für die U15-Landesauswahl empfahl. Die sportliche Karriere von Louisa Lippmann begann in der Leichtathletik: „Das klappte alles ganz gut. Dann habe ich mit meiner Nachbarin verschiedene Sportarten ausprobiert und wir sind zur TG Herford zum Volleyball gefahren", erzählt sie. Schnell folgte der Wechsel nach Bielefeld und der rasante Aufstieg bis ins deutsche Trikot. In dem debütierte „Loui", wie sie genannt wird, 2014. „Bei mir gibt es kaum Pausen. Wir spielen praktisch das ganze Jahr. Die Bundesligasaison läuft von September bis Mai und im Sommer ruft die Nationalmannschaft", berichtet sie, „für Urlaub bleibt nur wenig Zeit." Die Tage der 23-Jährigen sind gut durchstrukturiert: „Vormittags ist Krafttraining, dazu kommt individuelles Balltraining spezifisch für die Position", sagt sie, „nach der Mittagspause ist meist noch Zeit für den Physio, bevor es für zwei bis drei Stunden zum Mannschaftstraining in die Halle geht. Dazu kommen Videoanalyse und Teambesprechungen." Und dann ist da noch die Zeit auf der Autobahn. „Wir verbringen viel Zeit im Bus. Die Fahrten von Schwerin aus dauern immer lange", sagt sie mit einem Schmunzeln. Da bleibt keine Zeit für Ausgehen oder Partys. „Nur die Meisterschaft haben wir natürlich ausgiebig gefeiert", lacht die Oetinghauserin, „aber ich fühle mich dabei sehr wohl. Ich bin in Schwerin sehr gut aufgenommen worden und dem Verein und der Mannschaft sehr dankbar. Dieses Vertrauen versuche ich mit Leistung zurückzugeben." Seit 2016 spielt Louisa Lippmann für Schwerin. Nach ihrer Zeit in Münster (2010-2014) ging es für zwei Jahre zum Dresdner SC, mit dem sie zwei Deutsche Meisterschaften gewann. „Im zweiten Jahr hat meine Entwicklung gestockt, da war ich froh, als die Anfrage aus Schwerin kam. Trainer Felix Koslowski kannte mich und meine Macken schon von der Nationalmannschaft", berichtet sie. Koslowski ist ihr Coach in Schwerin und gleichzeitig Nationaltrainer. Er sagt über Louisa Lippmann: „Sie ist eine große Angreiferin, die zudem hoch springen kann. Damit bringt sie optimale Bedingungen mit, um auch international erfolgreich zu sein. Louisa ist ganz früh von einer Hoffnungs- zu einer Leistungsträgerin geworden." Die bisher 60 Spiele im Nationalteam belegen das ebenso wie ihre Titel und persönlichen Auszeichnungen.

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