Konzentriert: Herfords belgischer Spitzenspieler Jonathan Merckx trat bislang zweimal für den TCH an und gewann jeweils seine Einzel. Aller guten Dinge aber sind bekanntlich drei . . . - © Eva-Lotte Heine
Konzentriert: Herfords belgischer Spitzenspieler Jonathan Merckx trat bislang zweimal für den TCH an und gewann jeweils seine Einzel. Aller guten Dinge aber sind bekanntlich drei . . . | © Eva-Lotte Heine

Herford Herfords Tennisspieler stehen vor historischem Aufstieg

Tennis: Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Westfalenliga gegen den Mindener TK wird am Sonntag im Sportpark Waldfrieden ausgetragen. Gastgeber sind Favorit

Dirk Kröger

Herford. Wann hat es das zuletzt gegeben, dass eine Herrenmannschaft aus Herford in der Tennis-Verbandsliga spielte? So recht mag sich niemand daran erinnern, aber womöglich ist diese Frage auch nicht mehr entscheidend, denn im Sommer 2018 könnte es wieder so weit sein. Ein Sieg fehlt dem TC Herford noch zum Sprung in die höchsten westfälische Spielklasse - und der soll am Sonntag ab 10 Uhr im Sportpark Waldfrieden eingefahren werden, wenn es im Entscheidungsspiel um eben diesen Aufstieg gegen den Mindener TK geht. Sechs Meisterschaftsspiele in der Verbandsliga, sechs Siege - diese Bilanz eint die beiden sonntäglichen Konkurrenten, die entsprechend in ihren Gruppen souverän Erster wurden. Aber: Herford gilt im Vergleich der Teams als klarer Favorit. "Vom Papier her sind wir auf jeder Position besser - aber das muss alles erst gespielt werden", sagt TCH-Trainer Markus Menzler, der selbst auch als Spieler zum bisher schon so erfolgreichen Team gehört, das die Sommersaison 2017 nun krönen will. "Wir haben viele junge Spieler. Und so ein Aufstiegsspiel hatte noch keiner von ihnen. Da müssen die Nerven erst einmal mitspielen", kennt Menzler die größten Probleme im Vorfeld, die auch nicht dadurch geringer werden, dass im Waldfrieden eine gute dreistellige Zuschauerkulisse erwartet wird. »Vor zwei Jahren haben wir in der OWL-Liga schon gegen die gespielt« Die Herforder kennen ihren Kontrahenten aus Minden gut, nicht nur der räumlichen Nähe wegen. "Vor zwei Jahren haben wir in der OWL-Liga schon gegen die gespielt", weiß Markus Menzler. Damals gab es einen 6:3-Erfolg auf der Anlage am Weserstadion. Und immerhin vier Spieler des MTK, die damals dabei waren, spielen auch jetzt noch für den Herforder Gegner. Zu diesem Quartett gehört vor allem der Niederländer Stefan Bodde. "Er hat wenig Ranglistenpunkte und ist an Position drei eigentlich falsch eingestuft", sieht Menzler die besten Chancen der Gäste an eben dieser Position. Der Herforder Lars Hoischen also wird sein bestes Tennis zeigen müssen, um siegreich zu bleiben. Andererseits: Hoischen ist in dieser Saison noch ungeschlagen, Bodde verlor bereits ein Einzel. An den Positionen fünf und sechs bieten die Weserstädter mit Robon Baciulis und Paul Burgschweiger voraussichtlich zwei vergleichsweise junge Spieler des Jahrgangs 1998 oder sogar den noch ein Jahr jüngeren Daniel Beliaev auf. "Da sind sicher Überraschungen möglich", sieht der Herforder Vereinstrainer den Duellen seiner Mitstreiter Jonas Müller und Alexander Kopp entgegen, "wenn die alles treffen, gewinnen sie. Wenn es nicht gut läuft, haben sie keine Chance." Übrigens: Menzler selbst musste vor zwei Jahren gegen Nicholas Brünger antreten - genau wie aller Voraussicht nach auch am Sonntag. Mit 6:3, 6:2 gewann die damalige Herforder Nummer zwei, die inzwischen - Duplizität der Ereignisse - wie sein Gegner nur noch an vier spielt. Gern hätte der TC Herford übrigens im Spiel gegen Minden den Niederländer Alban Meuffels eingesetzt. Der aber zog sich eine Handgelenksverletzung zu und muss operiert werden. Immerhin: Der junge Mann aus dem Nachbarland signalisierte schon, dass er auch nächste Saison gern für den TC Herford spielen möchte. So ein Aufstieg soll ja auch Folgen haben. Meuffels wird nun durch Stephan Frasen ersetzt. Im Sportpark Waldfrieden indes ist alles vorbereitet, das "Spiel des Jahres" kann also beginnen. "Jetzt brauchen wir nur noch gutes Wetter", sagt Markus Menzler. Sollte auch das klappen, könnte es einen neuen Zuschauerrekord im Sportpark geben. Die Gastronomie des TC Herford ist darauf vorbereitet. "Wir haben viele kleine Gerichte und werden außerdem auch einen Grill aufbauen", hieß es.

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