Jungs, hört genau zu: Der Herforder Trainer Jeff Job gibt seinen Spielern auf der Bank während des Spiels Anweisungen. Der Tabellenführer hatte ein hartes Stück Arbeit zu verrichten, ehe der Heimsieg gegen den Letzten Lauterbach unter Dach und Fach war. - © Yvonne Gottschlich
Jungs, hört genau zu: Der Herforder Trainer Jeff Job gibt seinen Spielern auf der Bank während des Spiels Anweisungen. Der Tabellenführer hatte ein hartes Stück Arbeit zu verrichten, ehe der Heimsieg gegen den Letzten Lauterbach unter Dach und Fach war. | © Yvonne Gottschlich

Herford Arbeitssieg der Herforder Ice Dragons mit bitterem Beigeschmack

Eishockey-Regionalliga: Spitzenreiter Herforder EV tut sich beim 4:2-Heimerfolg gegen den Letzten Luchse Lauterbach schwer. Undisziplinierter Torjäger RJ Reed kassiert Matchstrafe

Yvonne Gottschlich

Herford. Der 4:2 (1:0, 2:1, 1:1)-Heimsieg des Herforder EV am Freitagabend in der Eishockey-Regionalliga gegen die Dinslaken Kobras kann in der Kategorie Arbeitssieg verbucht werden. Die Ice Dragons erfüllten im Spiel Erster gegen Letzter ihre Pflichtaufgabe, hatten dabei aber deutlich mehr Mühe als erwartet. Im ersten Drittel passten sich die Herforder dem Spiel der Kobras an. "Dinslaken war nicht schlecht. Die hatten einen schlechten Start in die Saison, aber jetzt spielen die richtig gut", sagte Herfords Trainer Jeff Job über den Gegner. Der Herausforderer machte es den Ice Dragons schwer, wobei die Gastgeber ihrerseits aber auch nicht ihr wahres Leistungsvermögen abrufen konnten. "Wir hatten viel zu wenig Tempo in unserem Spiel", sagte Coach Job kopfschüttelnd. Immerhin: In der 15. Minute durften die Fans jubeln, als Kris Gehring in Überzahl zum 1:0 traf. Killian Hutt nutzte im zweiten Durchgang ein weiteres Überzahlspiel zum 2:0 (29.). Mehrere weitere Powerplay-Situationen ließ der HEV aber ungenutzt. "Wir haben den Puck viel zu langsam gespielt. In Überzahl müssen wir einfach schneller spielen", forderte Jeff Job. Statt dessen fiel das Tor auf der anderen Seite: Den Gästen aus dem Rheinland gelang in der 34. Minute der Anschlusstreffer durch Kevin Wilson - in Unterzahl wohlgemerkt. "Ein Geschenk", sagte Job genervt ab. Immerhin: RJ Reed stellte in der 39. Minute den alten Abstand wieder her - 3:1. Im Schlussdrittel zog der HEV endlich das Tempo an und es entwickelte sich ein spannendes Spiel. Dazu trug auch Herfords kanadischer Torjäger RJ Reed bei - allerdings nicht wie sonst mit schönen Toren, sondern mit einer völlig unnötigen Undiszipliniertheit. In der 46. Minute kassierte er die erste Zeitstrafe wegen unkorrektem Körperangriff. Kaum wieder auf dem Eis langte er wieder zu, ein Check gegen den Kopf seines Gegenspielers brachte ihm eine Matchstrafe ein (50.). "Das war ein absolut dummes Foul. So etwas darf RJ einfach passieren", schimpfte Jeff Job, der von seinem Team immer hohe Konzentration fordert, minutenlang. Und so kam es wie es kommen musste: Die HEV-Unterzahl nutzte Dinslaken zum 2:3, als Sven Linda einen Abpraller am langen Pfosten nur über die Linie drücken musste (53.). Doch dann rissen sich die Ice Dragons zusammen, bewiesen ihre Stärke und spielten einen Konter in Unterzahl clever aus: Killian Hutt legte quer auf den mitgelaufenen Leon Naseband, der locker zum 4:2 einschob (54.). "Am Ende haben wir das gut gemacht und verdient gewonnen", meinte Jeff Job. Wenn nur die Matchstrafe für RJ Reed nicht gewesen wäre. Immerhin könnte jetzt der Slowene Nejc Korpar zum Einsatz kommen, der als dritter Ausländer bisher erst einmal gespielt hat. Ganz nebenbei verschaffte sich Spitzenreiter Herford (27 Punkte) ein Polster in der Tabelle. Verfolger Ratingen patzte beim 3:4 gegen Dietz-Limburg, das jetzt mit 22 Zählern Zweiter ist. Tore: 1:0 (15.) Gehring, 2:0 (29.) Hutt, 2:1 (34.) Wilson, 3:1 (39.) Reed, 3:2 (53.) Linda, 4:2 (54.) Nasebandt. Strafminuten: Herford 10 + Matchstrafe gegen Reed - Dinslaken 12.

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