Der Mann des Abends: Der Kanadier Ben Skinner (r.) trifft in Neuwied für seinen Herforder EV dreimal. Zwei seiner Tore erzielt der 27-jährige Stürmer, nachdem er unmittelbar vorher von der Strafbank wieder aufs Eis zurückgekehrt war. - © Yvonne Gottschlich
Der Mann des Abends: Der Kanadier Ben Skinner (r.) trifft in Neuwied für seinen Herforder EV dreimal. Zwei seiner Tore erzielt der 27-jährige Stürmer, nachdem er unmittelbar vorher von der Strafbank wieder aufs Eis zurückgekehrt war. | © Yvonne Gottschlich

Neuwied Das Finale kommt für die Herforder Ice Dragons immer näher

Eishockey-Regionalliga: Herforder EV zeigt im zweiten Halbfinalspiel in Neuwied ein ganz starkes Überzahlspiel und gewinnt mit 7:2. Ben Skinner trifft dreifach

Markus Voss

Neuwied. Ein Sieg fehlt dem Herforder EV in der Eishockey-Regionalliga noch für den ersehnten Finaleinzug. Im zweiten Spiel der Playoff-Halbfinalserie triumphierte der HEV am Sonntagabend bei den Bären Neuwied klar mit 7:2 (4:1, 2:0, 1:1). Es war der zweite Sieg im zweiten Spiel - am Freitagabend hatte Herford gegen die Rheinländer bereits mit 5:3 gewonnen. Nein, damit hatten die 1.200 Zuschauer nicht gerechnet. Denn das, was die Ice Dragons in den 60 Minuten auf dem Eis zeigten, war ein Playoff-Auswärtsspiel der feineren Sorte. Taktisch diszipliniert, stark in der Defensive und vor allem in den ersten 20 Minuten brutal effektiv - so präsentierten sich die Ostwestfalen im Neuwieder Icehouse. Denn der Sieg stand beinahe schon nach dem ersten Spielabschnitt fest. Oder wie Kapitän Fabian Staudt später sagte: "Im ersten Drittel hatten wir das nötige Spielglück und haben nahezu jede Chance für ein Tor genutzt." Ohne Nils Bohle (wird Vater) und Lukas Derksen (verletzt) machten im ersten Drittel vor allem die Überzahl- und Unterzahlformationen den Unterschied aus. Keine zwei Minuten waren gespielt, als der HEV erstmalig mit einem Mann mehr agierte und durch Killian Hutt eiskalt zum 1:0 zuschlug. Nach einem Unterzahlspiel kam Ben Skinner just von der Strafbank, als er einen perfekten langen Pass von Leon Nasebandt aufnahm und alleine vor dem Bären-Tor auf 2:0 erhöhte (7.). Fast deckungsgleich fiel das 3:0. Wieder kam Skinner von der Strafbank - und wieder traf er sofort (10.). Diesmal hatte Philipp Brinkmann vorgelegt. Auch beim 4:0 durch Gleb Berezovskij waren die Ice Dragons im Überzahl (15.). Sechs Sekunden vor der Drittelpause verkürzte Neuwied noch auf 1:4. Die Gastgeber machten im zweiten Drittel von Beginn an Druck, doch bei einem Unterzahlkonter zeigte der HEV erneut seine Qualität: Neuwieds Goalie verschob sein Tor, um einen Treffer zu verhindern, den Penalty verwandelte Kapitän Fabian Staudt trocken zum 5:1 (26.). Jetzt wurde es hitziger und die Schiedsrichter verteilten viele Strafen auf beiden Seiten. Eines ihrer Überzahlspiele nutzten die Ice Dragons schließlich zum 6:1 durch Ben Skinner (40.). Wenn sich der HEV einen Vorwurf machen lassen musste, dann den, dass er im letzten Drittel während seiner Überzahlspiele den Sack nicht endgültig zumachte. So verkürzten die Bären - mit einem Mann mehr auf dem Eis - auf 2:6 (52.). Die Hausherren bekamen jetzt die zweite Luft, doch Herfords Maurice Becker stellte mit seinem Tor zum 7:2 den alten Abstand wieder her (55.). Danach spielten die Gäste ihr Spiel routiniert bis zur Schlusssirene runter - am Herforder Sieg gab es längst keine Zweifel mehr. Damit steht fest: Bereits am kommenden Freitag, 20.30 Uhr, kann der HEV auf eigenem Eis mit einem weiteren Sieg das Finale klarmachen. Tore: 0:1 (2.) Hutt, 0:2 (7.) Skinner, 0:3 (10.) Skinner, 0:4 (15.) Berezovskij, 1:4 (20.) S. Schlicht, 1:5 (26.) Staudt (Penalty), 1:6 (40.) Skinner, 2:6 (52.) Jamieson, 2:7 (55.) Becker. Strafminuten: Neuwied 32 - Herford 16 + 10 (Hutt).

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