Ein seltenes Bild: Der Sportliche Leiter des TuS Spenge sitzt auf der Bank und coacht die Mannschaft. In dieser Szene gibt Heiko Ruwe (Mitte) Außenspieler René Wolff (Nr. 11) taktische Anweisungen – im Stehen. Kreisläufer Gordon Gräfe (l.) hört zu. - © Eva-Lotte Heine
Ein seltenes Bild: Der Sportliche Leiter des TuS Spenge sitzt auf der Bank und coacht die Mannschaft. In dieser Szene gibt Heiko Ruwe (Mitte) Außenspieler René Wolff (Nr. 11) taktische Anweisungen – im Stehen. Kreisläufer Gordon Gräfe (l.) hört zu. | © Eva-Lotte Heine

Spenge Beim TuS Spenge werden die Baustellen weniger

Handball-Oberliga: Der Spieltag beginnt nicht gut für den TuS Spenge und seinen Trainer, findet aber gegen Lit Tribe Germania aus Nordhemmern einen ausgesprochen angenehmen Abschluss

Dirk Kröger

Spenge. Das lief ganz anders als geplant. Kurz nach Mittag am Samstag war es, als sich Heiko Holtmann, Trainer des Handball-Oberligisten TuS Spenge, beim Sportlichen Leiter Heiko Ruwe meldete. „Ich konnte ihn kaum verstehen", berichtete Ruwe. Holtmann litt unter einer starken fiebrigen Erkältung, konnte kaum sprechen. Und er hätte kein Meisterschaftsspiel auf der Bank durchgehalten. Also sprang Ruwe ein, übernahm die Holtmann-Rolle. „Dabei war ich zwei Wochen gar nicht beim Training", berichtete er davon, dass die Voraussetzungen für den Job als Interims-Trainer nicht besonders gut waren, wobei ihm ja auch noch Geburtstagskind Sebastian Cuhlmann zur Seite stand. Das Duo löste die Aufgabe gegen das in Nordhemmern beheimatete Lit Tribe Germania zu aller Zufriedenheit. Und Holtmanns Genesung dürfte der 32:28 (19:13)-Sieg auch nicht geschadet haben . . . „Wir haben heute das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben", sagte der zehnfache Torschütze Phil Holland nach dem ersten Heimsieg der Saison, „wir waren zu 100 Prozent bei der Sache". Er hatte eine „sehr bewegliche" Spenger Mannschaft und ein „super Spiel" gesehen. Es sei dahin gestellt, ob die TuS-Leistung gegen Nordhemmern wirklich überragend war, sicher aber ist, dass Heiko Ruwe niemand widersprechen wollte, als der feststellte: „Das war ein verdienter Sieg." Der andere Heiko, nämlich Holtmann, hatte sich endlich einmal ein Spiel „ohne Baustellen" gewünscht. So ganz wurde dieser Wunsch nicht erfüllt, aber Ruwe hatte auch beobachtet: „In der ersten Halbzeit hatten wir wenige Baustellen." Auch dem war kaum zu widersprechen. Und dass der Sportliche Leiter ein Spiel lesen kann, bewies er allein schon durch zwei taktische Entscheidungen, denn sowohl die Änderung der Deckungsformation von 3:2:1 auf 6:0, als auch die Maßnahme, zwischenzeitlich mit zwei Kreisläufern zu agieren, tat Spenge gut. „Bei unserer 6:0-Deckung hatten wir eigentlich nur Probleme mit Nordhemmerns Kreisläufer", sagte der Holtmann-Vertreter. Die Baustellen taten sich auch seiner Meinung nach in der zweiten Halbzeit auf. „Es war klar, dass Lit nicht aufgibt, aber wir haben das dann auch nicht gut gelöst, wobei durch die vielen Zeitstrafen auch Hektik ins Spiel gekommen ist", analysierte er. Vor allem die eigenen Fehler im Angriff sorgten dafür, dass es noch einmal so richtig knapp wurde. „Das Spiel hätte sogar kippen können. Die Mannschaft ist noch nicht so stabil wie wir es uns wünschen", sagte er, um dann aber ein positives Gesamt-Fazit zu ziehen: „Viele Sachen haben gut gepasst", stellte Ruwe fest, „das war ein Schritt nach vorn."

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