Liebenswerter Landesligist: Unter seinem vor einem Monat neu verpflichteten Trainer Adam Kensy (vorn in der Coaching-Zone) gelang dem SC Marchtrenk der Absprung aus der Abstiegszone. Beim konsultierten 3:0-Heimsieg über den Rangdritten Schwanenstadt legten Ehrenamtliche sowie ein Bielefelder Tourist gemeinsam bei der Platzpflege Hand an. - © Stefan Hageböke
Liebenswerter Landesligist: Unter seinem vor einem Monat neu verpflichteten Trainer Adam Kensy (vorn in der Coaching-Zone) gelang dem SC Marchtrenk der Absprung aus der Abstiegszone. Beim konsultierten 3:0-Heimsieg über den Rangdritten Schwanenstadt legten Ehrenamtliche sowie ein Bielefelder Tourist gemeinsam bei der Platzpflege Hand an. | © Stefan Hageböke

Herford Freikarte für den Platzwart-Novizen

Stefans Fußballreisen: Neuer Job in Oberösterreich

Herford. Was unternimmt NW-Mitarbeiter Stefan Hageböke, wenn im Wonnemonat Mai nach einer 800 Kilometer langen Anreise sein auserkorenes oberösterreichisches Landesligaspiel witterungsbedingt auszufallen droht? Ganz einfach: Er legt auf dem durchnässten Grün selbst Hand an und verwandelt sich in den Platzwart - oder besser gesagt in dessen weisungsgebundenen Praktikanten. Damit die entscheidungsbefugte Spielleitung grünes Licht für den Anpfiff im Waldstadion gibt, muss im Welser Land erst einmal kräftig in die Hände gespuckt werden. Hierfür ist sich beim SC Marchtrenk auch der nach vollzogenem hauptamtlichen Tagewerk spontan in Bürokleidung wirbelnde Vereinsmarketingbeauftragte Alfred Pöhli nicht zu schade. Zudem gibt dieser dem in Ballonseide Gewehr bei Fuß stehenden Autor detailgenaue Anweisungen für die punktuelle Platzierung des (nach Geheimrezept) angerührten Bodengemisches. So werden die von Regenwasser durchtränkten Krater in den Torräumen und am Mittelkreis austragungskonform optisch perfekt übertüncht und per Schneeschieber zu Stahlbeton sattelfest geklopft. Ein echter Heimvorteil ist daher gegen den Rangdritten SC Schwanenstadt geboren. Dieser zahlt sich bereits in zwei bedrohlichen Situationen der torlosen ersten Halbzeit aus, in denen sich der Marchtrenker Strafraum zum Ärgernis der aufstiegswilligen Gäste als unüberwindbarer Großglockner erweist. Die logische Folge dieser Resignation ist nach dem Seitenwechsel ein Hattrick des ehemaligen slowakischen Nationalspielers Tomas Oravec zum 3:0-Heimsieg. "Er ist unsere Lebensversicherung", versprach Schriftführer Johann Oberlaber bereits vor dem Anpfiff. Entsprechend delikat mundet daher auch die Knoblauchstange in der Vereinskantine, während das Gulasch exklusiv den Unparteiischen vorbehalten ist. Auch außerhalb des Spielfelds erscheint der ins Mittelfeld gekletterte SC Marchtrenk demnächst wieder für höhere Aufgaben gewappnet zu sein. Mit dem erst vor einem Monat neu verpflichteten polnischen Trainer Adam Kensy schwingt jetzt ein Altinternationaler das taktische Erfolgszepter. Der aus insgesamt 34 (!) Funktionären bestehende großflächige Vorstand hat einen Sponsorenpool erschaffen, der inzwischen mehrere namhafte Discounter sowie mit "Paradiso" und "Pegasus" auch zwei potente Nachtclubs umfasst. Auf diesem Wirtschaftskonstrukt basiert daher auch der kostenlose Eintritt des schreibenden Hobbylandschaftsgärtners. Bleibt nur zu hoffen, dass die sympathischen Oberösterreicher von etwaigen Abwerbungsversuchen aus der Oetinghauser Meistermannschaft absehen.

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