Schnell: Mathis Schwentker und sein Holsteiner Wallach Carat reiten dem Sieg im Großen Preis von Exter entgegen. - © Markus Voss
Schnell: Mathis Schwentker und sein Holsteiner Wallach Carat reiten dem Sieg im Großen Preis von Exter entgegen. | © Markus Voss

Vlotho Mathis Schwentker reitet in Exter mit Pferd Carat zum Gold

Markus Brinkmann wird Dritter und Sechster

Markus Voss

Vlotho. Die ersten beiden Reiter hatten gleich ein gewaltiges Tempo vorgelegt. Als dann aber Mathis Schwentker im Stechen des Großen Preises regelrecht durch den Parcours flog, ging beim Hallenreitturnier des Reit- und Fahrvereins "von Bismarck" Exter ein Raunen durch die eng besetzen Zuschauerreihen. 34,06 Sekunden war der amtierende Deutsche Meister der Berufsreiter auf seinem Holsteiner Carat unterwegs - an diese Zeit kam keiner der noch folgenden fünf Reiter, die die Entscheidungsrunde erreicht hatten, heran. "Das ist das erste Mal, dass ich hier gewonnen habe. Ich freue mich riesig", sagte der 25-Jährige. Zumal es für Schwentker, der in Minden geboren wurde und für den RFV Hagen St. Martinus (am Teutoburger Wald) startet, sein erstes Turnier überhaupt mit dem neunjährigen Holsteiner Wallach Carat war. "Darum hat mich mein Sieg schon auch überrascht", sagte er, "dass wir Null gehen könnten - damit hatte ich gerechnet. Mehr aber auch nicht." Das sah Exters Vereinsvorsitzender Hans-Herbert Obermowe anders. Er hatte Schwentker durchaus als Mitfavorit gesehen: "Schließlich gehört er aktuell zu den besten Nachwuchsreitern in Deutschland." Dass der spätere Sieger und die 27 weiteren Starterpaare einen gut aufgebauten anspruchsvollen Parcours gehen mussten, war dem Großen Preis angemessen. "Im ersten Umlauf hatte ich eine kritische Situation", sagte Schwentker, "die Dreifachkombi war wirklich ein Frickel." Und im verkürzten Stechen ging es natürlich vor allem ums Tempo. Schwentker: "Dort gab es auf der Strecke bei den Wendungen viele Alternativen. Da muss man sein Pferd gut kennen, um die richtige Entscheidung zu treffen." Wie nah Freud und Leid beim Springreiten zusammenliegen, bewies die Zweite Ann-Katrin Dettmer vom RV Frotheim-Isenstädt. Im ersten Umlauf war sie mit ihrer Quilane gerade einmal um zwei Hundertstelsekunden innerhalb der erlaubten Zeit geblieben - im Stechen ritt sie dann mit der elfjährigen Westfälin in 36,36 Sekunden auf den zweiten Platz und verdrängte damit Fast-Lokalmatador Markus Brinkmann auf den dritten Platz (36,58 Sekunden mit seinem achtjährigen Wallach Kingston). Der Herforder Weltcup-Reiter war dennoch nicht unzufrieden. "Wenn man zwei Pferde am Start hat und beide sich so zeigen und fehlerfrei gehen, kann man nur hochzufrieden sein", sagte er. Einen kleinen Haken fand Brinkmann dann aber doch. "Mein zweites Pferd Light-Fly-Lady ist heute gut genug gewesen, um den Großen Preis zu gewinnen", sagte er, "aber ich bin ein bisschen Risiko gegangen. Den Fehler habe ich gemacht - nicht das Pferd." Schließlich reichte es für die beiden im Stechen mit einem Abwurf und 34,28 Sekunden für den sechsten Platz.

realisiert durch evolver group