Royaler Besuch im Cuxhavener Land: In der 1. Kreisklasse verhindern beim TSV Hollen zweckentfremdete Straßenleitplanken Erdrutsche. Die Absperrung nutzt der Gästetrainerstab aus dem als Königreich bekannten Groden als Sitzgelegenheit. Der auf 12 Meter aufgestockte Ballfangzaun (im Hintergrund) hat das Verhältnis zum Nachbarn erheblich entspannt. - © Stefan Hageböke
Royaler Besuch im Cuxhavener Land: In der 1. Kreisklasse verhindern beim TSV Hollen zweckentfremdete Straßenleitplanken Erdrutsche. Die Absperrung nutzt der Gästetrainerstab aus dem als Königreich bekannten Groden als Sitzgelegenheit. Der auf 12 Meter aufgestockte Ballfangzaun (im Hintergrund) hat das Verhältnis zum Nachbarn erheblich entspannt. | © Stefan Hageböke

Herford Stefans Fußballreisen: Ganz spezielle Leitplanken auf der Tour durch den Norden

Dreitägige Osterreise mit fünf Amateurfußballspielen

Stefan Hageböke

Via Teufelsmoor, Königreich, Waterkant, Este, Oste und Nordheide verlief die dreitägige Osterreise mit fünf Amateurfußballspielen unseres NW-Kolumnisten Stefan Hageböke. Pokalspiele haben bekanntlich ihre eigenen Gesetze. Insbesondere am Karfreitagmorgen im nachgeholten Achtelfinale des Hamburger Verbandpokals zwischen dem FC Neuenfelde und TuS Dassendorf. Das nach dem Orgelbauer Arp Schnitger benannte Areal ist von einem Käfig umzäunt, der nur für Spieler und Betreuerstab zugänglich ist. So verfolgen die Zuschauer das 0:12 der hoffnungslos unterlegenen Kreisligakicker vom FCN durch Gitterstäbe, während Elbkick-TV das einseitige Geschehen vom Container-Dach serviert. Taxifahrer Uwe nutzt die 90 Minuten am idyllischen Hamburger Westrand zur gesetzlichen Mittagspause und um den Oberligakontrahenten aus Dassendorf für das drei Tage später stattfindende Viertelfinalmatch gegen seinen SV Halstenbek-Rellingen zu studieren. Mit Erfolg: Der SVHR siegt am Ostermontag gegen Dassendorf mit 1:0. Innerstädtisch 36 Kilometer ostwärts hat bereits am Freitagnachmittag auch der Wandsbeker TSV Concordia im gleichen Wettbewerb durch ein 3:1 über den TuS Osdorf die Runde der letzten Vier erreicht. Nachdem sich "Cordis" zwischenzeitlich stillgelegtes Marienthal-Stadion in ein Biotop verwandelt hat, wurde das Trudel-Märczel-Vereinsheim in der fusionsbedingt neuen Heimstätte nach besagter ältester Turnlehrerin Deutschlands benannt. Durch ein 3:1 fügt am Samstag in der weitläufigen 1. Kreisklasse des Cuxhavener Landes der TSV Hollen-Nord dem im von den Bürgern selbst so genannten Königreich Groden beheimateten Spitzenreiter Grodener SV die erste Saisonpleite zu. Die wird nach gut einer Stunde durch einen Traumpass des Autors zum Eckballschützen eingeleitet, der die entscheidende Torvorlage liefert. Zudem trumpfen die Hollener Verantwortlichen mit einem auf zwölf Meter Höhe erweiterten und dank ausrangierter Strommasten optimal bespannten Ballfangzaun sowie zweckentfremdeter Straßenleitplanken an der hügeligen Hauptgeraden auf. Auf höherer Leistungsebene dreht Landesligist Eintracht Cuxhaven den anfänglichen Rückstand gegen den TSV Ottersberg per Freistoß und Elfmeter auf 2:1, so dass der stadtbekannte Stadionsprecher DJ Ronni einen triftigen Grund hatte, seine mobile Beschallungsanlage in Höchstdrehzahlbereiche auszufahren. Und am Ostersonntag wird die womöglich noch in Pokalträumen befindliche Hamburger TSV Concordia in der Nordheide durch ein 0:1 beim TSV Buchholz vom dritten Oberligaplatz verdrängt. Die Angemessenheit dieses Heimsieges untermauern herzhafte Pferdewürste und Nackensteaks.

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