Kommt ein Spenger geflogen: TuS-Mittelmann Fabian Breuer ist schön freigespielt worden und steigt unnachahmlich vor Mülheims Torhüter Alex Winkel hoch, um den Ball im Tor zu versenken. Breuer erzielte im Achtelfinale insgesamt vier Treffer. - © Eva-Lotte Heine
Kommt ein Spenger geflogen: TuS-Mittelmann Fabian Breuer ist schön freigespielt worden und steigt unnachahmlich vor Mülheims Torhüter Alex Winkel hoch, um den Ball im Tor zu versenken. Breuer erzielte im Achtelfinale insgesamt vier Treffer. | © Eva-Lotte Heine

Spenge Auch die Gäste des TuS Spenge haben Spaß

Deutscher Handball-Amateurpokal: Trainer Heiko Holtmann sieht gegen den TV Mülheim 30 Minuten lang mehr Diskussionen als spielerische Leistungen seiner Schützlinge

Dirk Kröger

Spenge. 300 Kilometer weit angereist, in der ersten Halbzeit durchgängig geführt, auch im zweiten Durchgang zunächst noch in Front gelegen - und dann letztlich klar verloren. Für die Handballer des TV 05 Mülheim muss das Achtelfinalspiel der deutschen Amateur-Pokalmeisterschaft beim TuS Spenge eigentlich frustrierend gewesen sein. War es aber nicht. Nach dem aus ihrer Sicht 24:29 (13:11) endenden Spiel freuten sich die Spieler aus Rheinland-Pfalz und feierten noch in der Sporthalle mit ihren wenigen mitgereisten Fans. "Wir hatten uns hier eh nichts ausgerechnet. Wir haben Karneval und wollten Spaß haben", begründete Torhüter Alexander Winkel, der mit zahlreichen Paraden an der zwischenzeitlichen Führung seines Teams großen Anteil hatte, die gute Laune des Teams aus der 11.000 Einwohner zählenden Stadt Mülheim-Kärlich im nördlichen Rheinland-Pfalz. Natürlich herrschte auch in Spenge Zufriedenheit. Sporthallen-DJ Marc Pixa hatte nach dem Abpfiff der Partie zunächst Lotto King Karls "Hamburg meine Perle" aufgelegt, um deutlich zu machen, wohin es für den TuS in diesem Pokalwettberwerb gehen soll. Und dann folgte der obligatorische Sieges-Sirtaki. Einverstanden mit dem Ergebnis war auch Trainer Heiko Holtmann. Die Leistung seiner Schützlinge aber verhinderten mehr als ein leichtes Lächeln bei ihm. "Wir haben die erste Halbzeit im Spar-Modus bestritten", sagte er und ärgerte sich darüber, dass mehr diskutiert als gespielt wurde. "Wir haben vorne wie hinten Fehler gemacht. Und deswegen war die Pausenführung für Mülheim auch in Ordnung", befand er. Eine Umstellung der Deckung von 6:0 auf 3:2:1 gab dann den Ausschlag zum Sieg. "Die zweite Halbzeit war dann okay, auch wenn da noch nicht alles Gold war was glänzte", wollte der Coach nichts schön reden, freute sich aber zugleich darüber, dass die Akteure, die ansonsten nicht so viele Spielanteile haben, ihre Aufgaben gut erfüllten. Mehr diskutiert als geredet? Ja, das mag sein. Und dafür spricht auch, was Routinier Oliver Tesch nach der Partie sagte. "Wir mussten uns erst einmal auf die Schiedsrichter einstellen - die haben ja in der ersten Halbzeit bei Mülheims Angriffen überhaupt kein Zeitspiel gepfiffen - und irgendwann lässt dann auch die Konzentration nach." Übrigens: Das Pokalspiel wurde von den beiden gerade einmal 21-jährigen Leonhard Bona und Malte Frank geleitet, die dem DHB-Perspektivkader angehören und vor allem mit 14 verhängten Siebenmetern - vier für Spenge, zehn für Mülheim - für Aufsehen sorgten. Auch Spenges Rückraumspieler Sebastian Kopschek gestand nach dem Pokalspiel ein, dass die erste Halbzeit der Partie "zum Vergessen" gewesen sei. "Mülheim hat einschläfernd gespielt, wir sind nicht ins Spiel gekommen und haben uns über belanglose Sachen wie Schiedsrichter-Entscheidungen geärgert", berichtete er. Die zweiten 30 Minuten der Begegnung bezeichnete er als "normal, aber nicht fehlerfrei." Deutsche Amateur-Pokalmeisterschaft 2018 Qualifikation: Ribnitzer HV (Meck.-Vorp.) – Rotation Prenzlauer Berg (Berlin) 25:27 Achtelfinale:TSV Friedberg (Bayern) – TuS Ringsheim (Südbaden) 35:25, HV RW Laupheim (Württemberg) – TSG Dossenheim (Baden) 27:21, SSV Nümbrecht (Mittelrhein) – SG Ratingen (Niederrhein) 31:29, TuS Spenge (Westfalen) – TV 05 Mülheim (Rheinland) 29:24, Rot. Prenzl. Berg (Berlin) – HSG Ostsee (Schleswig-Holstein) 16:39, VfL Fredenbeck II (Bremen/Nieders.) – HSG Pinnau (Hamburg)  31:29, HSG Kleenheim (Hessen) – SG Suhl/Goldlauter (Thüringen) 31:18, 1. VfL Potsdam II (Brandenburg) – HC Elbflorenz II (Sachsen)  25:29 Viertelfinale: HV RW Laupheim – TSV Friedberg So., 4. März, 17 Uhr, SSV Nümbrecht – TuS Spenge Sa., 3. März, 20 Uhr, HSG Ostsee – VfL Fredenbeck II Sa., 3. März, 19 Uhr, HC Elbflorenz II – HSG Kleenheim   So., 4. März, 17 Uhr

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