Angespannt: Zwei Sekunden bleiben Felix Meyer zu Bexten, um die Wurfscheibe zu treffen. - © Ulrich Finkemeyer
Angespannt: Zwei Sekunden bleiben Felix Meyer zu Bexten, um die Wurfscheibe zu treffen. | © Ulrich Finkemeyer

Herford Felix Meyer zu Bexten sammelt Erfolge im Tontaubenschießen

Der Schütze ist ein erfolgreicher Flintensportler, der sich auf das Tontaubenschießen, dem sportlichen Skeet-Schießen spezialisiert hat, der schon länger im Bundeskader der Junioren steht und bereits deutscher Vizemeister ist

Ulrich Finkemeyer

Herford. Nicht einmal zwei Sekunden hat Felix Meyer zu Bexten beim sportlichen Skeet-Schießen Zeit, um die Flinte anzuheben, die rasendschnelle Tonscheibe anzuvisieren, das Gewehr nachzuführen bis der Gewehrlauf vor der Scheibe ist, um dann die Schrotladung abzufeuern. Wird eine Dublette geschossen - eine Scheibe von rechts, und direkt darauf, eine Scheibe von links oder umgekehrt - "bleibt keine Zeit an irgendwas anderes zu denken, als daran, dass die Automatismen funktionieren mögen", sagt der Sportschütze aus Diebrock. "Dieser Bewegungsablauf (vom Augenaufnahmepunkt der Wurfscheibe zum Waffenhaltepunkt - zum Zielaufnahmepunkt - zur Trefferzone), das Mitschwingen, muss in kürzester Zeit geschehen und dementsprechend automatisiert sein", erklärt Meyer zu Bexten bei einer Schießdemonstration auf der Anlage seines Vereins WTC Bad Salzuflen. "Wer da stockt oder zögert, gar eine unruhige Hand hat, hat schon verloren", erklärt er. Das kann Wolfgang Precht bestätigen. "Um ein guter Wurfscheibenschütze zu werden, bedarf es eines intensiven Trainings bis zu sechs Jahren Dauer, im Bereich der Auge-Hand-Koordination, Fitness, Entspannung und auch im mentalen Bereich", sagt Felix Meyer zu Bextens Trainer. Der Leopoldshöher Precht hat den jungen Herforder seit 2014, zwei Jahre nachdem dieser in den WTC Bad Salzuflen eingetreten war, unter seine Fittiche - und Meyer zu Bexten reifte in den vergangenen zwei Jahren zum Tontaubenschützen nationaler und internationaler Klasse. Seit 2016 steht der Azubi im Bundeskader der A-Junioren, nahm an diversen Weltcup- und Europameisterschafts-Qualifikationsschießen teil, und erreichte einmal bei einer Europameisterschaft Platz 26 von 60 Junioren - mit der guten Trefferzahl 114 (von maximal 125). "Diejenigen, die diesen Sport semi- oder professionell betreiben, lassen nur zwei bis drei Scheiben fliegen", stuft der heute 20-jährige Diebrocker sein Leistungsvermögen ein, das einem Amateur gleicht, der nur ein- bis zweimal pro Woche trainiert. Immerhin gewann der Herforder das Wurftauben-Turnier des eigenen Vereins im August 2017 in der A-Klasse mit 118 von 125 Scheiben. "Da sind nur wenige Scheiben ins Grüne geflogen", sagt er. Beim Weltcup-Schießen der Junioren im finnischen Lahti war er in den vergangenen drei Jahren immer dabei und landete stets im Mittelfeld. Bei der NRW-Meisterschaft in Schale belegte er Rang zwei. Das war zugleich die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft 2017. Überhaupt war 2017 das beste Jahr für den Sportschützen, in dem er seinen größten nationalen Erfolg erzielte, und zwar bei der Deutschen Meisterschaft in München-Hochbrück. In der Klasse Junioren A erreichten im Vorkampf Titelverteidiger Marvin Meier (ebenfalls vom WTC Bad Salzuflen) Rang zwei und Felix Meyer zu Bexten Rang fünf. Beide schossen sich anschließend in das Goldmedaillen-Match hinein. Das verlor der Herforder gegen seinen Vereinskollegen, gewann aber eine Silbermedaille, die er gerne an Stelle der vielen gewonnenen Pokale präsentiert. In die Männerklasse wird Meyer zu Bexten nicht wechseln, sondern den Schießsport erst einmal ruhen lassen. Er konzentriert sich nun auf die anstehende Steuerfach-Prüfung und die anschließende Studiengangswahl, wie der bald 21-Jährige auf dem Hof der Familie in Diebrock lebende Sportschütze erklärt.

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