Muss die Tränen zurückhalten: Sebastian Reinsch fiel der Abschied vom TuS Spenge sichtlich schwer. Elf Jahre lang spielte er im Handballdorf, jetzt geht es zum TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck. - © Yvonne Gottschlich
Muss die Tränen zurückhalten: Sebastian Reinsch fiel der Abschied vom TuS Spenge sichtlich schwer. Elf Jahre lang spielte er im Handballdorf, jetzt geht es zum TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck. | © Yvonne Gottschlich

Spenge Für die TuS Spenge kann die 3. Liga kommen

Der TuS gewinnt auch sein letztes Oberligaspiel deutlich und wird damit wesentlich souveräner Meister als seine Vorgänger in den vergangenen Jahren

Dirk Kröger

Spenge. Vor dem letzten Saisonspiel der Handball-Oberliga gegen den Nachbarn TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck wurde beim TuS Spenge praktisch nicht trainiert, der Trainer bescheinigte dem Team, nach einer Kräfte zehrenden Saison und Erfolgen in Meisterschaft wie Pokalwettbewerb einfach "platt" zu sein. Und dennoch gab es beim 37:24 noch einmal einen Kantersieg für den künftigen Drittligisten. Eigentlich war es nur noch ein Schaulaufen, das Spenge da zum Saisonfinale veranstaltete. Aber noch einmal zeigte die Mannschaft, warum sie so souverän Meister wurde. "Der Dampf war ?raus, aber wenn wir das Tempo angezogen haben, waren wir klar überlegen", kommentierte Coach Heiko Holtmann den 22. Meisterschaftsspielsieg seiner Schützlinge in Folge. Die hatten die Saison mit mageren 4:4 Punkten begonnen. Weitere Minuspunkte kamen nicht mehr dazu. Und damit wurde Spenge so souverän Oberliga-Meister wie kaum eine andere Mannschaft zuvor. Zum Vergleich: Die SG Menden Sauerland Wölfe hatten vor Jahresfrist zehn Minuspunkte auf dem Konto, bei der Ahlener SG waren es noch einmal zwölf Monate früher sogar zwölf. Und der TuS Volmetal wurde in der Saison 2014/15 gar mit 39:13 Punkten Meister - vor dem TuS Spenge übrigens. Alle drei Spenger Vorgänger übrigens stiegen nicht wieder aus der 3. Liga ab. Natürlich fehlen dem künftigen Drittligisten in der kommenden Saison wichtige Spieler. Vier Akteure des Meister-Kaders wurden vor der abschließenden Partie verabschiedet. Justus Clausing beispielsweise, der nach eigener Aussage noch bei keinem anderen Verein zugesagt hat, aber mit mehreren spricht. "Das war eine wunderbare Verabschiedung von einer phantastischen Mannschaft nach einer phantastischen Zeit in Spenge", übte er sich in Superlativen. Lasse Bracksiek indes will seine Karriere offenbar auf ihrem Höhepunkt mit kaum zu überbietenden Erfolgen beenden und sich voll und ganz seinen Aufgaben als B-Mädchen-Trainer in Blomberg widmen. "Vielleicht spiele ich noch mal unterklassig, aber erst einmal habe ich das nicht geplant. Der Job in Blomberg ist enorm zeitaufwändig", erklärte er. Es fällt schwer, Spieler aus dem Meisterteam heraus zu heben, aber Sebastian Kopschek verlässt den TuS Spenge offenbar zu einem Zeitpunkt, zu dem er die beste Form seines Lebens hat. Und über Sebastian Reinsch muss nicht viel gesagt werden - immerhin elf Jahre lang war der Gegenstoß-Spezialist und Stimmungsmacher Nummer eins in Spenge aktiv. "Hier ist richtig etwas zusammengewachsen", lobte er die Mannschaft, die er nun verlässt. Aber Reinsch gab auch schon ein Versprechen ab: "Ich werde dem Verein immer freundschaftlich verbunden bleiben", sagte er nicht nur, sondern meinte das auch. Und so würde in Spenge ganz sicher niemand etwas dagegen haben, wenn der Außen irgendwann einmal zurück kommen sollte. Nun aber kommen erst einmal Drittliga-Spiele für den TuS. Und das freut nicht nur die Vereinsverantwortlichen, sondern auch Spenges Bürgermeister Bernd Dumke, der noch vor der Partie gegen den TuS 97 die Glückwünsche aus Politik und Verwaltung übermittelte. "Solche Erfolge steigern auch den Bekanntheitsgrad der Stadt", erklärte er, ehe er Augenzeuge eines sehr emotionalen Abends in der Sporthalle wurde.

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