Herforder in Dortmund mit einer Weltmeisterin: Charlotte Oesterreich, Jan Dittmar, Ex-Weltmeisterin Sarah Poewe, Tristan Ellerbrock, Isabel Krawinkel und Trainerin Anke Heintz (v.l.). - © Privat
Herforder in Dortmund mit einer Weltmeisterin: Charlotte Oesterreich, Jan Dittmar, Ex-Weltmeisterin Sarah Poewe, Tristan Ellerbrock, Isabel Krawinkel und Trainerin Anke Heintz (v.l.). | © Privat

Dortmund/Herford SC Herford bei NRW-Landesmeisterschaften vorne dabei

Dortmund/Herford. Das war eine runde Sache: Die jüngeren Schwimm-Jahrgänge des SC Herford haben bei den NRW-Landesmeisterschaften in Dortmund eine überzeugende Vorstellung abgeliefert. Die jüngste Teilnehmerin und Debütantin auf NRW-Landesebene Charlotte Oesterreich (Jahrgang 2005) erwischte über die 50 Meter Freistil einen ganz starken Start in die Titelkämpfe. In 30,66 Sekunden steigerte sie sich erneut um eine halbe Sekunde. Über die 100 Meter Rücken pulverisierte sie ihren erst zwei Wochen zuvor aufgestellten Bezirksrekord und sicherte sich in 1:14,58 Minuten ihre erste Bronzemedaille bei großen Meisterschaften. Am Sonntag galt Charlotte Oesterreich als eine der Top-Favoritinnen über die 200 Meter Rücken in ihrem Jahrgang. Doch nach der letzten Wende ging bei ihr plötzlich gar nichts mehr und in 2:40,39 Minuten belegte sie mit ihrer drittbesten Zeit über diese Strecke einen für sie enttäuschenden achten Platz. Bei Knoblochs letzten beiden Starts über 100 Meter Freistil (1:08,45) und mit Platz vier über 50 Meter Rücken (35,41 Sekunden) zeigte sie einmal mehr ihre Kämpferqualitäten. Die ein Jahr ältere Herforderin Isabel Krawinkel hatte sich für fünf Strecken qualifiziert. Sie überzeugte mit persönlichen Bestzeiten über 50 Meter Freistil (29,58 - Top 10 nur um eine Zehntelsekunde verpasst) und 200 Meter Rücken (2:44,81). Bei ihren weiteren Starts bestätigte sie ihr Talent und ihre Saisonzeiten über die Freistil- und Rückenstrecken. Als "Senior" hatte sich Jan Dittmar (2001) die Teilnahme gesichert. Auch er überzeugte über 100 Meter Rücken und schwamm in 1:07,08 Minuten diese Strecke fast zwei Sekunden schneller als bei seiner alten Bestzeit. Über 200 Meter Rücken und 100 Meter Freistil zeigte Dittmar, dass er sich unter den Top 20 in NRW etabliert hat. Sowohl Pechvogel als auch der glücklichste Schwimmer der SCH-Delegation war Tristan Ellerbrock (2003). Auch er startete über 50 Meter Freistil und erschwamm sich in persönlicher Bestzeit (26,76) einen überzeugenden fünften Platz. Über die Bruststrecken (200 Meter: 2:46,26 und 50 Meter: 35,26) schwächelte der Herforder ein wenig, gehört aber auch hier mit Platz sechs und 13 zu den Topschwimmern in NRW. "Über das 200-Meter-Freistilrennen ist dann lange diskutiert worden", sagt SC-Trainerin Anke Heintz. Was war passiert? Mit einer kämpferisch ganz starken Leistung schwamm Ellerbrock in 2:08,34 Minuten persönliche Bestzeit und wurde auf der Anzeigetafel als Dritter geführt - das wäre für ihn die erste Medaille auf Landesebene gewesen. "Doch die Schiedsrichter deuteten die elektronische Zeitmessung seines direkten Konkurrenten als fehlerhaft und so wurde dieser mit 2:08,31 Minuten vor Tristan gesetzt", sagt Heintz, "trotz Nachfrage wurde diese Entscheidung nicht revidiert. Ich hätte getobt und geschimpft. Aber Tristan hat dem glücklichen und erstaunten Dritten überaus fair gratuliert. Hut ab." Und so wurde bei den Herfordern am Samstagabend die Devise ausgegeben: "Jetzt erst recht, du hast ja noch eine Möglichkeit am Sonntag!" Also bereitete sich Tristan Ellerbrock fokussiert auf die 100 Meter Freistil mit dem Ziel eine Medaille zu holen vor. Auch diesmal lieferte er ein ganz starkes Rennen ab, steigerte sich um mehr als eine Sekunde auf bemerkenswerte 57,86 Sekunden und holte sich mit deutlichem Vorsprung vor dem Vierten die ersehnte Bronzemedaille. Bei seinem letzten Start über die 100 Meter Brust mobilisierte Ellerbrock noch einmal alle Kräfte, stellte auch hier in 1:15,78 Minuten eine persönliche Bestzeit auf und wurde Siebter.

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