Oldie but Goldie: BBG-Flügelspieler und Kapitän Karl Gronau - er spielt seit mehr als 20 Jahren in Herford Basketball - geht mit viel Optimismus in die zweite Saisonhälfte. - © Stefan Hageböke
Oldie but Goldie: BBG-Flügelspieler und Kapitän Karl Gronau - er spielt seit mehr als 20 Jahren in Herford Basketball - geht mit viel Optimismus in die zweite Saisonhälfte. | © Stefan Hageböke

Herford BBG Herfords Präsident Harald Steffen sieht noch Luft nach oben

Importspieler urlauben in der Heimat. Urgestein Karl Gronau ist optimistisch

Stefan Hageböke

Herford. In ruhigem Fahrwasser jenseits von Gut und Böse segelt die BBG Herford, die in der 1. Basketball-Regionalliga mit 14 Punkten (sieben Siege, acht Niederlagen) als Tabellenachter in die Winterpause geht. Zusätzliche Sicherheit brachte am vergangenen Samstag der 96:80-Heimsieg gegen die Telekom Baskets Bonn II. Trotz dieser soliden Ausgangslage findet Vereinspräsident Harald Steffen auch kritische Worte. "Ich finde, dass der Funke noch nicht so richtig über gesprungen ist. Die Spieler machen relativ viele Fehler. Da müssen wir im Training intensiv gegensteuern", sagte er. "Unser Leistungsknick Mitte der Hinserie mit sechs Niederlagen in Folge hätte nicht sein müssen", so Steffen, "während dieses Tiefs waren die Gegner abgesehen von Grevenbroich und Münster durchaus schlagbar. Insbesondere gegen die Hertener Löwen haben wir uns schlecht verkauft." Nach Meinung des BBG-Vorsitzenden gilt es, die guten Ansätze in die Breite zu streuen. "Der Teamgeist ist gut. Es wird im Training hart gearbeitet. Es fehlt aber noch die Leichtigkeit", sagte er, "es scheint, als würde die Mannschaft wenig Selbstvertrauen haben und mit angezogener Handbremse spielen. Diesen Knoten müssen wir durchschlagen." Das Manko "Angezogene Handbremse" habe sich trotz des letztlich klaren Heimsiegs auch am Samstag gegen die mit nur sieben Spielern angereiste Bonner Reserve in Teilen gezeigt. Dass der komfortable Halbzeitvorsprung zu Beginn des dritten Viertels auf zeitweilig 64:55 zusammenschmolzen ist, sei, so Harald Steffen, "ein Spiegelbild der Saison" gewesen: "In dieser Phase hatte die Bonner durchaus ihre Chancen, das Spiel noch zu drehen." Der zu Saisonbeginn neu verpflichtete US-Amerikaner Carlbe-Lee Ervin hat nach Einschätzung Steffens sein Potenzial ebenfalls noch nicht voll ausgeschöpft: "Carlbees Leistungen waren bisher sehr schwankend. Die Diskussionen um seine Person haben in den zurückliegenden Spielen zugenommen. Wir haben uns aber entschlossen, mit ihm weiterzuarbeiten." Der aus dem US-Bundesstaat Oklahoma stammende Ervin wird ebenso wie Kristoffer Douse über Weihnachten in die Heimat auf der andere Seite des Atlantiks fliegen. "Kris hat zwar einen britischen Pass, aber sein Hauptwohnsitz ist in Kanada. Beide Spieler werden auf unserer Vereinsweihnachtsfeier am 22. Dezember fehlen. Dies sollte man ihnen aber auch zugestehen. Die Sehnsucht nach zu Hause schwingt da sicher mit", mutmaßte Harald Steffen. Bei seiner Analyse nimmt der BBG-Präsident auch Trainer William Massenburg in die Pflicht. "William scheint einen guten Draht zur Mannschaft zu haben, er hat allerdings noch nicht das Optimale aus ihr herausgeholt. In jedem Fall zeigen Trainer und Spieler ihren Willen, einen größeren Ertrag einzufahren. William hat auf der Bank bestimmt schon viel leiden müssen." Was den "Ertrag" in der zweiten Saisonhälfte betrifft, ist Karl Gronau zuversichtlich. "Auf das bisher Erreichte lässt sich aufbauen", sagte der Mannschaftskapitän. Und: "Rein optisch ist es für uns bislang zufriedenstellend gelaufen. Von den Punkten her ist es sogar unsere beste Saison aller Zeiten. Ziel muss es sein, die Saison mit einer positiven Bilanz zu beenden." Dass das Potenzial hierfür definitiv vorhanden ist, davon ist der "Käpt?n" überzeugt: "Wenn wir das abrufen, sollten wir uns nach der Winterpause auch entsprechend verbessern. Die Stimmung im Team ist wirklich gut", unterstreicht der Flügelspieler. Gronau, der bereits seit seinem zwölften Lebensjahr in Herford Basketball spielt und damit auch die damalige Vereinsfusion zur BBG miterlebt hat, ist inzwischen ältester und zugleich dienstältester Akteur der 1. Mannschaft. Grundlagen für den anvisierten Aufwärtstrend sieht er vor allem auch im taktischen Bereich. "Wir haben zwischenzeitlich unseren Spielstil verändert. In der Hinrunde waren wir größtenteils offensiv orientiert", sagte der 33-Jährige, "inzwischen legen wir mehr Wert auf unsere Defense. Wenn es uns gelingt, die Gegner innerhalb von 70 Punkten zu halten, haben wir gute Gewinnchancen. Für 80 Punkte sind wir vorn allemal gut." Bevor es es am 6. Januar mit dem 16. Spieltag und einem Auswärtsspiel beim Tabellenletzten SV Hagen-Haspe weitergeht, wird Karl Gronau aber ebenso wie Präsident Harald Steffen am 2. Weihnachtsfeiertag in den Skiurlaub nach Österreich fahren. Cheftrainer William Massenburg bittet seine Schützlinge indes am 2. Januar wieder zum Training.

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