Allein auf weiter Flur: Mit satten 2:41 Minuten Vorsprung sichert sich der Aachener Heiko Homrighausen im Eliterennen den Sieg. - © Markus Voss
Allein auf weiter Flur: Mit satten 2:41 Minuten Vorsprung sichert sich der Aachener Heiko Homrighausen im Eliterennen den Sieg. | © Markus Voss

Herford Heiko Homrighausen siegt beim 6. Herforder Frühjahrspreis

Radsport: Starke Leistung von Janis Kommnick. Schwerer Sturz gleich im ersten Rennen

Markus Voss

Herford. Was für ein feiner Husarenritt: Sieben Runden vor dem Ziel startet Heiko Homrighausen beim 5. Herforder Frühjahrspreis des RC Endspurt einen ebenso mutigen wie flotten Ausreißversuch und fährt in der Folge einen schier unglaublichen Vorsprung heraus. Die Spitzengruppe kann nicht folgen und der Student aus Aachen feiert im Trikot des in Bochum beheimateten Team Embrace The World Cycling den Sieg im Eliterennen. Starke 1:42:52 Stunden hat Homrighausen für die 78,4 Kilometer gebraucht. Die Konkurrenz ist satte 2:41 Minuten länger unterwegs. Das beste Ergebnis aus heimischer Sicht fuhr im U17-Rennen das Endspurt-Talent Janis Kommnick heraus. "Ich bin Vollgas raus und dann auf Sieg gefahren", sagte der 20-Jährige nach seinem Triumph, "ich dachte, dass vielleicht jemand mitgeht, weil die engen Kurven mit ein oder zwei Leuten einfacher zu fahren sind als in der Gruppe." Doch dem war nicht so. Und so startete der Blondschopf einen Alleingang, dem die Konkurrenz nichts entgegenzusetzen hatte. Gleich zu Beginn hatte sich eine 14-köpfige Spitzengruppe herausgebildet, die im Stile eines Schweizer Uhrwerkes einen immer größeren Vorsprung gegenüber dem Hauptfeld herausfuhr. Schnell war klar, dass der Sieger nur aus dieser Gruppe kommen würde. Und dann schlug auf dem schwierigen windanfälligen Rundkurs die Stunde von Heiko Homrighausen. Überhaupt die Strecke in der Herforder Feldmark nahe der B239: Der wellige 2,8 Kilometer lange Bergauf-Bergab-Rundkurs mit Start und Ziel am Viehtriftenweg/Mühlenweg hatte es auch dieses Jahr wieder in sich - auch wenn der im Vorjahr noch von Schlaglöchern übersäte Heidsiek frisch geteert war. "Die Abfahrt in Richtung Ziel bis zur Senke fährst du locker mit 60 km/h, so dass du oben im Ziel nach der Steigung immer noch 56, 57 km/drauf hast", sagte Homrighausen, der trotz seiner guten Beine nicht voll auf die Karte Profiradsport setzen will: "Mein Hauptaugenmerk liegt auf mein Maschinenbaustudium", sagt er. So weit ist es bei Janis Kommnick noch lange nicht. Das Herforder Radsport-Talent zeigte im U17-Rennen über 39,2 Kilometer ein beherztes Rennen, fuhr ständig vorne mit, machte fleißig Führungsarbeit und landete bei der Sprintankunft der Spitzengruppe auf dem sechsten Platz. Zufrieden war er damit nicht. "Es hat sich keine richtige Ausreißergruppe gebildet, weil der Wind immer wieder alles verändert hat", sagte der 14-Jährige, "im Sprint konnte ich nicht so mitreden wie ich wollte, weil in der letzten Runde unten in der Senke meine Wade zugemacht hat." Immerhin: Die Strecke mit all seinen Eigenheiten kennt Kommnick gut: "Ich wohne zwei Minuten von hier. Das ist praktisch mein Heimtrainingskurs." Zufrieden durfte auch Steffen Müller vom EC Endspurt mit seiner Platzierung im C-Klasse-Rennen der Männer sein. "Steffen will ja in die B-Klasse aufsteigen, da ist der neunte Platz ein gutes Ergebnis", sagte Vater und RCE-Vorsitzende Dietmar Müller. Überschattet wurde dieses Rennen allerdings von einem schweren Sturz eines Fahrers aus Osnabrück, der nach einem Fehler ohne Gegnereinwirkung auf dem Viehtriftenweg ins Trudel geriet und zu Fall kam. "Das sah nicht gut aus", sagte Detlef Wittenbreder vom RCE-Vorstand, "wir vermuten, dass es sich um einen Beckenbruch handelt." Das Rennen wurde daraufhin zunächst neutralisiert und nach kurzer Zeit abgebrochen, so dass nur acht Runden in die Wertung kamen. Der Verletzte kam ins Krankenhaus. Zwar drückte dieser Vorfall gleich am Sonntagmorgen im ersten Rennen zunächst ein wenig auf die Stimmung, insgesamt fiel das Fazit bei der sechsten Auflage des Frühjahrspreises aber positiv aus. "Die Strecke lässt sich super fahren. Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten", so Dietmar Müller, der sich auch über den Titel "erstes bundesoffene Straßenrennen des Jahres" freut: "Das wird gut angenommen."

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