Herford Nikita Krieger ist für den Medienpreis nominiert

Die 16-Jährige ist Westdeutsche Meisterin und Fünfte der Deutschen Meisterschaften

Yvonne Gottschlich

Herford. Die erfolgreichsten Herforder Sportlerinnen und Sportler sowie Mannschaft des Jahres 2017 werden am Freitag, 19. Januar, während der Sportnacht des Stadtsportverbandes Herford im Stadttheater ausgezeichnet. Die Neue Westfälische stiftet erneut den Medienpreis. Die Leserinnen und Leser dieser Zeitung entscheiden mit ihrer Stimme, wer diesen Preis gewinnt. Nominiert ist die 16-jährige Nikita Krieger, Judoka beim PSV Herford. Ein aufregendes Jahr liegt hinter der Schülerin: Sie wurde Westdeutsche Meisterin und Fünfte ihrer Alters- und Gewichtsklasse bei den Deutschen Meisterschaften, dazu gab es zahlreiche Nominierungen und Auswahl-Lehrgänge. Vor sechs Jahren entdeckte Nikita Krieger den Sport für sich. "Beim Judo habe ich unglaublich viel gelernt", schwärmt sie. "Der Sport gibt mir viel Selbstvertrauen, aber auch viel Respekt. Judo bedeutet viel Körpergefühl, der ganze Körper ist gefordert, und so abwechslungsreich und variabel ist auch das Training", erklärt die junge Frau. Sie ist jeden Tag in der Halle und trainiert, zweimal in Hörstel, zweimal wöchentlich in Osnabrück und einmal beim PSV Herford. Dazu kommen Ausdauer- Kraft- und Athletiktraining. "Ich bin da schon viel unterwegs", sagt die Schülerin der Q1 (11. Klasse) und schmunzelt. Dazu kamen im vergangenen Jahr acht Lehrgänge mit einer Bundes-Auswahl, den besten Athleten Deutschlands in der entsprechenden Altersklasse. "Die Trainingslehrgänge dauern jeweils eine Woche, da stehen dann schon mal zwölf Einheiten an, das ist richtig intensiv", erklärt die Sportlerin. »Nikita ist immer sehr entspannt, gelassen und bodenständig« Zum Training nach Kienbaum sind es mehr als fünf Zugstunden. Ihr Übungsprogramm ist vielfältig, dabei lernt sie von vielen Trainern an den verschiedenen Trainingsorten: "Mal machen wir Techniktraining, da geht es dann nur um eine Technik, die wir erarbeiten und verfeinern. Beim Randori-Training erwärmen wir uns und kämpfen dann sehr viel gegen verschiedene Gegner, da kommen sehr viele Kampftechniken zur Anwendung. Dann gibt es noch Bodentraining und Standtraining, was aber in fast allen Einheiten gleichermaßen geübt wird", erklärt sie und kommt dabei regelrecht ins Schwärmen vom Judo. "Nikita ist immer sehr entspannt und gelassen, total bodenständig", beschreibt Teamkameradin Sonja Maas ihre Trainingspartnerin. Die beiden leiten zusammen auch eine Arbeitsgemeinschaft an der Schule. "Das macht uns viel Spaß", sagt Maas. "Wir wollen gerne unseren Trainerschein machen und dann auch im Verein tätig werden", sagen die Sportlerinnen. In der Schule standen zuletzt mehr als 200 Fehlstunden auf dem Zeugnis. "Das klappt trotzdem alles relativ gut, die Noten passen alle", beruhigt Krieger. Den verpassten Schulstoff muss sie nacharbeiten. Ihr sportlicher Höhepunkt war neben den sportlichen Erfolgen ein zweiwöchiger Lehrgang mit dem Auswahlkader in Japan. "Das war hart und intensiv, aber auch eine super Erfahrung", sagt die Westdeutsche Meisterin der Altersklasse U 18 bis 44 Kilogramm. Als eine von 32 Sportlerinnen war sie in Japan dabei und erinnert sich an die ungewöhnlichen Rahmenbedingungen: "Das Essen war schon kurios, aber dass wir alle zusammen in der High School in einem Raum schlafen, war auch komisch. Sportlich war es aber unvergesslich", berichtet Krieger. Als Kadermitglieder des nordrhein-westfälischen Judoverbands wurde sie für alle Qualifikationsturniere nominiert. "Nach Köln zum Training fahre ich mit dem Zug. Da bin ich je Weg gut dreieinhalb Stunden unterwegs", berichtet sie. Bei den westdeutschen Meisterschaften stand Nikita Krieger in der Gewichtsklasse bis 44 Kilogramm ganz oben auf dem Treppchen. Etwas Pech verfolgte das Herforder Leichtgewicht bei den Deutschen Meisterschaften im Februar. Nachdem der Auftakt perfekt lief, verlor sie den Kampf um den Einzug in das Finale und auch im Kampf um Platz drei musste sie sich knapp geschlagen geben. Das letzte Bundessichtungsturnier, das den Deutschen Meisterschaften fast gleichzusetzen ist, gewann sie - und das in der neuen Gewichtsklasse bis 48 Kilo. Für das Jahr 2018 hat sich Nikita Krieger viel vorgenommen: "Ich möchte bei den Deutschen Meisterschaften eine gute Platzierung erreichen und um den Titel bei der Europameisterschaft mitkämpfen", sagt sie selbstbewusst. Auf dem Weg dorthin lässt sie sich auch nicht von einer Knieverletzung aufhalten. "Krafttraining geht trotzdem", lacht sie und schnappt sich die Gewichte.

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