Kommt ein Kopschek geflogen: Mülheims Arthur Glaubez (l.) kann den Spenger Rückraumspieler nicht bremsen. Der strebt noch zwei Titelgewinne an, bevor er den TuS verlässt. - © Eva-Lotte Heine
Kommt ein Kopschek geflogen: Mülheims Arthur Glaubez (l.) kann den Spenger Rückraumspieler nicht bremsen. Der strebt noch zwei Titelgewinne an, bevor er den TuS verlässt. | © Eva-Lotte Heine

Spenge Spenger Handballer erreichen das Viertelfinale im Pokal

Deutsche Handball-Amateur-Pokalmeisterschaft: TuS Spenge gewinnt sein Achtelfinalspiel gegen den TV 05 Mülheim nach einer katastrophalen ersten Halbzeit noch sicher mit 29:24

Dirk Kröger

Spenge. "Wir können uns hier ein Denkmal setzen", sagte Sebastian Kopschek, zum Saisonende den Verein verlassender Rückraumspieler des Handball-Oberligisten TuS Spenge. Bevor es ihn gemeinsam mit Sebastian Reinsch zum TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck zieht, will er mit den Spengern noch in die 3. Liga aufsteigen und zum zweiten Mal in Folge die Deutsche Amateur-Pokalmeisterschaft gewinnen. In der Meisterschaftsrunde ist Spenge Tabellenführer, im Pokalwettbewerb überstand die Mannschaft soeben das Achtelfinale. Das Denkmal für Kopschek und Reinsch also rückt näher. Und auch die nächste Reise des Titelverteidigers zum Pokal-Endspiel in Hamburg ist noch machbar. Der TV 05 Mülheim jedenfalls war für die Ostwestfalen bei ihrem 29:24 (11:13)-Sieg kein Stolperstein. Allerdings sah es lange Zeit danach aus, als könne er das sein. Denn während die Gäste aus Rheinland-Pfalz enorm lange und diszipliniert im Positionsangriff agierten und erst dann abschlossen, wenn sich ihnen eine wirkliche Torchance bot, wirkten die Gastgeber unkonzentriert, vergaben schon in der Anfangsphase zwei Gegenstoßmöglichkeiten, leisteten sich ein Stürmerfoul und dann auch noch eine Reihe von Fehlwürfen. Es lief nicht rund, Mülheim verteidigte seine Anfangsführung und baute die der Spenger Unzulänglichkeiten wegen auch aus, lag beim 7:11 und 8:12 gar mit vier Toren Vorsprung vorn, wobei auch Gäste-Torhüter Alexander Winkel, der einst sogar das Trikot des TBV Lemgo trug, mit starken Leistungen seinen Anteil am Zwischenstand hatte. Immerhin schafften die Gastgeber vor 295 zahlenden Zuschauen bis zur Pause den Anschluss. Und dann folgte ein Handballspiel, das als für Spenger Verhältniss "normal" gewertet werden darf. Trainer Heiko Holtmann stellte die Deckung auf einen 3:2:1-Verbund um, verhinderte damit nun die zuvor gefährlichen Mülheimer Kreis-Anspiele und sorgte zudem dafür, dass die Gäste sich plötzlich Fehler im Angriff leisteten, die im ersten Durchgang von ihnen nie zu sehen waren. »Geburtstag gerettet!« Bis zum 16:14 in der 34. Minute hielt die Mülheimer Führung. Wenige Minuten später hatten die Gastgeber die Partie gedreht und Gerhard de Boer, 2. Vorsitzender des TuS, atmete auf: "Geburtstag gerettet!", freute sich der Mann, der zuvor darum gezittert hatte, dass sein 57. Wiegenfest kein besonders schönes werden würde. So aber hatte er letztlich doppelten Grund zum Feiern, denn Mülheim gab zwar nie auf, kam aber spätestens nach der Spenger 25:19-Führung in der 51. Minute nicht mehr für den Sieg in Frage. "Pokalspiele sind dafür da, dass sie gewonnen werden. Und das haben wie getan!", fasste Heiko Holtmann wenig später eine Begegnung zusammen, die keine spielerischen Glanzlichter bot, aber deren Ergebnis genau dafür sorgte, wofür es sorgen sollte. Die Reise an die Elbe rückt näher. Zwei Siege fehlen noch. Und dann könnte der TuS Spenge die Aufgabe angehen, als erster Verein überhaupt den Titel eines Amateur-Pokalsiegers zu verteidigen.

realisiert durch evolver group